Allgemeine Berichte | 02.04.2020

Viele Frauen der Region fertigen Mundbedeckungen an

Nach dem „Hilferuf“ ratterten die Nähmaschinen

Eine riesige Welle der Solidarität

Auch bei Annemarie Krämer-Wendel rattert permanent die Nähmaschine. Foto: BS

Region. Es ist nun einmal Fakt: Behelfsmasken, hauptsächlich für Ärzte und Pflegepersonal, fehlen in diesen Corona-Zeiten an allen Ecken und Enden. Doch gerade sie müssen geschützt werden, damit diese „Stillen Helden“ weiterhin für uns alle da sein können - ob in Krankenhäusern, Arztpraxen oder im Pflegedienst.

Wir möchten hier allerdings nicht auf das Medizinische, sondern auf die überaus große Hilfsbereitschaft eingehen:. So übergab der in Kell beheimatete Oberarzt der Chirurgie im Mayener Krankenhaus, Dr. Günter Treppmann, am 29. März die erste Ladung der 116 von fleißigen Damen der Keller Nähgruppe gefertigte Mundbedeckungen an die Notaufnahme von St. Elisabeth. „Es ist unwahrscheinlich und ich bin unheimlich stolz auf diese selbstlose Leistung der Näherinnen aus meinem Ort. Wenn man sie fragt, ist Hilfe da, einfach nur Hochachtung“, so der Mediziner zu „Blick aktuell“.

Es ist die Zeit, in der Krankenhausdirektoren Brandbriefe an die Politik senden: „Kein Geld und keine Schutzausrüstung - und das mitten in der Krise“. Dies ist auch der Zeitpunkt als der Ettringer Rettungssanitäter Heinz Werner Kleine-Natrop seinen Bittbrief an alle Freunde richtet: „Hallo meine Freundinnen und Freunde, die mir immer helfen, wenn wir gemeinsam etwas Gutes tun wollen. Wie ihr alle wisst, haben wir riesige Probleme, Masken zu bekommen, die uns als erstes ausgehen. Bitte helft uns: Wer kann nähen?“ Natrop fügte sogar eine Anleitung bei. Dr. Treppmann hatte ihm signalisiert: „Du hast einen großen Freundeskreis, was ich in Kell schaffe, das schaffst Du auch in Ettringen“. Kleine-Natrop zu unserer Zeitung: „Ich gehe bestimmt nicht betteln, aber wenn unsere Krankenhäuser kollabieren, haben wir schnell italienische Verhältnisse“. Und der Rettungsprofi hat wahrlich nicht umsonst gebeten. Von überall her, nicht nur aus Ettringen, Kell, Mayen, Alzheim oder Kottenheim, nein aus Orten in der ganzen Region kamen Zusagen. Und so ratterten viele Nähmaschinen für den guten Zweck.

„Ich habe noch genügend Stoff, hat jemand noch Durchziehgummi?“, „Ich hätte da noch gestreiftes Dessin, wer möchte davon?“, „Bei uns ist noch genügend vorhanden, wir könnten weißes Garn gebrauchen“, „Die Masken müssen nicht immer weiß sein, mach du die weißen, ich fertige lieber die bunten“... So und ähnlich liefen die WhatsApp-Nachrichten untereinander. Ein Wahnsinn, diese Welle der Hilfsbereitschaft, bei der man hautnah merkte: „Gemeinsamkeit macht stark“. Auch der Mayener Mediziner, Helmut Sondermann, und seine Ehefrau Barbara haben Hilfe aufgetan. In ihrem Wohnort Alzheim und Bekanntenkreis sind ebenfalls Damen zwecks Masken an ihren Nähmaschinen aktiv. Und so haben die Sondermanns Lara Bastian, Diana Schwarzer, Helga Schäfer, Doris Mohr, Uli Grütz, Sarah Sondermann, Doris Kreusch und Ute Nothacke für das hehre Anliegen „Schneidern von Behelfsmasken“ begeistern können. Bei den fleißigen Frauen sind die Näharbeiten voll im Gange. „Wir brauchten selber schon des öfteren Hilfe, also sind wir auch für Andere hilfreich da“, so Barbara Sondermann, die froh wäre, wenn es noch weitere edle Spender von Linnon- oder Baumwoll-Bettüchern geben würde, weil das Material so langsam knapp würde. Wer möchte, kann sie unter 0171 7431717 gerne kontaktieren. Fast ein halbes Tausend Exemplare an Masken hat die Kottenheimerin Roswitha Rausch bisher gefertigt. Und dies in permanenter Tag- und Nachtarbeit. Alle um Pfleger und den Guten Zweck im medizinischen Bereich zu unterstützen. Allen die im Stillen für die Allgemeinheit da sind, sagen wir: „Ihr gehört auch zu den wahren „stillen Helden“ in dieser schlimmen Zeit.

