Allgemeine Berichte | 26.05.2025, 08:42 Uhr

Ist der Zebrastreifen „Neuer Weg“ ein Unfallschwerpunkt?

Niederbieber: Tod einer 37-jährigen sorgt für Betroffenheit

Am Zebrastreifen auf der Straße "Neuer Weg" wurde eine 37-jährige von einem Auto erfasst und starb wenig später.Fotos: FF
4376

Niederbieber. Wenn es einen Menschen aus der Mitte der Gesellschaft reißt, ist die Betroffenheit allenthalben groß. Vorletzte Woche wurde eine 37-jährige Mutter in Niederbieber von einem Auto erfasst und verstarb wenig später im Krankenhaus. Der Unfall ereignete sich am Zebrastreifen auf der Straße „Neuer Weg“, in Richtung Oberbieber fahrend, fünfzig Meter vor der Einmündung der Aubachstraße.

Bei der Frage, ob der „Neue Weg“ an dieser Stelle gefährlich zu überqueren ist, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Eigentlich ist der Zebrastreifen aus beiden Richtungen gut einsehbar. Viele Beobachter halten dagegen, dass es genau aus diesem Grund häufig zu Geschwindigkeitsübertretungen kommt. Dabei sieht die Straßenverkehrsordnung vor, dass selbst die innerörtlichen 50km/h zu schnell sind. Auto-, Motorrad- und auch Radfahrende müssen sich nämlich mit „mäßiger Geschwindigkeit“ dem Überweg nähern und gegebenenfalls warten. Sie müssen anhalten, wenn zu erkennen ist, dass Fußgänger den Überweg erkennbar betreten wollen. Strittig ist, ob der Zebrastreifen ein Unfallschwerpunkt ist? Faktisch nicht, denn in einer Veröffentlichung verneint die Polizei dies. Auf Anfrage von BLICK aktuell bestätigt Stadtsprecher Ulf Steffenfauseweh diese Aussage aus Sicht des Ordnungsamts. Anwohner und Bürger haben vielfach eine andere Einschätzung.

Ein Vater, dessen Sohn schon mal auf dem Zebrastreifen angefahren wurde, kommentiert auf die online Meldung von BLICK aktuell, „dass dieser Übergang seit Jahren gefährlich ist“. Er vermutet, dass nahende Autos von den in unmittelbarer Nähe einmündenden Straßen abgelenkt sind. Ein Anwohner sagt: „Ich wohne in unmittelbarer Nähe und bin selber schon mehrfach geradeso einem Unfall entgangen, bei dem ich fast überfahren worden wäre“. Ein anderer berichtet von Falschparkern auf der Straße vor dem benachbarten Autohändler. Durch diese Autos sei die Sicht eingeschränkt. Ein Kommentator sagt: Mir fällt immer auf, dass die Autos wegen der breiten Straße und lang gezogenen Kurve immer viel zu schnell fahren“.

Karl Heinz Troß, Ortsvorsteher von Niederbieber, schließt sich der Aussage von Polizei und Stadtverwaltung an: „Ich sehe die Örtlichkeit des Geschehens nicht als Unfallschwerpunkt. Ich wohne in unmittelbarer Nähe und kann absolut nicht von häufigen schädigenden Ereignissen oder brenzligen Situationen an diesem Überweg sprechen. Die Unfallstelle bzw. der Fußgängerüberweg sind aus beiden Fahrtrichtungen sehr gut einsehbar. Der Überweg ist durch zusätzliche Peitschenausleger gekennzeichnet“. Allerdings teilt er die Beobachtung mancher Kommentatoren hinsichtlich des Tempos mancher Fahrer: „Es steht außer Zweifel, die zulässige Höchstgeschwindigkeit wird in der Straße "Neuer Weg" oftmals überschritten“.

Von der Verwaltung wünscht sich der Ortsvorsteher eine konsequente Verkehrsüberwachung. Insbesondere auch in den Abendstunden. Eine Behelfsampel, wie zwei Tage nach dem Unfall von Fahrschullehrer Klaus Ditscheid in der Einwohnerfragestunde der Stadtratssitzung gefordert, hält Karl Heinz Troß für über das Ziel hinausgeschossen. Die Stadt Neuwied darauf angesprochen lässt Ulf Steffenfauseweh diesen Vorschlag offen: „Stadt und Ordnungsamt werden sich die Verkehrssituation aufgrund des schlimmen Unfalls noch einmal zusammen mit der Polizei und Straßenverkehrsbehörde anschauen“. Das schlimme Ereignis in Niederbieber nimmt der Pressesprecher zum Anlass auf eine grundsätzliche Problematik hinzuweisen. „Wir sind sehr darauf bedacht, dass Zebrastreifen keine falsche Sicherheit vermitteln. Das war schon oft der Grund, warum wir Forderungen von Bürgern, an dieser oder jener Stelle einen Zebrastreifen einzurichten, abgelehnt haben“. Ortsvorsteher Karl Heinz Troß möchte zunächst die polizeilichen Ermittlungen abwarten. Mutmaßungen und Spekulationen seien nicht zielführend und brächten nichts.

FF

Führt die Übersichtlichkeit des Zebrastreifens und die lange Gerade ausgerechnet dazu, das an dieser Stelle gerast wird?

Führt die Übersichtlichkeit des Zebrastreifens und die lange Gerade ausgerechnet dazu, das an dieser Stelle gerast wird?

Am Zebrastreifen auf der Straße "Neuer Weg" wurde eine 37-jährige von einem Auto erfasst und starb wenig später. Fotos: FF

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Innovatives aus der VG Weißenthurm
 Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606 / Anzeige Heizung Fokus Q3
Innovatives aus Weißenthurm
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Premium-Titel 2
Empfohlene Artikel
Hochprozentiges Gold aus Nistertal, Neuwied, Ediger-Eller
7

Was mit der Blüte am Baum oder Strauch begann, setzt sich mit der Ernte und einer handwerklich herausragenden Verarbeitung fort. Das führt im Idealfall zur Edelbrandprämierung: In Wittlich wurden die herausragendsten Produkte dieser Veredlung heimischer Früchte ausgezeichnet. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Die Strecke ab der Ortslage Poltersdorf in Richtung KVP Senhals im Verlauf der B 49. Foto: LBM
3986

Senhals/Poltersdorf. Ab dem 9. November 2026 wird die B 49 zwischen dem Kreisverkehrsplatz (KVP) Senhals und der Ortslage Poltersdorf auf einer Länge von rd. 5,3 km umfassend saniert. Die Arbeiten dienen insbesondere dem dauerhaften Substanzerhalt dieser wichtigen Verkehrsverbindung entlang der Mosel.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
318

Astrologische Vorschau für die KW 44: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 26. Oktober bis 1. November – Zwischen Neuanfang, Gefühlschaos und Erfolgsmomenten

Die Tage werden kürzer, die Abende gemütlicher und mit der Umstellung auf die Winterzeit am Sonntag, dem 25. Oktober, beginnt die dunklere Jahreszeit endgültig. Die zusätzliche Stunde Schlaf klingt verlockend, doch der veränderte Tagesrhythmus kann auch die Stimmung beeinflussen. In der Kalenderwoche 44 stehen die Zeichen auf Veränderung: Während in der Liebe längst überfällige Gespräche für Klarheit sorgen können, verlangen berufliche Herausforderungen nach Geduld und klugen Entscheidungen.

Weiterlesen