Allgemeine Berichte | 07.09.2017

DRK Krankenhaus Neuwied

Mit neuer Therapie Knieschmerz ausschalten

Patientenvortrag informiert über Spinalganglion-Stimulation

Neuwied. Das Knie ist das größte und vermutlich komplexeste Gelenk im menschlichen Körper. Dementsprechend anfällig ist es für Verletzungen. Das gilt insbesondere für Verletzungen der feinen Nervenfasern, die das Zusammenspiel von Knochen, Bändern und Muskeln steuern. Die Folge dieser Verletzungen sind lang anhaltende Schmerzen. „Diese Art von chronischem Knieschmerz tritt sehr häufig bei Patienten auf, die bereits mehrere Therapien, sowie Operationen hinter sich haben“, erläutert Dr. Ronny M. Rothe, Chefarzt der Abteilung für Neurochirurgie am DRK Krankenhaus Neuwied. Schmerz wird dann empfunden, wenn das Gehirn ein Schmerzsignal empfängt. In der Schmerztherapie wird in der Regel versucht, das Schmerzsignal zu stoppen, bevor es das Gehirn erreicht. Dies geschieht in der Regel durch entsprechende Medikamente. „Es gibt aber viele Patienten, für die diese Form der Schmerztherapie unzureichend ist oder die notwendigen Medikamente schwerwiegende Nebenwirkungen haben.“

DRK Krankenhaus setzt neues Verfahren ein

Ein neues Verfahren zur Therapie von chronischen Knieschmerzen wird seit Kurzem am DRK Krankenhaus Neuwied eingesetzt. Mit der sogenannten Spinalganglion-Stimulation kann die Weiterleitung des Schmerzreizes aus dem betroffenen Knie zum Gehirn dauerhaft eingedämmt oder sogar vollständig unterbrochen werden. „Im Rückenmark wird der schmerzleitende Nerv über ein spezielles Verfahren ausfindig gemacht. In einem operativen Eingriff werden nahe des Rückenmarks winzige Elektroden an die entsprechenden Nervenfasern implantiert“, skizziert Rothe das Vorgehen der Neurochirurgen. „Über diese Elektroden, die kleiner als ein Stecknadelkopf sind, kann gezielt ein Reizstrom auf den Nerv wirken. Durch diesen Reizstrom wird eine Weiterleitung des Schmerzsignals an das Gehirn verhindert.“ Das Spinalganglion, ein kleiner Nervenknoten nahe des Rückenmarks, funktioniert dabei quasi wie eine Ampel und kontrolliert, wann Empfindungen zum Rückenmark gelangen. „Durch die Stimulation kann diese Ampel sozusagen auf Rot geschaltet werden.“ Die Abteilung für Neurochirurgie am DRK Krankenhaus Neuwied ist eine von wenigen in ganz Deutschland, an der dieses neue und innovative Verfahren zur Schmerztherapie eingesetzt wird.

Knieschmerz und die Spinalganglion-Stimulation ist auch Thema eines kostenfreien Patienten-Infotages von Dr. Ronny M. Rothe und des Orthopäden im DRK Neuwied Priv.-Doz. Dr. med. Frank Popken. Dieser findet am Mittwoch, 27. September, 18 Uhr, in seiner Koblenzer Praxis in der Hohenzollernstraße 64 statt. Anmeldungen und weitere Infos dazu gibt es unter Telefon (02 61) 91 46 89 68.

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