Prunksitzungen in Oberbieber, Heddesdorf und Irlich
Neuwieder Sitzungskarneval auf dem Höhepunkt
Neuwied. Mit sechs Großveranstaltungen erreichte der Neuwieder Sitzungskarneval am Samstagabend seinen Höhepunkt. Neben den Sitzungen in den Karnevalshochburgen Engers sowie den jeweils beiden zweiten Damensitzungen in Gladbach und Heimbach-Weis, wurde in Heddesdorf, Irlich und Oberbieber gefeiert.
Ob Ringnarren, KG Irlich oder die Karnevalsfreunde. Alle freuten sich über ausverkaufte Festsäle. Wie sehr der Karneval in Oberbieber auf dem Nachwuchs fußt, wurde im Laufe des Abends immer wieder deutlich. Viele der Tanzenden und Vortragenden waren mal Kinderprinz oder Prinzessin, mindestens aber im Gefolge.
In dieser Session regieren Oberbieber Prinz Robin II. Herrscher über Creeper und Pixel vom Hüllenberg zum Aubachstrand (Krämer), Prinzessin Zoe die flinke Flosse vom närrischen Meer (Fortmann). Mit Gefolge thronten sie auf der Bühne und genossen den Auftritt der Sweathears und der „Regenbogen“ Rotznasen. Emotional wurde es, als Präsidentin Silke Flick Marc Stertz und Jasmin Schäfer für deren 11-jähriges ehrte und Frank Sterz zum Ehrenpräsidenten ernannte. 11 Jahre hielt er für einen geeigneten Zeitpunkt, die Geschicke des Vereins in jüngere Hände zu übergeben. Tolle auswärtige Akteure hatten die Karnevalsfreunde arrangiert aber im Mittelpunkt standen natürlich die Aktiven „von nebenan“ in den unterschiedlichsten Formationen.
Solo waren der „Kunterbunte“ Philipp Zimmermann als Papa einer Kinderprinzessin und Jörg Röder als „Karnevalspasdur“ am Start. Nach der Kindheit tanzt man in Oberbieber einfach weiter. Nach einer nur einjährigen Pause hielten es die Nixnutze nicht mehr aus und feierten ihr Comeback. Ebenfalls Grund zum Feiern hatten die Roten Funken. Mit einem Stimmungspotpourri riss die von Julia Bersch und Hagen Sterz trainierte Garde das Publikum im elften Jahr ihres Bestehens von den Stühlen. „Old Wild West“ titelte die Ahl Gard und ihre wilden Kerle. Zu diesem Zeitpunkt wähnte man die Prunksitzung schon auf dem Höhepunkt. Doch dem Aushängeschild der KFO gelang es zum Abschluss mit einem mitreißenden Showtanz noch mal eins draufzusetzen. Mit der Band „Fohr Five“ ging die Prunksitzung nach dem offiziellen Programm noch in die Verlängerung.
Ringnarren im Jubiläumsmodus
In der Raiffeisenturnhalle waren die Ringnarren im Jubiläumsmodus. Letzte Session die KG und in dieser mit 5x11 Jahre die Möhnen. KG-Präsidentin Nicole Straeten und Moderator Alexander Baum präsentierten zu Beginn der Prunksitzung den Stolz des Vereins. Erst vor 3 Jahren gegründet zählt die Mini-Garde jetzt schon 16 Mitglieder. Als Minihandwerker fungierten die Kids als Eisbrecher. Als Sextett präsentierten die jugendlichen Kängurus ihr Können als Tanzgarde. Schon mit Programmpunkt drei, noch am ganz frühen Abend, hatte sich für jeden das Kommen gelohnt. Die Johannishöfer, eine Männertanzgruppe aus Mendig, rissen als Racing-Team eine gleichermaßen rasante wie artistisch und originelle Show ab, die ihresgleichen sucht. Überhaupt präsentierten die Ringnarren dem Publikum viel Neues von der anderen Rheinseite. Für Ausgewogenheit sorgten beliebt-geschätzte Gruppen wie die Irlicher Funky Diamonds, die Heddesdorfer Husaren und die Ehrengarde der Stadt Neuwied. Zu den beeindruckendsten Gruppen zählte das riesige Tanzcorps Blau-Weiß Windhagen. Unter den Ordensverleihungen stach die des Ehrensenators heraus. Ex-Prinz und Ex-Präsident Norbert Leufgen bekam den Titel für sein jahrelanges Engagement für die Ringnarren und den Erhalt des Brauchtums überreicht. Mit den M&M´s hatten die Programmmacher sich einen Knaller bis zum Schluss aufbewahrt. „Wünsch dir was. Tanz mit uns zu den Sternen heute Nacht“ luden die Gastgeber zu nächtlicher Stunde zum Träumen ein.
Party-Stimmung am Rhein-Wied-Eck
Am Rhein-Wied-Eck schlug das Pendel dieses Mal zugunsten einheimischer Akteure aus. Nur bei den Büttenrednern setzte die KG Irlich auf Profis. 40 Jahre Bühnenerfahrung aus dem Kölner Karneval brachte Peter Kolb mit. „Ne komische Hellije“ strapazierte das Zwerchfell ebenso wie sein Kollege aus der Domstadt, Peter Löhmann. Das Genre Humor komplettierte Christian Krechel. Allerdings nicht wie gewohnt mit Bruder Stefan, sondern als Duo mit Sohnemann Lukas. Tänzerische Leckerbissen boten die jungen Funky Diamonds und die noch jüngeren Magic Diamonds der TSG Irlich. Die Grün-Weiße Jungen und Mädchen brachten einen der besten Neuwieder Showtänze der Session 25/26 nach Irlich. Kein Halten in der Narhalla gab es, als die Söhne Irlichs auf die Heimat umgetextete Lieder schmetterten. Rot-Gelbe Schals wurden geschwenkt und alles aus den Stimmbändern herausgeholt. Zu den weiteren Höhepunkten zählten die Dorfsjunge. Ein Glücksfall für die Irlicher ist es, eine musikalische Macht gleich vor der Haustüre zu haben. Der Moderne Fanfarenzug besorgte das Finale und erschütterte den Festsaal endgültig in seinen Grundfesten.
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Als die Söhne Irlichs Stimmungslieder zu Dorfhymnen machten, stand die Narhalla Kopf. Foto: FF
Bei den Ringnarren wird die Nachwuchsförderung groß geschrieben. Foto: FF
Nur eine Session hielten es die Nichtsnutze aus. Am Samstag zog es die Oberbieberer Traditionsgruppe wieder auf die Bühne. Foto: FF
Trotz krankheitsbedingter Ausfälle gelang es der Tanzgarde das Publikum für sich zu vereinnahmen. Foto: FF