BS

Hier übergab der in Kell beheimatete Oberarzt der Chirurgie im Mayener Krankenhaus, Dr. Günter Treppmann, (2. von links) die erste Ladung der 116 von fleißigen Damen der Keller Nähgruppe gefertigten Mundbedeckungen masken an die Notaufnahme von St. Elisabeth.

Hier übergab der in Kell beheimatete Oberarzt der Chirurgie im Mayener Krankenhaus, Dr. Günter Treppmann, (2. von links) die erste Ladung der 116 von fleißigen Damen der Keller Nähgruppe gefertigten Mundbedeckungen masken an die Notaufnahme von St. Elisabeth.

Auch bei Annemarie Krämer-Wendel rattert permanent die Nähmaschine. Foto: BS

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Zukunft trifft Tradition KW 26
Zukunft trifft Tradition KW 26
Print + Toaster Banner + Social Media Ad M
Imageanzeige
Empfohlene Artikel
Die Reisebüromitarbeiter während ihrer Demonstration auf dem Marktplatz in Ahrweiler.Fotos: privat
Top 448

Ahrweiler. Reisebüro-Mitarbeiter haben als bundesweites Aktionsbündnis: ‚Wir zeigen Gesicht! Rettet die Reisebüros‘ - in Ahrweiler für schnelle Staatshilfe in der Corona-Krise demonstriert. Das erklärte Ziel ist eine branchenspezifische Lösung mit nicht rückzahlbaren Beihilfen für die Reisebüros - jetzt! Dies ist für den Erhalt der Touristik unabdingbar! Um auf ihre schwierige Lage aufmerksam zu machen, stellten sich ca.

Weiterlesen

Öffnungszeiten der „Corona-Ambulanzen“ über das Wochenende am 1. Mai
1648

Kreis MYK. Die „Corona-Ambulanzen“ in Koblenz (Oberwerth, CGM Arena) und in Mayen (In der Weiersbach, 56727 Mayen) sind am 1. Mai und dem darauffolgenden Wochenende wie folgt besetzt: Die Ambulanz in Koblenz ist am 1. Mai sowie Sonntag, 3. Mai, geschlossen. Am Samstag, 2. Mai, hat sie von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Die Corona-Ambulanz in Mayen ist von Freitag bis Sonntag durchgängig von 13 bis 15 Uhr geöffnet.

Weiterlesen

124

Wachtberg. Was lange währt, wird endlich gut. Unter diesem bekannten Sprichwort könnte man den Start der Ehrenamtsbörse Wachtberg zusammenfassen. Inzwischen ist die Ehrenamtsbörse fast so bekannt, wie die klassischen Hilfsorganisationen oder beide Kirchen, die mit ihren sozialen Einrichtungen für Wachtberg eine feste und unabdingbare Größe sind.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.ocm
522

Ein richtiger Schritt oder völliger Unsinn - oder kommt es am Ende doch ganz anders? Macht mit bei unserer großen Umfrage?

Umfrage: Vorschlag zur Minijob-Abschaffung: Was haltet ihr davon?

Die Zukunft der Minijobs wird derzeit kontrovers diskutiert. Im Raum steht eine Reform, nach der geringfügige Beschäftigungen künftig weitgehend in reguläre sozialversicherungspflichtige Jobs überführt werden könnten. Befürworter sehen darin einen Gewinn für die Altersvorsorge und die Sozialkassen, Kritiker befürchten Nachteile für Beschäftigte und Arbeitgeber.

Weiterlesen

Elmar Lersch (l.) Vorsitzender des MIT Kreisverband Ahrweiler und Detlef Odenkirchen, stellv. Vorsitzender MIT-Kreisverband Ahrweiler und Vorsitzender des MIT-Bezirksverbands Koblenz Montabaur, machen sich Sorgen über das Vorhaben der Reformpolitik im Land. Sind diese berechtigt?
529

Lersch/Odenkirchen: „Die Abschaffung von Minijobs schafft keine bessere, sondern vernichtet niederschwellige, legale und abgesicherte Beschäftigung.

MIT zur geplanten Mini-Job-Abschaffung: „Wer mitarbeiten will, wird bestraft!“

Kreis Ahrweiler. Für den deutschen Mittelstand sind Minijobs ein essenzielles Instrument der flexiblen Personalplanung. Sie ermöglichen es den Unternehmen, kurzfristige Auftragsspitzen abzudecken, ohne langfristige Fixkosten aufzubauen. In Branchen wie der Gastronomie, im Handel oder im Handwerk sichern diese flexiblen Aushilfen oft die Wettbewerbsfähigkeit. Auch für den Mittelstand im Kreis Ahrweiler wäre eine solche Entscheidung fatal.

Von Detlef Odenkirchen aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen