Allgemeine Berichte | 09.09.2017

Lehrfahrt des Kreiswaldbauvereins Neuwied

Kulturlandschaft und Wildnis in Einem

Exkursionsteilnehmer besuchten den Nationalpark Hunsrück-Hochwald sowie das Edelsteinhaus Hess

Informationen zum Nationalpark wurden von den Teilnehmern dankbar aufgenommen. privat

Neuwied/Linz. Schon früh am Morgen trafen sich vor Kurzem mehr als 50 Teilnehmer der diesjährigen Lehrfahrt des Kreiswaldbauvereins Neuwied in Linz an ihrem Ausflugsbus, um zu einer ganztägigen Exkursion in den Nationalpark Hunsrück-Hochwald zu starten. Die Vorsitzende Dr. Gisela Born-Siebicke zeigte sich insbesondere bei dem Vorstandskollegen Uwe Werner für die engagierte Vorbereitung dieser Tagesfahrt, in der waldbauliche Themen eng mit Fragen des Naturschutzes und der Ausweisung von Großschutzgebieten verbunden werden sollten, erkenntlich.

Bei gutem Reisewetter erreichte die Exkursion nach eineinhalbstündiger Fahrt über das Rheintal und die Hunsrückhöhenstraße den ersten grenzüberschreitenden Nationalpark von Rheinland-Pfalz und dem Saarland in der Nähe von Birkenfeld. Zertifizierte Nationalparkführer erläuterten Lage und Zielsetzung dieses Schutzgebietes, welches fast ausschließlich auf Staatswald in einer Größe von 10.000 ha 2015 entstanden ist. Es umfasst eine typische Mittelgebirgslandschaft, die am Erbeskopf über 800 m Höhenlage erreicht. Hohe jährliche Niederschläge von bis zu 1100 mm bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von nur 7 bis 8 Grad Celsius bestimmen die Natur des Nationalparks. Altholzreiche Buchenwälder mit eingestreuten Hangmooren, den sogenannten Brüchern, sind typisch für diesen Landschaftstyp. Noch dominieren aber Nadelwaldbestände diese alte Kulturlandschaft, die bereits unter Kelten und Römern intensiv land- und forstwirtschaftlich, aber auch für den Erzabbau, die Eisengewinnung und -weiterverarbeitung genutzt wurde.

Da es sich bei dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald um einen Entwicklungsnationalpark handelt, wird es interessant sein, welche Baumartenzusammensetzung nach 30 oder 40 Jahren erreicht sein wird. Insbesondere wird es die Frage sein, ob sich die Buche in den Höhenlagen ab 600 m tatsächlich gegen die Fichte durchsetzen kann. Auf großes Interesse bei den Waldbäuerinnen und Waldbauern aus Neuwied stießen auch die Erläuterungen zur Entwicklung der Rot-, Schwarz- und Rehwildbestände im Nationalpark sowie im umgreifenden Naturpark Hunsrück. Auch Wildkatze und Schwarzstorch sind dort heimisch, ergänzt um viele Arten, die Moore und Waldwiesen besiedeln, wie etwa Wollgras, Narzissen und Arnika. Gerade das Erlebnis dieser vielfältigen Fauna und Flora soll den Tourismus und die regionale Entwicklung im Hunsrück ankurbeln. Wie sich dieses Ziel (mit steigenden Besucherzahlen, vor allem Wanderern, Radfahren und Reitern) mit dem Naturschutzanliegen des Nationalparks verbinden lässt, das wird wohl die große Herausforderung für die neue Nationalparkverwaltung.

Die Exkursionsteilnehmer konnten sich in Birkenfeld und den umliegenden Nachbargemeinden davon überzeugen, dass die Angebote für Tages- und Kurzurlauber mittlerweile sehr attraktiv sind. Nicht nur gut ausgebaute Wanderwege, sondern auch Restaurants mit regionalen Produkten und die Besichtigungsmöglichkeit zahlreicher Kulturdenkmäler laden zum Verweilen ein. Genau davon machten die Waldbauer aus Neuwied ausgiebig Gebrauch, um sich über die waldbaulich durchaus konfliktträchtige Ausweisung von Schutzgebieten auszutauschen, aber auch Vergleiche zwischen artenreichen und nachhaltig genutzten Privatwäldern mit unter Schutz gestellten Wäldern anzustellen. Ergänzt wurde die Waldbauexkursion durch einen Besuch in dem Edelsteinhaus Hess in Kirschweiler. Hier konnten sich die Besucher in den ausgedehnten Schau- und Verkaufsräumen über die Vielfalt und die hohe Handwerkskunst dieses wichtigen Wirtschaftszweiges der Region mit Weltgeltung durch eigenes Erleben überzeugen. Bei einer fachmännischen Führung erlebten sie anschaulich mit, wie aus einem unscheinbaren Rohling ein funkelnder Edelstein entsteht. Dass die Besucher und Besucherinnen das Edelsteinhaus mit fröhlichem Sinn verließen, lag sicher nicht nur an dem Gastgeschenk, das der Hausherr jedem Besucher überreichte.

