Allgemeine Berichte | 16.01.2023

Der 13-Jährige Maurice Noel Riedl aus Andernach-Miesenheim leidet unter einem seltenen Gendefekt

Maurice möchte mit Delfinen schwimmen

Andernach-Miesenheim. Maurice Noel Riedl aus Andernach ist ein ganz normaler Junge. Der aufgeweckte 13-Jährige lacht gerne und mag es, mit seinen Schulfreunden Zeit zu verbringen - so, wie es für junge Teenager eben üblich ist. Doch mittlerweile merkt Maurice, dass er doch ein wenig anders ist als seine gleichaltrigen Mitschüler in seiner Schule in Neuwied. Geistig ist der Andernacher auf dem Stand eines drei- oder vierjährigen, denn Maurice hat das PURA-Syndrom, einen extrem seltenen Gendefekt, der erst vor wenigen Jahren das erste Mal medizinisch beschrieben wurde. „Am Anfang hat Maurice sehr wenig getrunken“, beschreibt Sabrina Riedl, Maurices Mutter, die ersten Symptome. „In der Zeit danach kam eine muskuläre Hypotonie, ein ausgeprägte Muskelschwäche dazu, die dazu führte, dass Maurice erst im Alter von zwei Jahren erste Krabbelversuche unternahm“, erklärt Maurice´ Mutter. Erst im Alter von fünf Jahren konnte er sitzen und laufen. Eine kognitive Störung führt dazu, dass Maurice bis heute nicht sprechen kann.

Eine heimtückische Krankheit

Für die heimtückische Krankheit namens PURA gibt es bis heute keine Behandlungsmethode und keine Heilung. Durch die Seltenheit der Krankheit war eine Diagnose schwierig und Familie Riedl hatte eine echte Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich, bis das PURA-Syndrom überhaupt zum Thema wurde. Auch Untersuchung mit dem MRT hatten lange keine endgültige Klarheit gebracht.

Als schließlich Mediziner die Diagnose stellten, war dies für die Familie eine wichtige Etappe. Doch leider bleibt das PURA-Syndrom nicht nur nicht heilbar: Im Laufe der Jahre könnten noch weitere Symptome hinzukommen, wie beispielsweise eine Schlafapnoe oder Epilepsie. Ob es wirklich so weit kommt, ist nicht gesichert. Doch die Angst vor der Zukunft ist stets präsent. Eine weitere, wichtige Entwicklung macht Maurice gerade jetzt durch. Der fröhliche Junge merkt, dass andere Gleichaltrige ein anderes Leben führen. Und auch, dass er ein Leben lang Hilfe benötigen wird. „Das sorgt für Frust“, bemerkt Mutter Sabrina. Deshalb möchte Maurice zur Zeit häufig gerne allein sein und der 13-Jährige strampelt sich praktisch los. Das sorgt manchmal für eine „dicke Lippe“, denn Maurice ist aufgrund der Muskelschwäche nicht standsicher und stößt sich häufig an und verletzt sich dabei.

Neue Therapie macht Hoffnung

Auch wenn die Situation schwierig und der Alltag herausfordernd ist, gibt es noch Hoffnung. Über einen Arzt kamen die Riedls mit dem Verein „delfine therapieren menschen e.V.“ mit Sitz in Düsseldorf in Kontakt. Im Rahmen einer Delfintherapie auf der Karibikinsel Curaçao können Kinder mit schweren Krankheiten Zeit mit den einfühlsamen Meeressäugern verbringen. Die Familie Riedl erhofft sich viel von dieser speziellen Therapie. Denn es waren bestimmte Schlüsselerlebnisse, die Maurice in der Vergangenheit weiter brachten. Am Anfang wollte Maurice - wie erwähnt - nicht richtig trinken. Erst als er das Trinkverhalten anderer Kinder bemerkte, machte es „Klick“ und schon klappte es mit der Nahrungsaufnahme besser. Einen ähnlichen Effekt wünschen sich Riedls nun auch von der Delfintherapie, zum Beispiel in Bezug auf die kognitiven Fähigkeiten und das Sprachvermögen von Maurice.

Einmal mit Delfinen zu schwimmen der große Traum des 13-jährigen Andernacher. Leider gibt es einen Haken: Curaçao ist weit weg, eine Reise und eine Therapie ist teuer. Deshalb ist die Familie Riedl dringend auf Spenden angewiesen, um Maurices Traum zu erfüllen. Bisher ist die Resonanz super: So spendete eine Andernacher Apotheke bereits stolze 1000 Euro und möchte auch weiter für Maurice sammeln. Davon inspiriert zeigten auch die Kicker des 1. FC Miesenheim Herz und spendeten weitere 1700 Euro. Nun sucht die Familie noch weitere Unterstützer. Informationen zu Maurice, seiner Krankheit und der Delfintherapie gibt es bei Facebook („Mein Leben mit PURA - Ich bin Maurice“) und unter der E-Mail-Adresse.mein-leben-mit-pura@web.de.

Informationen zur Delfintherapie unter www.delfine-therapieren-menschen.de.

ROB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 3

  • Carmen Busch: Das Foto wurde am Linzer Fähranleger aufgenommen. Die Fähre liegt gerade in Kripp
  • Claus Wiest: Das Foto zeigt die Rheinfähre Linz-Remagen, aufgenommen von der Anfahrt auf der Linzer Seite mit Blick auf den Ort Kripp.
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
Dauerauftrag 2026
Werksverkauf Anhausen
Dachdecker (m/w/d)
Shopping Genuss Abend Ahrweiler / o.B. Sponsoring
10 Jahre NoWi
AZ_Gelenk 2026
Door To Door Anzeige
Jubiläum
Empfohlene Artikel
Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
70

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: ROB
4012

Für verunglückte Männer kam jede Hilfe zu spät

03.05.: Horrorfund auf Feldweg: Jogger findet zwei tote Quadfahrer

Laubach (Simmern). Am Sonntag, den 03.05.2026, gegen 17:10 Uhr, fand ein Jogger auf einem Feldweg westlich der Ortschaft 56288 Laubach (Rhein-Hunsrück-Kreis) ein verunfalltes Quad vor. Bei dem Quad konnten zwei augenscheinlich schwerst verletzte männliche Personen aufgefunden werden. Trotz umgehend eingeleiteter Rettungsmaßnahmen konnte nur noch der Tod der beiden verletzten Personen festgestellt werden.

Weiterlesen

Auch ein historisches Feuerwehrfahrzeug konnte besichtigt werden. Foto: DU
46

Feuerwehr Bad Bodendorf öffnete ihre Türen

Beliebtes Familienfest bot Einblicke in Technik und Einsatz

Bad Bodendorf. So, wie die Menschen froh sind, wenn sie von der Feuerwehr Hilfe in den unterschiedlichsten Notsituationen erfahren, freut sich die Feuerwehr – sozusagen im „Gegenzug“ - über regen Besuch ihrer Veranstaltungen. Das früher oft gehörte Motto „Wir kommen zu ihnen, wenn es brennt, kommen sie zu uns, wenn wir feiern“, nahmen sich am Maifeiertag zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Bad Bodendorf,...

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Dauerauftrag Imageanzeige
Holz Loth-Entsorgung
Schulze Klima -Image
Minijob
Innovatives rund um Andernach
Tag der offenen Tür FFW Königsfeld
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Zukunft trifft Tradition KW 18
Titelanzeige
Innovatives rund um Andernach
Biergarteneröffnung
Image
Innovatives rund um Andernach