Allgemeine Berichte | 09.02.2022

Forstamt Koblenz: Weißtanne - eine heimische Baumart für die Zukunft

Klimastabile zukunftsfähige Wälder sind arten- und strukturreich

Hierzu stehen zahlreiche heimische Baumarten zur Verfügung, auch Nadelbaumarten wie zum Beispiel die Weißtanne

Förster Dietmar Ebi ist von den mächtigen Weißtannen beeindruckt, die auf dem Koblenzer Kühkopf zu finden sind.  Fotos: Landesforsten.RLP.de / Dietmar Ebi

Koblenz. „Strukturreiche Mischwälder unter Beteiligung mehrerer Nadelbaumarten sind mit hoher Wahrscheinlichkeit für einen Klimawandel gut gewappnet“, ist sich Dietmar Ebi vom Forstamt Koblenz sicher. „Die Weißtanne ist als Beimischung hervorragend geeignet“.

Für diese Tannenart war es jahrzehntelang in Rheinland-Pfalz zu trocken, zumindest nach gängiger Lehrmeinung. „Glücklicherweise können Bäume keine Lehrbücher lesen“, freut sich Förster Ebi. „So wuchsen landauf landab zum Teil mächtige Weißtannen heran und fühlten sich wohl“. Mittlerweile wissen die Waldbewirtschaftenden, dass sich die Weißtanne für wesentlich mehr Standorte eignet, als ursprünglich gedacht. Mit ihrer Herzwurzel erschließt sie tiefere Bodenschichten und ist somit deutlich besser gegen Sturm gewappnet.

Mit ihrer Schattentoleranz ist die Weißtanne eine sehr geduldige Baumart. So wächst sie im Schatten über Jahrzehnte nur minimal. Sobald sie jedoch ausreichend Licht erhält, wächst sie flott nach oben. Der Nachteil dieses geduldigen Wachstums ist, dass diese relativ seltene Baumart sehr lange dem Wildverbiss ausgesetzt ist. Dies bedeutet, dass z. B. Rehe sehr lange die Hauptknospe, die sogenannte Terminalknospe, erreichen und fressen können. Um ausreichend natürliche Tannenverjüngung zu erhalten, muss entweder stark bejagt werden oder aufwendige Schutzmaßnahmen müssen ergriffen werden.

Für die Mischung mit anderen Baumarten ist Abies alba, das ist der botanische Name für die Weißtanne, durch ihre geduldige Lebensweise optimal geeignet. Zahlreiche Dauerwälder, wie sie z. B. im Schwarzwald vorkommen, stellen dies unter Beweis. Die zum Teil über dreihundert Jahre alten Schwarzwaldhöfe sind Zeugnis dafür, dass das Tannenholz für konstruktive Verwendungen ideal geeignet ist … und nicht nur dafür!

Was die meisten Bürgerinnen und Bürger als Tanne bezeichnen, sind üblicherweise Fichten. „Das ist wie beim Bier Tannenzäpfle aus dem Schwarzwald. Trotz des Namens sind auf dem Etikett hängende Fichtenzapfen abgebildet“, amüsiert sich Dietmar Ebi. „Die Tannenzapfen stehen auf dem Zweig“.

Weitere Informationen zum Thema Wald unter www.koblenz.wald.rlp.de.

Pressemitteilung des

Forstamtes Koblenz

Klimastabile zukunftsfähige Wälder sind arten- und strukturreich
Klimastabile zukunftsfähige Wälder sind arten- und strukturreich

Förster Dietmar Ebi ist von den mächtigen Weißtannen beeindruckt, die auf dem Koblenzer Kühkopf zu finden sind. Fotos: Landesforsten.RLP.de / Dietmar Ebi

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