Allgemeine Berichte | 09.10.2019, 08:53 Uhr

Barbarossa-Slam im Rathaus ging in die vierte Auflage

Freien Lauf für die eigene Gedankenwelt

Roland Janick eröffnete die Veranstaltung.
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Sinzig. Die stets hausgemachten eigenen Texte kommen mal besinnlich, mal fröhlich, mal hintergründig, mal ernsthaft und mal einfach improvisiert daher. Im Ratssaal des Sinziger Rathauses verfolgten über 50 begeisterte Zuhörer die mittlerweile vierte Auflage des Barbarossa-Slam. Die kleine, feine und fast schon etwas fröhliche Veranstaltung gehört mittlerweile zum ganz festen Bestandteil des Sinziger Bücherherbstes. Michael Nitsche hatte diese kleine Kunstform bei der Jubiläumsfeier der Stadt Sinzig im Jahr 2017 ins Leben gerufen. Und Nitsche selbst sorgte auch dafür, dass im Rathaussaal nicht nur Lyrik und Prosa zu hören waren, sondern auch ganz eifrig und voller Enthusiasmus Frühlingslieder oder aber Eigenkompositionen über Sinzig intoniert wurden. Den Eisbrecher bei der diesjährigen Veranstaltung machte ein guter alter Bekannter in der Sinziger Slam-Szene. Roland Janick mittlerweile auch Beigeordneter der Stadt Sinzig mahnte zu Beginn zu mehr Gelassenheit im alltäglichen Leben. Motto: „Es ist einfacher den Blick auf die Situation zu ändern, als die Situation selbst“. Ältester Slamer in der Runde war Jochen Schulz aus Linz. Der stellte sich als „Alter Mann vom anderen Ufer“ vor. Sein Text drehte sich um das älter werden sinnbildlich durch die schönen Worte: „Schnee fällt in die Haare“. Sven Pinkatscheck ist EDV Fachmann und ist erst vor vier Jahren von Berlin nach Sinzig gekommen. Er sah sich und die Mitmenschen als digitale Goldfische im Glas der sozialen Medien. Eindrücke aus der allgemeinen Lebenssituation in jungen Jahren hatte sich die Schülerin des Rheingymnasiums Melanie Sabatschos vorgenommen. Und die Zuschauer bekamen auch ein wenig Fernsehen geboten. Elena Thewes, ebenfalls Urgestein des Barbarossaslam hatte ein Video aus Tansania in Afrika geschickt. Sie schilderte die ersten Eindrücke von Land und Leuten als Honeymoon-Phase, die hoffentlich nicht in einen herben Kulturschock umschlagen werden. Es war wie immer eine überaus bemerkenswerte Veranstaltung. Der Barbarossa Slam wird künftig in Sinzig zweimal im Jahr stattfinden. Beim Frühlingserwachen aber auch beim großen Bücherflohmarkt im Herbst. Für die Kulturszene in Sinzig ist die beim Stadtfest im Jahr 2017 geborene Grundidee auf jeden Fall eine liebenswerte und ebenso hörenswerte Bereicherung. Und mittlerweile hat sich auch eine kleine Tradition auf der Veranstaltung selbst herausgebildet, denn die endet immer mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Freude schöner Götterfunke“, der Europa-Hymne.

BL

Die Freude an Worten und Sprache war den Slammern anzusehen.

Die Freude an Worten und Sprache war den Slammern anzusehen. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

Das Alter der Besucher varriierte von jung bis alt.Fotos: RASCH

Das Alter der Besucher varriierte von jung bis alt.Fotos: RASCH Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

Roland Janick eröffnete die Veranstaltung. Foto: Fotograf Ralf Schuhmann

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