Eine rege Diskussion des Erlebten bestimmte die Heimfahrt bis nach Neuwied und Linz bei einem erfreulich angenehmen Sommerabend.

Informationen zum Nationalpark wurden von den Teilnehmern dankbar aufgenommen. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Biker: Ich bin den Radweg am Wochenende gefahren. Tatsächlich fragt man sich, warum man keinen Weg nach Mayen gefunden hat. Als Ortskundiger war das zwar kein Problem, aber darum geht es ja nicht. Von Mayen...

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 6

  • Annette Saal: In Nickenich, Montfort L‘ Amaury Platz
  • Schmitz, P: Die illegale Abfallentsorgung nimmt leider Überhand. Habe schon mehrere Male Firmenmitarbeiter von ausländische klingenden Firmen bei mir am Glas Container in der Straße aufgefordert ihren Müll wieder au zu laden.
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Hausmeister, bis auf Widerruf
Anlagenmechaniker
Innovatives rund um Andernach
Fahrer für Schülerverkehr
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0313#
Innovatives rund um Andernach
Mitarbeiter/in Patientenanmeldung
Empfohlene Artikel
BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 7
66

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Dr. Bert Droste-Franke und Daniel Gronwald bei der Begrüßung der Gäste.  Foto: ROB
19

Sinzig. Beim siebten Treffen des regionalen Katastrophenschutz-Netzwerks H-Kat-Net stand in Sinzig ein Thema im Mittelpunkt, das angesichts zunehmender Extremwetterereignisse immer mehr an Bedeutung gewinnt: die frühzeitige Warnung vor Hochwasser- und Starkregenlagen sowie moderne Möglichkeiten der Strömungsrettung. Eingeladen hatten die Initiatoren Daniel Gronwald, Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbandes Sinzig und Dr.

Weiterlesen

Gute Laune beim Schützenfest.  Foto: privat
27

Sinzig. Zum traditionellen Schützenfest trafen sich die St. Hubertus-Schützen am Sonntag zum Antreten und Festzug zu Ehren Seiner Majestät Matthias IV. in der Rheinstraße am Hause des Königs. Pünktlich um 14.00 Uhr hieß es „Schützen stillgestanden“, und unter dem Kommando von Hauptmann Hans-Peter Floter sowie unter den Klängen der Blaskapelle schritt seine Majestät die Front ab. Durch die Stadt ging es auf kurzem Wege zum Schützenplatz zu Füßen des Mühlenberges.

Weiterlesen

Weitere Artikel
„Für dich. Für uns. Für alle“ war das Motto des Ehrentages.Fotos: WAMFO.DE
8

Breslauer Platz in Andernach erstrahlt in neuem Glanz

Bürgerinnen und Bürger packten mit an

Andernach. Am bundesweiten Ehrentag am 23. Mai 2026 verwandelte sich der Breslauer Platz in Andernach in eine lebendige Baustelle des bürgerschaftlichen Engagements. Unter dem offiziellen Motto „Für dich. Für uns. Für alle.“ packten zahlreiche Freiwillige, lokale Vereine und die Klima-Werkstatt Andernach gemeinsam an, um das Areal in der Südstadt grundlegend zu modernisieren. Die bundesweit von Bundespräsident...

Weiterlesen

Auf dem Programm standen eine Sprintdisziplin, der Zonen-Weitsprung sowie eine Wurfübung mit dem 80-g-Schlagball.  Foto: K. Doetsch
32

Bundesjugendspiele 2026 der Astrid-Lindgren-Schule standen ganz im Zeichen von Teamgeist, Fairness und gemeinsamer Freude an Bewegung

Laufen, Springen, Jubeln – ein unvergesslicher Sporttag an der Grundschule Rheinbrohl

Rheinbrohl. Am 22. Mai fanden bei schönstem Wetter die Bundesjugendspiele 2026 der Klassen 1 bis 4 an der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl statt. Auf dem Sportgelände wurde gesprintet, gesprungen, geworfen, angefeuert und gemeinsam gefeiert. Die Kinder zeigten dabei nicht nur sportlichen Ehrgeiz, sondern vor allem Fairness, Motivation und großen Teamgeist.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: Adobe Stock
41

Region. Wir von BLICK aktuell möchten wissen, wo in eurer Heimatstadt oder Kommune der Schuh drückt! Aus diesem Grund haben wir die neue Serie „HeimatCheck“ ins Leben gerufen. Ob kleine Ärgernisse oder große Probleme: Schreibt uns, was euch bewegt, und wir berichten für euch! Handlungsbedarf gibt es eigentlich immer, sei es bei:

Weiterlesen

Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Schulze Klima -Image
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Kirmes in Weißenthurm
Bauschutt-Container Anzeige
Kirmes in Weißenthurm
Koblenz Fashion Show
Betreuungskraft
Stellenanzeige - diverse Stellen
Titelanzeige
Rückseite o. B. Vorauskasse
Dorffest in Bell