Informative Stadtteilführung des Caritasverband Koblenz
Lützeler entdeckten „ihren“ Stadtteil
Koblenz-Lützel. Nach der tollen Resonanz in der Vergangenheit fand eine weitere Stadtteilführung in Lützel statt.
Der ehrenamtliche Stadtteilführer Hans-Werner Seul kennt Lützel wie seine Westentasche und nahm die Gäste mit zu einem informativen und kurzweiligen Rundgang.
Los ging es am Stadtteiltreff der Caritas in der Mayener Straße. Zunächst gab es interessante Einblicke in die Lützeler Geschichte. So war es den wenigsten der Teilnehmer bekannt, dass im Jahre 1138 in der Kirche St. Peter, am heutigen Schüllerplatz gelegen, der Staufer Herzog Konrad von Schwaben als Konrad III. zum deutschen König gewählt wurde.
Geschichte pur gab es ebenfalls an der Feste Franz und rund um das Bahnhofsgelände, zu erleben. Mit dem Bau der Festungsanlagen vor 200 Jahren und der beginnenden Industrialisierung mit dem Siegeszug der Eisenbahn siedelten viele Arbeiterfamilien dort an. Es entstanden unzählige Häuser in einfacher Bauweise beziehungsweise Fachwerk, damit sie im Verteidigungsfall schnell abgerissen werden konnten.
Warum gab es in Lützel zwei Grundschulen?
Im weiteren Verlauf führte der Weg durch „Alt-Lützel“, wo es sehenswerte Einblicke und Anekdoten zu Gebäuden an der Ringmauer und der Maria Hilf-Straße gab. So existierten nicht nur zwei Grundschulen, sondern auch der Pausenhof wurde zu früheren Zeiten strikt getrennt, damit katholische und evangelische Kinder nicht miteinander in Kontakt kamen. Dann ging es zur nahe gelegenen Balduinbrücke, seit jeher eine wichtige Verkehrsader für den Stadtteil. Hans-Werner Seul berichtete schmunzelnd, alt eingesessene Lützeler legten großen Wert darauf, dass die Brücke von Lützel nach Koblenz gebaut wurde und nicht umgekehrt. Zum Abschluss gab es Hintergrundinformationen zum Lützelhof, der als eines der ersten Gebäude in Lützel nach der Aufhebung des Rayongesetzes entstand. Feste Bauweise war ab 1889 in Lützel erlaubt. Der Lützelhof war seinerzeit ein sehr modernes Gebäude mit eigenen Toiletten im Haus.
Neben dem Applaus der begeisterten Teilnehmer freute sich Hans-Werner Seul über Spenden in Höhe von 175 Euro für ein neues Projekt des Arbeitskreises „Lützeler Geschichte lebendig halten“. Der Arbeitskreis möchte am Ort der früheren St. Antoniuskirche eine Gedenktafel für die in der Nazizeit aus Lützel deportierten Juden errichten. „Wir bedanken uns bei Herrn Seul für sein ehrenamtliches Engagement“, sagte Caritasmitarbeiterin Ulrike Bourry. „Alle Gäste erlebten schöne und interessante Dinge im Stadtteil, die man im Alltag so einfach nicht wahrnimmt.“
Pressemitteilung des
Caritasverband Koblenz e.V.
