Allgemeine Berichte | 04.09.2026, 12:24 Uhr

„Heimat?Land!“ #014: Das Stadtmuseum: Abtauchen in Andernachs Geschichte

von Daniel Robbel

Foto: :pixabay.com
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Wer Andernach verstehen möchte, sollte nicht nur durch die Altstadt schlendern, sondern auch dem Stadtmuseum einen Besuch abstatten. Hinter den historischen Mauern des prachtvollen Hauses von der Leyen verbirgt sich eine Reise durch mehr als 2.000 Jahre Stadtgeschichte. Und die wird gier spannend erzählt und mit vielen Geschichten, die zeigen, wie aus einer römischen Siedlung eine der ältesten Städte Deutschlands wurde. Andernach, das „Tor zur Eifel“ am Rhein, blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Bereits die Kelten siedelten hier, bevor die Römer um die Zeitenwende den Truppenstützpunkt ANTVNNACVM errichteten. Später schützte ein mächtiges Kastell die Rheingrenze, fränkische Könige residierten in einer Pfalz und schließlich prägten die Kölner Erzbischöfe über Jahrhunderte die Geschicke der Stadt. Wer heute durch die Straßen Andernachs geht, begegnet dieser Geschichte an vielen Orten. Hier, im Stadtmuseum wird sie lebendig, greifbar und das ganz authentisch. Doch nicht nur die großen historischen Ereignisse stehen hier im Mittelpunkt. Es sind vor allem die Menschen, die Andernach zu dem gemacht haben, was es heute ist. Eine lebendige und lebenswerte Stadt mit reichen Traditionen. Das Museum erzählt von ihrem Alltag, ihrem Handwerk, ihrem Handel und ihrem Leben am Rhein. Zahlreiche Exponate lassen die Vergangenheit greifbar werden und machen deutlich, dass Geschichte weit mehr ist als Jahreszahlen und Namen.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts begannen engagierte Bürger, das kulturelle Erbe der Stadt zu bewahren. Aus dieser Leidenschaft entstand eine Sammlung, die bis heute stetig gewachsen ist. Seit 1936 ist sie im Haus von der Leyen untergebracht, einem beeindruckenden Bau der Spätrenaissance, der zwischen 1594 und 1600 errichtet wurde und selbst zu den bedeutendsten historischen Gebäuden Andernachs zählt. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs öffnete das Museum in den 1960er-Jahren erneut seine Türen und ist seitdem ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Bäckerjungenstadt, wie Andernach aufgrund einer für die Stadt wichtigen Sage genannt wird.

Besonders reizvoll ist im Museum das Zusammenspiel von Ausstellungsort und Ausstellung. Denn das Haus erzählt nicht nur die Geschichte Andernachs. Sie ist selbst ein Teil davon. Wer durch die historischen Räume geht, spürt schnell, dass Vergangenheit hier nicht hinter Glas verschwindet, sondern auf ganz besondere Weise erlebbar wird.

Wo geht’s hin: Stadtmuseum Andernach

Wo muss ich hin: Hochstraße 99, mitten in der historischen Altstadt von Andernach

Was nehme ich mit: Neugier auf über 2.000 Jahre Stadtgeschichte und etwas Zeit für eine spannende Reise durch die Vergangenheit!

Über „Heimat?Land!“

In der Kolumne „Heimat?Land!“ schreibt Daniel Robbel, BLICK aktuell-Journalist und prämierter Reisebuchautor (111 Orte im Ahrtal, die man gesehen haben muss, 111 Orte im Westerwald, die man gesehen haben muss, 111 Orte an der Sieg, die man gesehen haben muss) über die schönsten Ecken der Region – von Mittelrhein und Ahrtal bis in den Westerwald und das Siegtal.

Daniel Robbel. Foto: privat

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Foto: :pixabay.com

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