Allgemeine Berichte | 19.01.2026

Neulich im Flutmuseum

von Gregor Schürer

Autor Gregor Schürer.  Foto:

Neulich war ich im „Flutmuseum.“ Nicht in irgendeinem. Ich war im Haus der Geschichte in Bonn. Es war für einen Umbau über 14 Monate komplett geschlossen und wurde im Dezember wieder eröffnet. Ich habe einen Rundgang durch die Geschichte Deutschlands von 1945 bis heute gemacht.

Und mir am Ende angesehen, wie man die Ahrflut dargestellt hat. Natürlich ist es nur ein kleiner Teil einer großen Ausstellung. Aber anhand von ausgewählten, verschlammten Exponaten von den Feuerwehrstiefeln über den Teddybär bis zu den Weinflaschen, anhand zweier Videoinstallationen mit Zeitzeugenberichten und mit entsprechenden Texten wird das Geschehen angemessen dargestellt. Am eindrucksvollsten für mich: Ein Pegelstab ragt 11 Meter in die Höhe und macht das Unbegreifliche vorstellbar.

Allerdings stellte ich mir anschließend – übrigens nicht zum ersten Mal – die Frage: Warum gibt es eigentlich an der Ahr, da, wo alles geschehen ist, kein zentrales, von kommunaler Hand getragenes Flutmuseum? Zur Erinnerung an die Opfer, für die Betroffenen, als touristischen Magnet?

Kennen Sie den Ort Galtür in Tirol? Dort passierte am im Februar 1999 ein schlimmes Lawinenunglück mit 38 Todesopfern. Am 31. Mai 2003, also gut vier Jahre später, wurde dort das Alpinarium eröffnet. Es ist Museum und Dokumentationszentrum zum Leben im hochalpinen Raum mit einer künstlichen Kletteranlage für Kinder, gleichzeitig eine Gedenkstätte für die Opfer der Katastrophe und zentraler Bestandteil einer 345 Meter langen und 19 Meter hohen Lawinenschutzmauer.

So lange wir in Sachen Flutmuseum nicht als Region auftreten und stattdessen Kirchturmdenken herrscht, wird das nichts werden. Mögliche Standorte gäbe es genug. Nur zwei Beispiele: Die Piuskirche in Bad Neuenahr reißt man lieber ab, in das frisch renovierte Wasserwerk in Walporzheim stellt man lieber Karnevalswägen.

Wie viel Zeit will man sich noch lassen, endlose Diskussionen führen, Machbarkeitsstudien erstellen, Sponsoren und Förderer suchen?

Irgendwann braucht es kein Museum mehr, die Erinnerung an das schlimme Unglück verblasst jetzt schon, wird irgendwann vergessen sein. Glauben Sie nicht? Unterhalten Sie sich mal mit Menschen außerhalb des Ahrkreises.

Wer schauen will: Das Haus der Geschichte hat wochentags von 9-18 Uhr geöffnet, am Wochenende von 10-18 Uhr, Montag ist es geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Autor Gregor Schürer. Foto:

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