Allgemeine Berichte | 23.04.2019, 15:53 Uhr

Eifelverein Sinzig war auf Tour

Marburg ist eine Reise wert

Wilfried und Traudl Arenz organisierten einen schönen und erlebnisreichen Tag

Das Gruppenfoto entstand vor Schloss Rauschholzhausen im Lahntal. Foto: privat
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Sinzig. Einen besonderen Leckerbissen in seinem Programm hatte kürzlich der Eifelverein Sinzig. Zahlreiche Wanderer und „Nichtmehr-Wanderer“ verbrachten einen erlebnisreichen Tag in Marburg.

Den Ruf eine der schönsten Städte zu sein, verdankt Marburg seiner Altstadt mit den liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern aus verschiedenen Epochen. Hier Oberstadt genannt, erstreckt sie sich malerisch hoch über der Lahn, gekrönt vom mächtigen Landgrafenschloss.

Aufgeteilt in zwei Gruppen, erlebten die Eifelfreunde während eines zweistündigen Rundgangs durch die steilen, verwinkelten Gassen eine Reise in die Vergangenheit. Sie lernten die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennen und machten Bekanntschaft mit ihren bedeutendsten Persönlichkeiten. Zwei Ereignisse beeinflussten entscheidend die Geschicke der Stadt. Elisabeth, Landgräfin von Thüringen, wählte Marburg 1228 als Witwensitz. Sie ließ ein Hospital bauen, widmete sich der Pflege von Armen und Kranken und starb mit 24 Jahren. Noch vor Ihrer Heiligsprechung strömten tausende Pilger zu ihrem Grab. Sie machten Marburg zu einem bekannten Wallfahrtsort und schufen die finanzielle Basis für den Bau der Elisabethkirche. Als erste rein gotische Hallenkirche auf deutschem Boden, kommt ihr eine besondere Bedeutung zu.

Eine zweite „Blütezeit“ bescherte Landgraf Philipp „der Großmütige“, der Stadt. Er bekannte sich zur Lehre Luthers und gründete 1527 die erste protestantische Universität, die seit dieser Zeit für Marburg der wichtigste Wirtschaftsfaktor war und bis heute geblieben ist. Als größter Arbeitgeber und Studienort für mehr als 20.000 junge Menschen ist Marburg ohne sie nicht denkbar.

Neben den Nobelpreisträgern Emil von Behring und Otto Hahn und anderen studierten hier auch die Gebrüder Grimm von 1802 bis 1805 Rechtswissenschaften. Sie begannen in Marburg die heute weltbekannten Märchen zu sammeln. Wer auf Spurensuche geht, entdeckt in luftiger Höhe an Häusern, Treppen und Mauern viel „Märchenhaftes“. Froschkönig, der Schuh von Aschenputtel, das Spieglein an der Wand und auch der Wolf mit den sieben Geißlein lassen nicht nur Kinder staunen.

Schon von Ferne bestimmt das Landgrafenschloss die Silhouette der Stadt. Wer den imposanten Bau auf dem 287 Meter hohen Schlossberg besuchen will, braucht gute Puste. „Es sind mehr Treppen auf den Straßen als in den Häusern“ bemerkten schon die Gebrüder Grimm. Die geübten Eifelwanderer meisterten den anspruchsvollen Aufstieg. Nach einem informativen Rundgang erfreuten sich alle an der herrlichen Aussicht auf das Lahntal und das Dächergewirr der Altstadt.

Reges Treiben herrschte auf dem Marktplatz, der mit dem historischen Rathaus (erbaut 1512 bis 1527) noch heute Mittelpunkt der Stadt ist. Hier trafen beide Gruppen zusammen und es gab genügend Zeit um in das quirlige Leben Marburgs einzutauchen und seine Schönheit auf eigene Faust zu entdecken. Überraschendes bot die Weiterfahrt. Im Kaminzimmer des Schlosses Rauschholzhausen erwartete die Eifelfreunde „Paulines Kaffee-Tafel“. Die Süßmäuler kamen voll auf ihre Kosten. Eine kleine Führung durch die Schlossräume vermittelte Wissenswertes und ein Spaziergang durch den Schlosspark rundete diese außergewöhnliche Einkehr ab. Wieder einmal ist es Wilfried und Traudl Arenz hervorragend gelungen, der „Eifelvereinsfamilie“ mit dieser Busreise einen schönen und erlebnisreichen Tag zu bereiten.

Das Gruppenfoto entstand vor Schloss Rauschholzhausen im Lahntal. Foto: privat

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