Allgemeine Berichte | 07.09.2017

Hort der Kindertagesstätte Mülheim-Kärlich/Platz Château-Renault

Hortis gingen den Handbakterien an den Kragen

Ein „ekelerregendes“, aber überzeugendes Handhygieneprojekt

Auf Nährböden kam zum Vorschein, welchen Bakterien die Kinder im Alltag ausgesetzt sind. privat

Mülheim-Kärlich. Hände sind häufig schmutzig, obwohl sie gar nicht schmutzig aussehen. Dieser Sache gingen die acht sechs- bis zehnjährigen „Hygieneexperten“ des Hortes Château-Renault im Rahmen des Handhygiene-Forscherprojektes auf den Grund. Regelmäßig trafen sich die vier Mädchen und vier Jungen im horteigenen „Forscherlabor“, um der Frage nachzugehen, warum denn das regelmäßige Händewaschen so stark von Bedeutung ist. Bereits zu Beginn des Projektes trugen die Kinder ihr bereits vorhandenes Wissen zum Thema zusammen: Es gibt gute und schlechte Bakterien. Zu viele Bakterien bestimmter Sorten können Menschen krank machen. Bakterien sind mit bloßem Auge nicht sichtbar.

Über Berührungen werden Bakterien mit den Händen auf Gegenständen und auch auf anderen Menschen verteilt und so weiter.

Mit „Agent Blitzblank“, einem vierminütigen Videofilm, erhielten die Hortis einen weiteren Einblick in die Welt der Viren- und Bakterien als auch eine erste leise Ahnung davon, was es mit dem von den Erwachsenen ständig propagierten Händewaschen auf sich hat. Im „Hortlabor“ überlegte das junge Forscherteam, wo sich wohl die schlimmsten Bakterienherde befinden und nahmen daraufhin Bakterienabklatschproben von schmutzigen Fingern, Geldmünzen, einer Türklinke und einer Klobrille, aber auch einem gewaschenen Finger.

Zwei Tage lang wurden die Bakterien in Brutkästen eines Krankenhauses, durch Unterstützung einer Hortmutter, gezüchtet und die Testergebnisse anschließend von den Kindern ausgewertet.

Das Ergebnis war gleichermaßen ekelerregend wie auch faszinierend: Auf der konvexen Oberfläche der Testplatten waren die Bakterien zu verschieden großen Schimmelpilzflechten herangewachsen.

Die Bakterientestplatteder gewaschenen Finger ließ lediglich kleine Schimmelpilzflechten erkennen, wohingegen die Testplatten „Geldmünze“, „Türklinke“, „Schmutzfinger“ und „Klobrille“ größere Schimmelpilze aufwiesen.

Zudem trumpfte die Testplatte „Klobrille“ mit einem üblen, Würgereize hervorrufenden Geruch.

Fest stand für das junge Expertenteam: Nach dem Toilettengang müssen die Hände unbedingt gewaschen werden! Ein weiteres Experiment fand mithilfe von Schwarzlichtlampen und einer Testlotion statt. Die Kinder rieben ihre Hände mit der speziellen Lotion ein und konnten unter dem Schwarzlicht helle Beläge beziehungsweise leuchtende Stellen an den Händen entdecken, die erkennen ließen, an welchen Stellen der Hände noch viele Bakterien sind und wo nicht.

Natürlich wurde auch das professionelle Händewaschen in acht Schritten ausgiebig trainiert. Ein Highlight war die horteigene „Seifenfabrik“, in welcher die Hortis selbst Seife herstellten.

Am Ende des Projektes erhielten die acht „Handhygiene-Inspektoren“ alle eine Urkunde für die hervorragende Forschungsarbeit. Mit viel Einsatz gaben sie ihr Wissen über die Handhygiene an die anderen Hortkameraden und –kameradinnen weiter.

Die Hortis wissen nun: Übertrieben werden sollte die Handhygiene natürlich auch nicht, doch zu bestimmten Zeiten geht es den Bakterien sozusagen mit der „Daily Soap“ an den Kragen!

Virginia Weber hat das Projekt im Rahmen ihrer Ausbildung zur Sozialassistentin geplant und mit den Kindern durchgeführt.

Auf Nährböden kam zum Vorschein, welchen Bakterien die Kinder im Alltag ausgesetzt sind. Fotos: privat

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