Allgemeine Berichte | 28.07.2025, 10:05 Uhr

Babys teilten sich eine Fruchthöhle

Happy End für seltene Zwillingsschwangerschaft

Symbolbild.Foto: Pixabay
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Neuwied. Stolz und überglücklich halten Carina und Simon Müller (Namen aus Schutz der Privatsphäre geändert) ihre beiden Babys in den Armen. Die Zwillinge wurden in der 33. Schwangerschaftswoche im Marienhausklinikum St. Elisabeth entbunden. Dass der Start der beiden Kinder ins Leben so gut geglückt ist, grenzt für das junge Elternpaar schon fast an ein kleines Wunder. Denn ihre Zwillinge hatten sich im Bauch von Mama Carina nur eine Fruchthöhle und eine Plazenta geteilt. „Statistisch kommt dies nur in einer von 10.000 Schwangerschaften vor und birgt ein hohes Risiko für die ungeborenen Kinder. Die Gefahr, dass sich die Nabelschnüre beider Babys verknoten, was zu Sauerstoffmangel führen kann, ist hoch“, weiß der Chefarzt der Frauenklinik im Marienhausklinikum, Professor Dr. Richard Berger.

Und genau deshalb möchten Carina und Simon Müller ihre Erfahrung teilen. „Uns ist es wichtig, dass zu diesem Thema etwas Positives zu lesen ist. Die Geburt unserer Kinder zeigt, dass es auch gut gehen kann. Es ist selten, aber nicht unmöglich“, sagt Carina Müller.

Als sie mit den Zwillingen schwanger wurde, war die Freude groß, schließlich sollte die vierjährige Tochter noch ein Geschwisterchen bekommen. Dass es zwei Kinder werden würden, war zunächst noch nicht klar. Denn beim ersten Ultraschall war nur ein Herzschlag zu sehen. Erst bei der zweiten Sonografie war klar: Da schlägt noch ein zweites kleines Herz. „Die Kinder lagen ganz nah beieinander. Es sah aus, würden sie Händchen halten“, erinnert sich die junge Mutter an die Bilder, die da auf dem Monitor zu sehen waren. Zu sehen war aber auch, dass sich die beiden nur eine Fruchthöhle teilten. Ein Schreck für die werdenden Eltern. Von diesem Zeitpunkt ging es alle zwei Wochen zur Pränataldiagnostik, um zu schauen, ob es den Kindern gut geht. Mit dem Wissen um die Besonderheiten und Risiken dieser Schwangerschaft hangelten sich die Müllers von einem Untersuchungstermin zum nächsten. „Es besteht dabei vor allem das Risiko, dass es zu einer ungleichen Blutverteilung zwischen beiden Kindern bei nur einer Plazenta kommt. Dies kann erhebliche Konsequenzen für die Entwicklung der Kinder nach sich ziehen“, so Professor Berger.

„Wir wussten, dass es schwierig ist und ein Risiko besteht, bis zur 25. Schwangerschaftswoche die Kinder zu verlieren. Es ging um jeden Tag“, erinnert sich Carina Müller. Aber Angst und Sorge sollten nicht die Zeit bis zur Geburt bestimmen. „Um uns nicht zu verunsichern, haben wir bewusst nicht gegoogelt, um zu lesen, was alles passieren kann.“ Die werdende Zwillingsmutter wollte sich lieber auf ihr gutes Bauchgefühl verlassen und sah gemeinsam mit ihrem Mann optimistisch und vertrauensvoll der Geburt ihrer Kinder entgegen.

In der 32. Schwangerschaftswoche setzten bei der jungen Frau die Wehen ein. Im Marienhausklinikum konnte man die Geburt noch ein paar Tage hinauszögern und Carina Müller erhielt eine sogenannte Lungenreifespritze, um die Entwicklung der beiden Kinder im Mutterleib zu fördern und Risiken für Komplikationen nach der Geburt zu minimieren.

In der 33. Schwangerschaftswoche war es dann soweit: Die beiden Mädchen wurden gesund auf die Welt geholt. Jedes der Kinder brachte 2100 Gramm auf die Waage. Nur einen halben Tag benötigten die beiden Frühchen Sauerstoff und schon nach eineinhalb Wochen auf der Intensivstation konnten sie auf die Kinderstation verlegt werden. Die Babys sind mittlerweile zuhause, wo sie schon sehnsüchtig von ihrer großen und stolzen Schwester erwartet wurden. „Sie machen sich sehr gut“, sagt Carina Müller voller Freude und Glück.

„Wir haben den Eltern nach Geburt Fotos von den völlig verknoteten Nabelschnüren gezeigt. Sie waren davon sehr beeindruckt!“, berichtet Professor Berger. Umso glücklicher und erleichterter sind sie nun über das Happy End dieser besonderen Schwangerschaft. „Vom ersten bis zum letzten Tag haben wir uns im St. Elisabeth Krankenhaus sehr gut aufgehoben und umsorgt gefühlt“, sagen die jungen Eltern dankbar.

Symbolbild. Foto: Pixabay

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