Allgemeine Berichte | 07.12.2020

BLICK aktuell sprach mit Intendant Daniel Ris

Mayener Burgfestspiele werden für 2021 geplant

Schauspieler, Besucher und alle Verantwortlichen hoffen auf die Aufführungen in 2021, um wieder Kultur wie in 2020 bei der „The Rocky Horror Show“ erleben zu können.Foto: Manstein

Mayen. Bis weit über die Grenzen von Mayen hinaus, sind die Burgfestspiele bekannt und beliebt. Aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie musste die Spielzeit 2020 bekanntlich ausfallen. Während einer Stadtratssitzung wurden die Weichen seitens der Mayener Verwaltung Richtung 2021 gestellt. BLICK aktuell sprach mit Intendant Daniel Ris, wie die momentanen Planungen aussehen.

BLICK aktuell: Herr Ris, der Stadtrat hat die Weichen für die kommende Spielzeit gestellt. Wie weit stehen die städtischen Gremien hinter einer Durchführung der Burgfestspiele 2021? Ist man auf finanzielle Defizite vorbereitet und wer trägt diese?

Daniel Ris: Die Burgfestspiele haben normalerweise einen hohen Grad der Eigenfinanzierung und erwirtschaften ihren Etat zum überwiegenden Teil durch Ticket-Einnahmen selbst. Darüber hinaus gibt es natürlich die Zuwendungen der Stadt Mayen, des Landes und von unseren Sponsoren. Sollten als Teil von etwaigen Corona-Schutzverordnungen im kommenden Sommer Abstandsregeln im Zuschauerraum gelten, wird es aber eventuell nicht möglich sein unser gesamtes Kartenkontingent anzubieten. Damit sinken auch die zu erwartenden Einnahmen. Träger der Burgfestspiele ist die Stadt Mayen. Diese müsste in einem solchen Fall daher den Einnahmeverlust ausgleichen. Außerdem können eventuell notwendige besondere Maßnahmen zur Umsetzung von Schutzverordnungen den Etat der Festspiele zusätzlich belasten. Die notwendige Zuwendung der Stadt könnte sich dadurch verdoppeln. Über diese Situation haben die städtischen Gremien in den letzten Wochen ausführlich beraten. Im Ältestenrat, im Kulturausschuss, im Haupt- und Finanzausschuss und nun auch im Stadtrat war die Unterstützung für unsere Saison 2021 einstimmig. Der Beschluss vom April, die ausgefallene Saison 2020 im kommenden Sommer nachzuholen, wurde eindrucksvoll bestätigt. Das ist für uns eine große Freude und sehr ermutigend. Denn es ist ein starkes Zeichen für die Bedeutung der Burgfestspiele in der Stadt und der Region und ganz allgemein der Kultur für unsere Gemeinschaft – auch und besonders in Zeiten der Krise.

BLICK aktuell: Man kann zur Zeit die weiteren Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht abschätzen. Welche Maßnahmen müssen schon jetzt ins Auge gefasst werden? Welche Vorkehrungen müssen getroffen werden?

Daniel Ris: Sollte es im kommenden Sommer für die Freilicht-Theater Corona-Schutzverordnungen geben, werden die Burgfestspiele diese selbstverständlich vollumfänglich für das Publikum und das Team umsetzen. Grundsätzlich sind Freilichtbühnen etwas besser dran als Theater in geschlossenen Räumen. Aber auch uns können mögliche Maßnahmen sowohl auf und hinter der Bühne als auch im Zuschauerraum betreffen. Wir orientieren uns bei der Planung derzeit an den Einschränkungen, die es in bisherigen Schutzverordnungen gibt oder gab. Mit der Verwaltungsleitung und dem Technischen Leiter haben wir im Team bereits verschiedene Szenarien beraten und durchkalkuliert. Im Etat wurden speziell für derartige Maßnahmen vom Stadtrat jetzt rund 60.000 Euro zusätzlich eingestellt.

BLICK aktuell: Gibt es alternative Pläne, die eventuell in der Schublade liegen und bei Bedarf greifen könnten, um einer erneuten Absage für 2021 vorzubeugen? Abgesehen davon wie die Richtlinien der Landesregierung dann aussehen.

Daniel Ris: Für eine erneute Absage sehe ich derzeit Gott sei Dank keinerlei Grundlage. Wir versuchen auf alles, was an Maßnahmen vielleicht nötig werden kann, so gut als möglich vorbereitet zu sein. Beispielsweise könnte es sinnvoll sein, im Team täglich Schnelltests durchzuführen. Im Falle von Abstandsregeln auf der Bühne wäre die Positionierung unserer 5-köpfigen Live-Band für die Produktion „Carmen“ zu überdenken. Wir haben viele Einzelmaßnahmen bereits besprochen. Unser gesamtes Team wird in jedem Fall alle Flexibilität und Kreativität einsetzen, um den Festspielsommer 2021 zu ermöglichen. Zum Schutz unser aller Gesundheit werden beim Festspielbesuch eventuell auch für unser Publikum Änderungen und Einschränkungen notwendig. Es ist beispielsweise denkbar, dass auf der Tribüne Maskenpflicht gilt oder, dass wir ohne Pause spielen um eine „Einbahn-Lösung“ für den Publikumsverkehr umzusetzen. Aber ich denke, wenn wir alle der Situation konstruktiv und in gegenseitiger Rücksichtnahme begegnen, dann wird auch die Saison 2021 ein anregendes, schönes Gemeinschaftserlebnis sein können. Unser Publikum wird Verständnis haben. Davon bin ich überzeugt.

BLICK aktuell: Die geplanten Stücke „Die Schöne und das Biest“, „Pension Schöller“, „Carmen“, „Der Zuckertoni“ und „Kunst“ werden aufgeführt. Wer werden die Darsteller sein? Konnten die Darsteller aus 2020 auch für 2021 verpflichtet werden?

Daniel Ris: Oh ja! Alle Schauspielerinnen und Schauspieler konnten auch für den kommenden Sommer gewonnen werden. Die Verträge wurden schon kurz nach der Absage der Saison 2020 geschlossen. Die meisten Darstellerinnen und Darsteller des Ensembles sind dem Festspiel-Publikum bestens bekannt und waren auf unseren Bühnen schon in großen Rollen zu bewundern. Die genauen Besetzungen der Stücke sind bereits auf unserer Homepage veröffentlicht. Und auch die Regisseurinnen und Regisseure der Stücke sind bereits unter Vertrag. Das ganze Team hat den Theatersommer 2020 schmerzlich vermisst. Umso mehr freue ich mich schon jetzt auf die Arbeit mit diesen wunderbaren Künstlerinnen und Künstlern.

BLICK aktuell: Wie sieht der Fahrplan nun aus? Können Interessierte jetzt schon Karten erwerben und wann beginnen traditionell die ersten Proben?

Daniel Ris: Unser Bürgerbühnen-Ensemble für „Der Zuckertoni“ probt schon seit September wieder. Derzeit natürlich leider nur online im Video-Chat. Unsere regulären Proben mit dem Ensemble beginnen wie immer mit dem Familienstück – und zwar am 26. April 2021 mit „Die Schöne und das Biest“. Wir arbeiten derzeit intensiv an einem besonderen Konzept für den Vorverkauf. Die Planung sieht vor, dass es ab Ende Januar möglich sein wird, Tickets für die kommende Saison zu buchen. Sowohl online über unsere Homepage als auch telefonisch oder per E-Mail im direkten Kontakt mit unserer Vorverkaufsstelle im Bell Regional Touristikcenter kann man dann nach Wunsch Tickets für eine bestimmte Vorstellung in der gewählten Kategorie reservieren. Hierbei werden zunächst eingeschränkte Kontingente freigegeben, die auch bei einem möglicherweise durch Abstands-Verordnungen eingeschränkten Platzangebot den Besuch bei uns sichern. Die Zuweisung der konkreten Sitzplätze als auch der Ausdruck und Verkauf der Karten kann aber erst erfolgen, wenn die während unserer Spielzeit möglicherweise gültigen Verordnungen absehbar sind. Wir können dann möglichst flexibel auf das zu Beginn der Spielzeit zulässige Platzkonzept reagieren. Natürlich hoffen wir aber trotzdem, dass es dann doch keine Einschränkungen geben wird und wir alle Plätze zum Verkauf freigeben können.

BLICK aktuell: Nach den überaus erfolgreichen Jahren Ihrer Intendanz, werden Sie die Festspiele im September 2021 nach dann fünf Jahren verlassen. Was bedeutet die besondere Situation jetzt für Sie ganz persönlich?

Daniel Ris: Der Ausfall mit Verschiebung der Saison um ein Jahr bedeutet auch, dass meine bereits konzipierte eigentliche „Abschieds-Saison“ gar nicht stattfinden wird. Das ist für mich und das Ensemble natürlich sehr schade. Durch den Ausfall ist mir aber auch noch bewusster geworden, wie dankbar ich für die wunderbaren Spielzeiten der vergangenen drei Jahre bin. Wir spielen nun 2021 das Programm meiner eigentlich vorletzten Spielzeit, und der jüngste Stadtratsbeschluss erlaubt es uns, alle Vorbereitungen dafür zu treffen. Das ist gut. Denn auch dieser Spielplan ist mir eine Herzensangelegenheit. Meine persönliche Hoffnung für uns alle, und im Besonderen natürlich für die Kulturbranche, baut auf die Wirksamkeit der kommenden Impfungen. Aber so oder so – wir werden im Sommer 2021 wieder zusammen Theater erleben können. Da bin ich mir sicher.

BLICK aktuell: Ich danke für das Gespräch und drücke im Namen aller „Burgfestspiel-Freunde“ die Daumen, dass die Spielzeit 2021 wie geplant über die Bühne gehen kann. Für Ihren weiteren Werdegang wünsche ich Ihnen alles Gute.

Das Gespräch führte Thomas Manstein.

Intendant Daniel Ris berichtete über den aktuellen Stand der Mayener Burgfestspiele.Foto: René Löffler

Intendant Daniel Ris berichtete über den aktuellen Stand der Mayener Burgfestspiele. Foto: René Löffler Foto: umamiberlin

Schauspieler, Besucher und alle Verantwortlichen hoffen auf die Aufführungen in 2021, um wieder Kultur wie in 2020 bei der „The Rocky Horror Show“ erleben zu können.Foto: Manstein

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