Allgemeine Berichte | 09.04.2025

Frühjahrssynode des Evangelischen Dekanat tagte

Haushalt beschlossen und Verwaltungsreform geplant

Die Synode stimmt ab, vorne links Stephan Keßler, rechts Dekan Dr. Axel Wengenroth. Foto: Evangelisches Dekanats Westerwald

Westerwaldkreis. Mit einer Andacht über den Begriff der Wahrheit starteten Dekan Dr. Axel Wengenroth und der stellvertretende Dekan Benjamin Schiwietz in die Frühjahrssynode des Evangelischen Dekanats Westerwald. In der Mensa des Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg waren die Synodalen aus den evangelischen Kirchengemeinden unter Leitung des Dekanatssynodalvorstandes zusammengekommen. Die musikalische Gestaltung der Andacht lag bei den Dekanatskantoren Jens Schawaller (Geige), Christoph Rethmeier (Klavier) und Kirchenmusikerin Eva Maria Mombrei (Gesang).

Im Anschluss gab Dr. Lars Esterhaus, Leiter der Kirchenverwaltung, einen umfassenden Einblick in die geplante Verwaltungsreform der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Die Reform, die unter dem Titel EKHN2030 bekannt ist, zielt darauf ab, die Verwaltungsstrukturen der Landeskirche auf allen Ebenen zu modernisieren und an die sich wandelnden Anforderungen der Zukunft anzupassen.

Mit rund 1,36 Millionen Mitgliedern, etwa 20.000 Beschäftigten, mehr als 1.000 Gemeinden und einem Haushaltsvolumen von 710 Millionen Euro ist die EKHN eine der größten Landeskirchen in Deutschland. Angesichts des demografischen Wandels und des stetigen Rückgangs der Mitgliederzahlen sei die Reform dringend erforderlich, so Esterhaus. Er erklärte, dass die Verwaltung künftig stärker auf die Bedarfe der Nachbarschaftsräume (NBRs) ausgerichtet werden soll. Ziel ist es, die Verwaltung vor Ort zu stärken, zu professionalisieren und dabei den Ressourceneinsatz zu optimieren. Ein wichtiger Bestandteil der Reform ist die Einführung digitaler und papierloser Prozesse, die eine effiziente und medienbruchfreie Verwaltung ermöglichen sollen. Durch diese Maßnahmen wird eine Einsparung von mindestens 10 Millionen Euro angestrebt. Die Einführung von Verwaltungsleitungen in den Nachbarschaftsräumen soll die Prozesse beschleunigen und den Regionen mehr Autonomie verschaffen. Rund 70 Prozent der administrativen Aufgaben sollen vor Ort erledigt werden können. „Die wirtschaftlich sinnvollste Vorgehensweise ist, die Verwaltung auf die Regionen herunterzubrechen. Der Stellenabbau wird durch den natürlichen Altersausstieg, insbesondere durch die Ruhestandversetzungen, erfolgen. Der „Boomer-Gap“ wird dabei eine Rolle spielen“, so Esterhaus. In einer anschließenden Fragerunde aus dem Plenum wurden verschiedene Aspekte der Reform angesprochen, insbesondere die Qualifikationen der Verwaltungsleitungen und die Fragen zur Fach- und Dienstaufsicht dieser neuen Positionen.

Danach berichtete Dekan Dr. Axel Wengenroth über den aktuellen Stand der Bildung der Nachbarschaftsräume im Dekanat. Der Fokus liegt derzeit auf der Festlegung der Organisationsformen und der Namensgebung sowie dem Gebäudebedarfsentwicklungsplan. Zudem berichtete er zur Pfarrstellenbesetzung. Der stellvertretende Dekan, Benjamin Schiwietz, berichtete über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Gemeindepädagogik, der Prädikantenausbildung und der Zukunft der Ökumenischen Jugendkirche in Selters.

Dann erläuterte der stellvertretende Präses, Stephan Keßler, den Synodalen plausibel den Haushalt des Dekanats. Für die Planung des Haushaltsjahres 2025 ergibt sich ein Gesamtvolumen von rund 2.150.000 Euro. Wegen der Abschreibungen, zum Beispiel für Gebäude, entsteht auf Basis der Doppik ein Finanzierungsdefizit von knapp 7000 Euro. Keßler prognostizierte eine zukünftige Verschärfung der Finanzsituation. Denn erstmals sei die Zahl der Gemeindeglieder im Dekanat Westerwald unter die 50 000 Grenze, nämlich auf 49.345, gerutscht. Trotzdem sei die Gesamtsumme der Zuwendungen derzeit noch nicht vermindert, da das Volumen des Finanzausgleichs, den die Landeskirche gewährt, gestiegen sei. „Die Finanzlage ist somit enger, aber nicht besorgniserregend,“ führte der Finanzexperte aus. Nicht abgerufene Sachkostenpauschalen für nicht besetzte Stellen werden den diesjährigen Haushalt zusätzlich entlasten, prognostizierte Stephan Keßler. Das, von der Landeskirche gezahlte, Transformationsbudget zur Errichtung der Nachbarschaftsräume erfolgt 2025 nicht. Diesjährige Maßnahmen werden aus nicht verausgabten Mitteln der Jahre 2022 und 2024 finanziert. Die Schlussrate des Budgets zahlt die Landeskirche 2027. Der Haushaltsplan liegt für zwei Wochen im Dekanatsbüro in Westerburg, Neustraße 42, für Interessierte zur Einsicht aus.

Da Dekan Dr. Axel Wengenroth, in Ermangelung eines ehrenamtlichen Vorsitzenden, derzeit dessen Aufgaben kommissarisch übernehmen muss, wurde ein 6-minütiges Werbe-Video gezeigt, dass die Möglichkeiten des Präses-Amtes darstellt, hergestellt von der Öffentlichkeitsarbeit des Dekanates. Der Film ist auf dem YouTube-Kanal „evangelischimwesterwald“ zu sehen.

Im Anschluss stellte die Schwerbehindertenvertretung des Dekanats ihre Arbeit vor. Die Vertrauenspersonen sind Stephanie Weber (Altstadt) und Carsten Itzeck (Ransbach-Baumbach-Hilgert). Mit einem Segen entließ Dekan Dr. Wengenroth die Synodalen. Die Herbstsynode wird am 7. November 2025 um 17 Uhr in der Stadthalle Westerburg tagen.

Pressemitteilung des

Evangelischen

Dekanat Westerwald

Die Synode stimmt ab, vorne links Stephan Keßler, rechts Dekan Dr. Axel Wengenroth. Foto: Evangelisches Dekanats Westerwald

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