Die Initiative Koblenz-Mittelrhein möchte „Klammer der Region“ sein
Mehr Selbstbewusstsein am Mittelrhein
Sinzig. Ob Wirtschaft, Kultur oder Tourismus: Der Mittelrhein ist eine Region voller Schätze und Besonderheiten. Diese Alleinstellungsmerkmale zu bündeln und sichtbar zu machen ist die Aufgabe des Vereins Initiative Koblenz-Mittelrhein. Die Initiative will gleichzeitig das Selbstbewusstsein der Region stärken und den Wirtschaftsstandort Koblenz-Mittelrhein im Wettbewerb mit anderen großen Wirtschaftsstandorten fördern. Über diese und andere Aufgaben sprach nun der Vorsitzende der Initiative Hans-Jörg Assenmacher und Geschäftsführerin Sandra Hansen-Spurzem mit Hermann Krupp, Geschäftsführer des Krupp Verlages, und Junior-Chefin Susanne Tack.
Initiieren und vernetzen
Assenmacher verwies auf die Bedeutung des Vereins, der als „Klammer der Region“ fungiere, gleichzeitig aber auch vernetzen und Projekte initiieren möchte. Auch gelte es, Wirtschaft und Politik zusammenzubringen. Im Alltag mit Politikern mache Assenmacher die Erfahrung, dass die Identifikation mit der jeweiligen Region bzw. dem Wahlkreis durchaus unterschiedlich stark ausgeprägt sei. Den umgekehrten Fall, das Kirchturmdenken, gäbe es allerdings ebenfalls. Besonders stark sei dies bei manchem Landrat. Diese Einstellung sei jedoch veraltet, denn bei vielen Projekten müsse über die Grenzen der Landkreise hinweg gedacht werden. Als Beispiel nennt Assenmacher die neuen Buslinien im Kreis Mayen-Koblenz. Hier wurde nur an die Erreichbarkeit der eigenen Städte und Orte gedacht. „Hier gab es keine überregionale Abstimmung“, sagt Assenmacher. „Aber genau das hätte passieren müssen.“ Das Kirchturmdenken sei auch bei der Bundesgartenschau in Koblenz im Jahr 2011 spürbar gewesen. Profitiert habe nur Koblenz, aber nicht das Umland.
Andernorts verhindern eher triviale Gründe eine überregionale Vernetzung. Assenmacher nennt ein Beispiel auch dem Landkreis Cochem-Zell. Die Realisierung einer Buslinie zwischen Cochem und dem Moselörtchen Burgen scheitere daran, dass der Bus aus infrastrukturellen Gründen keine vernünftige Möglichkeit zum Wenden habe.
Generell möchte die Initiative auch in Bezug auf den herrschenden Fachkräftemangel eingehen. Die Außenwerbung müsse verbessert werden, um zu unterstreichen, dass es am Mittelrhein attraktive Jobs gäbe. Auch solle zukünftig mehr Fokus auf den Gesundheitsstandort gelegt werden. „Der größte Gesundheitsstandort in Rheinland-Pfalz ist Bad Neuenahr-Ahrweiler“, erläutert Assenmacher. Es läge auf der Hand, dass diese Region auch in die Initiative „mit hinein gehöre.“
Eine große Geschichte
Hans-Jörg Assenmacher ging auch auf die Bildung einer Regiopolregion ein. Vergleichbar ist dieses Konzept mit einer Metropole, nur in kleinerem Maßstab. Dazu wurde der Verein Regiopole mittleres Rheinland gegründet. Gründungsmitglieder sind Städte Koblenz, Neuwied, Andernach, Lahnstein, Bendorf sowie die Verbandsgemeinden Weißenthurm und Vallendar. „Das ist der Anfang einer ganz großen Geschichte“, sagt Assenmacher. In diesem Rahmen werde die interkommunale Zusammenarbeit gefördert, beispielsweise im Bereich der IT-Infrastruktur.
Dennoch lassen manche Synergie-Effekte noch auf sich warten, wie Sandra Hansen-Spurzem erklärt. Die Idee einer gemeinsamen Kfz-Zulassungsstelle für den Landkreis Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz musste wieder verworfen werden. „Das funktioniert einfach nicht“, so Hansen-Spurzem. ROB
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Hans-Jörg Assenmacher und Sandra Hansen-Spurzem im Krupp Medienzentrum . Foto: ROB
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