Allgemeine Berichte | 11.06.2025

Die kleinen Küken sind jetzt sechs Wochen alt

Nachwuchs bei den Humboldtpinguinen

Ein fünf Wochen altes Pinguinküken.Fotos: privat

Neuwied. Wer in diesen Tagen den Zoo Neuwied besucht, kann mit ein bisschen Glück etwas ganz besonderes beobachten: „Die Küken unserer Humboldtpinguine sind jetzt sechs Wochen alt und unternehmen ihre allerersten Schritte in die Außenwelt“, verrät Zoodirektor Mirko Thiel. Die Küken sind Ende April geschlüpft und haben die ersten Wochen in ihren Bruthöhlen verbracht, wo sie von ihren Eltern mit hochgewürgtem Fisch versorgt wurden. „Früher hat man junge Pinguine im Zoo von Hand gefüttert, das war ein unheimlicher Aufwand“, erinnert sich Thiel, der bereits als Jugendlicher im Zoo Neuwied gearbeitet hat. „Heute weiß man zum Glück, dass Elternaufzucht mindestens genauso gut funktioniert und außerdem eine ganz wichtige Erfahrung für Altvögel und Küken ist.“

Ein Elternpaar hat dabei deutlich mehr zu tun als das andere, denn in seiner Bruthöhle sind im Abstand von drei Tagen gleich zwei Küken geschlüpft, die sich beide prächtig entwickeln, ebenso wie das „Einzelküken“ des anderen Elternpaars. „Pinguinküken wachsen rasant, genau wie alle Vögel“, weiß der Zoodirektor. „Schon nach wenigen Wochen sind sie von der Größe her nicht mehr von ihren Eltern zu unterscheiden. An ihrem Gefieder kann man sie aber dennoch erkennen. Die Altvögel tragen den typischen schwarz-weißen Frack, bei dem der schwarze Rücken und der weiße Bauch klar voneinander abgegrenzt und durch ein Band getrennt sind. Bei Jungvögeln im ersten Lebensjahr gehen Schwarz und Weiß noch verwaschen ineinander über.“

Voll funktionsfähig ist ihr Gefieder dennoch schon: Eine weiche, polsternde Unterschicht sorgt für eine perfekte Wärmeisolation, während die wasserabweisende, glatte Deckschicht dafür sorgt, dass Haut und Isolierschicht trocken bleiben. Genau wie die kurzen Ruderfüße und die Flügel, die als Paddel ausgebildet sind, handelt es sich dabei um Anpassungen, die den Pinguin perfekt ausstatten für das Leben an und in kalten Ozeanen und die Jagd auf Meeresfisch.

„Und obwohl die Evolution dafür gesorgt hat, dass der Humboldtpinguin perfekt an seinen Lebensraum angepasst ist, ist er mittlerweile vom Aussterben bedroht“, seufzt Thiel. Humboldtpinguine leben an der Westküste Südamerikas in Chile und Peru, wo sie in den küstennahen Gewässern durch den kalten Humboldtstrom reichlich Nahrung finden – „oder besser, fanden“, korrigiert der Zoodirektor. „Überfischung ist eines der Probleme. Die Pinguine müssen immer weitere und längere Jagdausflüge unternehmen, um satt zu werden und ihre Küken zu ernähren, das kostet wahnsinnig viel Energie.“ Hinzu kommt, dass die Pinguine ihre Bruthöhlen jahrtausendelang in die meterdicke Schicht aus Seevogelkot gegraben haben, die die Küstenlinie dort bedeckte. Dieser Guano wurde aber in den letzten Jahrzehnten im großen Stil als Dünger abgebaut, wodurch sich die Nistbedingungen drastisch verschlechtert haben. Außerdem gibt es Pläne für den Bau einer riesigen Bergbau- und Hafenanlage an der Küste im chilenischen Teil des Verbreitungsgebietes der Art. Der Baubeginn ist seit Jahren durch politische Einflussnahme von Naturschützern immer wieder verhindert worden, vom Tisch sind die Pläne jedoch noch nicht.

„Wir als Zoo Neuwied engagieren uns ganz im Sinne des One-Plan-Approachs der Weltnaturschutzorganisation IUCN für die Arterhaltung des Humboldtpinguins sowohl ex Situ, also außerhalb des natürlichen Lebensraums, als auch in Situ“, betont der Zoodirektor. „Hier im Zoo beteiligen wir uns mit unseren Tieren am Erhaltungszuchtprogramm des europäischen Zooverbandes, das dafür sorgt, dass die Zoopopulation langfristig stabil und vital bleibt. Parallel dazu unterstützen wir den Verein Sphenisco e.V., der sich vor Ort in Chile und Peru für den Schutz der Populationen und deren Lebensräumen engagiert, durch finanzielle Zuwendungen und die Durchführung eines jährlichen Pinguin-Aktionstages.“

Wie es um ihre Artgenossen bestellt ist, davon haben die drei Pinguinküken keine Ahnung – „Zum Glück“, findet Mirko Thiel. „Die haben genug mit Wachsen und Schwimmen lernen zu tun und dürfen bei uns mit all-inclusive-Versorgung aufwachsen.“

Pressemitteilung Zoo Neuwied

Frisch geschlüpftes Pinguinküken.

