Allgemeine Berichte | 12.10.2021

HVV stellt Flurnamenschilder auf

Flurnamen erleichtern in Buschhoven die Wegbeschreibung

V.li. HVV-Vorsitzender Dr. Georg Schneider, Altförster Heinz Hövelmann, Förster Daniel Braun und Autor und Urheber Dr.Benno Willers.Fotos: privat

Buschhoven. Als Heinz Hövelmann, Vorvorgänger von Förster Daniel Braun, das Forstamt Buschhoven übernahm, waren die sogenannten „Flurnamen“ noch geläufig. Heute stehen sie zumindest noch in den Forstunterlagen. Mit seiner ersten Waldführung für Benno Willers vor 50 Jahren hat Hövelmann ihm den Anreiz gegeben, diesen Namen nachzuforschen.

Willers: „Alte, wunderschöne Wegenamen sollen nicht in Vergessenheit geraten. Durch die Kennzeichnung jetzt kommen sie in unseren Alltag zurück - und es ist viel einfacher, zu beschreiben, auf welchem Weg zum Eisernen Mann man sich treffen möchte.“

Das Ergebnis der akribischen Recherchearbeit von Dr. Benno Willers wurde nun am Buschhovener Forstamt eingeweiht: Insgesamt hat er im 1. Abschnitt 13 Pfosten mit 21 Schildern an 9 Wegen auf dem Gelände der Forstverwaltung und der Gemeinde aufgestellt und auch einen Platz, gekennzeichnet. Später sollen weitere Schilder hinzukommen.

Die früheren Bezeichnungen stehen auch noch in den Katasterblättern. Im Buschhovener Straßennamen „am Steinrausch“ erkennt man noch den „Steenruusch“ von der B 56 zum „Jagdweg“. Jeder hat Weg seine eigene Geschichte: Die schnurgeraden Wege im Kottenforst sind gut 200 Jahre alt und wurden vom ersten preußischen Förster angelegt. Die kurvigen Wege sind noch älter: Der „mittlere Kiesweg“ stammt - wie alle sich schlängelnden Wege - schon aus dem Mittelalter. Das „Mieler Sträßchen“ führte von Miel bis Oedekoven zwischen Hohn, dem Lindenkreuz und Gut Capellen an der Gemeindegrenze Buschhoven vorbei und kreuzt auch heute noch den „Unteren Kiesweg“, den „mittleren Kiesweg“ und den „oberen Kiesweg“.

Aber wo kommen Namen wie „Am Hachenburger Weg“ am Waldrand Richtung Dünstekoven her? Willers kontaktierte den Hachenburger Archivar, der lachte: „Das hat nichts mit `Hachenburg` zu tun, `Hachen´ sind Hecken!“ Auch der „Brühler Weg“ hat auch nichts mit Brühl zu tun - der heißt auf den alten Karten „Bröhler“ Weg, das bedeutet „schlechter Boden“.

Und der Prinz Eitel-Platz? „Die Söhne des Kaisers studierten alle in Bonn. 1910 hat eine Jagdgesellschaft diesen Platz mit Eiben, Lebensbäumen und einer Douglasie bepflanzt“, berichtet Altförster Heinz Hövelmann. „Ob allerdings Prinz Eitel jemals hier im Kottenforst war, weiß keiner.“

Die Schilder aus Alu-Guss wurden vom stellvertretenden Vorsitzenden des Heimat- und Verschönerungsvereins Buschhoven (HVV), Karl Micklisch, zusammen mit seinem Nachbarn hergestellt, die unverwüstlichen Eichenpfosten von Förster Daniel Braun gespendet.

Beim Aufstellen wurden Micklisch und Willers von seinen drei Enkeln unterstützt. Luk, Paul und Mats enthüllten nun im Rahmen einer kleinen Feier die erste von 13 Stelen im Beisein von Vertretern aus dem Forstamt, der Gemeinde, und den Mitgliedern es HVV. Ortsvorsteher Dieter Ramershoven freute sich: „jetzt kann auch ich den Weg zum Eisernen Mann genau erklären!“ Das gesamte Ergebnis der Recherche kann man nachlesen in „Benno Willers: Buschhoven. Seine Wege, Gewässer, Flure und Straßen“ 2017, erhältlich beim Autor.

Pressemitteilung des HVV

Der „Brühler Weg“ hat nichts mit Brühl zu tun - der heißt auf den alten Karten „Bröhler“ Weg, das bedeutet „schlechter Boden“.

Der „Brühler Weg“ hat nichts mit Brühl zu tun - der heißt auf den alten Karten „Bröhler“ Weg, das bedeutet „schlechter Boden“.

V.li. HVV-Vorsitzender Dr. Georg Schneider, Altförster Heinz Hövelmann, Förster Daniel Braun und Autor und Urheber Dr.Benno Willers.Fotos: privat

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