Allgemeine Berichte | 20.11.2019

Außerordentliche Mitgliederversammlung der KG Rievkooche in Bad Bodendorf

Im schlimmsten Fall droht das Aus

Bei der anstehenden Jahreshauptversammlung im Mai werden viele Vorstandsmitglieder nicht mehr antreten

Bad Bodendorf. Die Karnevalsgesellschaft „Rievkooche“ aus Bad Bodendorf wird zehn Jahre alt. Doch dem noch jungen Vereinsschiff droht so etwas wie akute Seenot und im absolut schlimmsten Fall das Aus.

Geschäftsführender Vorstand tritt nicht mehr an

Zum Hintergrund: Bereits jetzt steht fest, dass bei der Jahreshauptversammlung, die turnusgemäß erst im Mai 2020 ansteht, der komplette geschäftsführende Vorstand nicht erneut kandidieren wird. Aber auch bei den Stellvertretern und den Beisitzern gibt es Rückzugstendenzen. Aus diesem Grund hatte der Verein am Mittwochabend bereits frühzeitig zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung geladen, um die Weichen zu stellen. Die Gesamtlage stellten Vorsitzender Norbert Röhn und die emsige Geschäftsführerin Silke Diedrich dar. Beide betonten, dass es keinerlei Krach im Vorstand gebe und die Rücktrittswelle einfach ein sehr unglücklicher Zufall sei, der bei jedem einzelnen Vorstandsmitglied ganz eigene persönliche Gründe habe. „So blauäugig, zu glauben, eine solche große Anzahl von Vorstandsposten bei einer Jahreshauptversammlung einfach so neu besetzen zu können, sind wir natürlich nicht“, sprach Silke Diedrich Klartext.

Im Verlauf der sehr lebhaft ist geführten Diskussion des Abends klang auch schon einmal deutlich durch, dass der Vereinsvorstand sich bei der sehr umfangreichen Arbeit durch die Mitglieder manchmal etwas allein gelassen fühlte. Die Rievkooche sind ein sehr junger Bad Bodendorfer Verein, der nicht nur in Sachen Karneval im vergangenen Jahrzehnt für den einstigen Badeort an der Ahr aber sehr viel geleistet hat. Absolutes Prunkstück natürlich der alle zwei Jahre stattfindende Mondscheinumzug, mit dem man eine vollkommen neue und überaus erfolgreichen Form des Straßenkarnevals auf die Beine gestellt hat. Dieser Umzug sorgt für Aufmerksamkeit – nicht nur im gesamten Kreis Ahrweiler, sondern auch darüber hinaus, macht aber auch wie alle anderen Veranstaltungen sehr viel Arbeit.

Hohe Ansprüche und Erwartungen

Ortsvorsteher Alexander Albrecht, selbst „Vereinsmensch“ in alle Richtungen, fand vielleicht den Schlüssel zum Problem. „Bei der KG haben wir sehr früh die Messlatte sehr hochgelegt“, so Albrecht. Übersetzt heißt das: Die eigenen Ansprüche und die Erwartungshaltung der Jecken aus nah und fern sind sehr groß, machen aber eben nicht jene intensive Vorstandsarbeit aus, die im Verein kaum noch zu stemmen scheint,

Es wurde viel diskutiert, und es gab unter den rund 30 Teilnehmern (das war eine sehr erfreuliche Zahl, die das Interesse am Verein bekundet) bei der sachlich verlaufenen Diskussion auch eine ganze Reihe von Ideen. So zum Beispiel, die Arbeit durch die Einrichtung von Arbeitskreisen besser aufzuteilen und sich mehr mit den anderen Vereinen auch zu vernetzen. Herausgearbeitet wurde auch, dass die Kommunikation zwischen Vorstand und Mitgliedern nicht immer optimal funktioniert. Aber trotz allen Engagements gab es im kleinen Sitzungssaal des Bad Bodendorfer Hotels Maravilla natürlich keine wirkliche Lösung. Immerhin kleiner Hoffnungsschimmer: Ein Mitglied erklärte sich bereit, möglicherweise den Job der Schriftführerin zu übernehmen. Den Ernst der Lage hat man also bei den Rievkooche vorzeitig erkannt, zu Panik besteht keinerlei Anlass, bis zum Mai bleibt noch viel Zeit, aber wohl noch mehr Arbeit, um einen neuen Vorstand zu finden und das schlingernde Vereinsschiff wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen. Immerhin der Verein hat fast 180 Mitglieder.

BL

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