Frisch geschlüpftes Pinguinküken.

Weitere Themen

Ein fünf Wochen altes Pinguinküken.Fotos: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Anne: Ein Faustschlag mitten ins Gesicht und ein Dolchstoß mitten ins Herz aller Flutopfer…nicht nur der Toten und deren Angehörigen und Freunden, sondern insbesondere der unzählig vielen traumatisierten Menschen...
  • Betroffener: Wiedermal ein Totalversagen der Justiz und es werden Täter geschützt ! Inzwischen darf man sich wirklich fragen ob diese Justiz überhaupt noch der Gerechtigkeit und dem Volk dient oder einfach nur noch die Politiker zu schützen versucht !
  • Anne: Es ist das kalte Grauen. Wahrscheinlich denkt sich der Täter in Anlehnung an den Mordprozeß im Fall Anna K. aus Gimmigen mit einem ähnlich milden Urteil davon zu kommen. In was für einer Zeit leben wir...
  • Graf: Ja, sehr GUT Ukraine, ist doch bekannt , dass koruptestes Land in Europa ist. Mit den Politiker, sind unsere bezahlt worden? Wunderbar !
Imageanzeige
100 Jahre KGO
Kirmes in Königsfeld
sprudelndes Sinzig
Sprudelndes Sinzig
First Friday Anzeige Mai
Bauingenieur/in (w/m/d)
 Sachbearbeiter/in (w/m/d)
sprudelndes Sinzig
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
104

Kreis Neuwied. Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland macht weiterhin erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich. Nachdem die Tierseuche inzwischen bis auf wenige Kilometer an den benachbarten Landkreis Altenkirchen herangerückt ist und dort bereits Maßnahmen im Rahmen einer Tierseuchenverfügung gelten, beobachtet auch der Landkreis Neuwied die Entwicklung sehr aufmerksam. „Zwar...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Rock am Ring 2026: Riesen-Überraschung für die Fans!
2906

Mit diesem Star-Gast hätte wohl niemand gerechnet:

Rock am Ring 2026: Riesen-Überraschung für die Fans!

Nürburgring. Mit dieser Begegnung hatten wohl die wenigsten Festivalbesucher gerechnet: Mitten im Trubel von Rock am Ring 2026 tauchten plötzlich Robert Geiss und Carmen Geiss auf. Das prominente TV-Ehepaar sorgte damit für eine echte Überraschung auf dem Gelände am Nürburgring.

Weiterlesen

Rock am Ring 2026: Mehnersmoos rockt den Ring!
1007

Am Ring geht es weiter im Programm:

Rock am Ring 2026: Mehnersmoos rockt den Ring!

Nürburgring. Mehnersmoos ist ein deutsches Rap-Duo aus Frankfurt am Main. Die Gruppe besteht aus den Rappern Frederik Moos und Tobias Mehner. Der Bandname setzt sich aus ihren Nachnamen „Mehner“ und „Moos“ zusammen.

Weiterlesen

Orignale Linkin Park-Klampfe - die gibt es nur in der besonderen Ausstellung! Foto: Axel Live Pictures
338

Ringrocker sollten sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen:

Rock am Ring 2026: Heißer Tipp abseits der Bühnen!

Nürburgring. Pünktlich zu Rock am Ring 2026 erwartet die Festivalbesucher eine besondere Überraschung: Die US-Rockband Linkin Park bringt eine zeitlich begrenzte Sonderausstellung exklusiv an den Nürburgring. Die Ausstellung gewährt seltene Einblicke in die Geschichte einer der erfolgreichsten Rockbands der vergangenen Jahrzehnte und präsentiert zahlreiche Originalstücke aus verschiedenen Schaffensphasen der Gruppe.

Weiterlesen

Dienstleistungen
Titelanzeige
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, Juni 2026
Azubispots Koblenz
Azubispots Koblenz, Herr Hastrich
Sprudelndes Sinzig
Sprudelndes Sinzig
Sprudelndes Sinzig
Feuerwehrfest in Heimersheim
Sonderseite Jahn Eleven
Sonderseite Jahn Eleven
Sonderseite Jahn Eleven
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Feuerwehrfest in Heimersheim
Rückseite
Sprudelndes Sinzig
SpruSi