Schüler, Eltern, Kollegium, Städte, Kreis, Politik: Alle wollen den Erhalt des Gymnasiums Nonnenwerth

Nonnenenwerth:  „Alle müssen erneut an einen Tisch“

Nonnenenwerth:  „Alle müssen erneut an einen Tisch“

Das Franziskus-Gymnasium Nonnenwerth. Foto: Archiv/AB

13.11.2021 - 09:33

Remagen/Nonnenwerth. Der Karren ist verfahren und die Fronten verhärten sich jeden Tag mehr. Doch bei allem Unmut über den Schulträger Peter Soliman, so scheint es derzeit auszusehen, gibt es nur einen Weg, um den Schülerinnen und Schülern des Inselgymnasiums Nonnenwerth ihre Schule zu erhalten: alle müssen erneut an einen Tisch und sachlich nach gemeinsamen Lösungen für beide Seiten zu suchen. Peter Soliman hat die Schulschließung für Ende Juni kommenden Jahres verkündet, den ersten Lehrern sowie Fährführern sind die ersten betriebsbedingten Kündigungen bereits zugegangen. Auf der anderen Seite ist aber auch klar, dass ohne eine Änderung des Flächennutzungsplans, dem die Stadt mit dem Stadtrat zustimmen müsste, eine  andere Nutzung der Klostergebäude nicht möglich sein wird. „Einer Änderung des Flächennutzung werden der Stadtrat und der Bürgermeister nicht zustimmen“, machte in einer Pressekonferenz im Sitzungssaal des Rathauses Bürgermeister Björn Ingendahl deutlich. An der Pressekonferenz nahmen neben den Vertretern der Presse Remagens Bürgermeister Björn Ingendahl, Kreisbeigeordneter Horst Gies, die leitende staatliche Beamtin der Kreisverwaltung Anja Tönneßen, der Bürgermeister von Honnef Otto Neuhoff und der erste Beigeordnete der Stadt Unkel, Jörg Scheinpflug, teil. Ebenso mit dabei war die Schulleiterin des Inselgymnasiums Nonnenwerth, Andrea Monreal.


So ist der Zustand der derzeitig gescheiterten Verhandlungen: Ohne Einlenken des Schulträgers keine Schule, denn ein Eingreifen in das Eigentum ist von keiner Seite möglich, wie im Gespräch klar wurde. Ohne Änderung des Flächennutzungsplans wird es auch keine Nutzungsänderung für die Insel Nonnenwerth geben. Und somit auch keine Luxuswohnungen für betuchte Senioren  oder Ähnliches.

Eine Lösung zu finden, um den Schulbtetrieb weiterführen zu können, erfordert aber, dass sich alle erneut an einen Tisch setzen und die tatsächlichen Fakten auf selbigen legen. „Wir wollen uns erneut mit Schulträger Soliman an einen Tisch setzen“, betonten die Teilnehmer der Pressekonferenz.

„Wir blicken auf eine jahrhunderte alte Tradition, die jetzt abrupt enden solll. Für die Stadt Remagen wäre das ein Desaster, wenn dieses Gymnasium mit dem tollen Ruf verloren gehen würde. Viele Schüler, auch von der rechten Rheinseite würden weite Wege auf sich nehmen, um gerade diese Schule zu besuchen“, betonte Bürgermeister Björn Ingendahl. Aufgrund der Abfolge der Ereignisse und des Verhaltens von Soliman könne er keinen Willen erkennen, dass Soliman die Schule weiter betreiben wolle. Bei den Treffen am Mittwoch auf der Insel sei aufgefallen, dass Soliman zu 90 Prozent nur über die Brandschutzproblematik gesprochen habe und von den Schülern und deren Zukunft keine Rede gewesen sei. „Hier geht es um Bildung und Zukunft von 500 Menschen und deren Familien“, so Ingendahl.

„Für uns als Stadt und Kreis ist der plötzliche Entscheidung der Schulschließung völlig unverständlich. Am vergangenen Freitag haben wird noch Gespräche geführt und Soliman wurde angeboten, dass wir einen Schulträger finden und auch die Finanzierung sichern“, betonte Kreisbeigeordneter Horst Gies. Er machte deutlich, dass die Kreisverwaltung auch brandschutztechnisch eine Übergangslösung gefunden habe. Anja Tönneßen verdeutlichte, dass der Kreis keine Sprinkleranlage für den Brandschutz eingefordert und den beiden Interimskonzepten zugestimmt habe. Ein Brandschutzgutachten mit Vorschlägen zur Beseitigung der Schäden sei dem Kreis nicht vorgelegt worden. „Man kann Lösungen finden mit Konzept und Zeitplan. Wir können uns auch weitere Zwischenlösungen vorstellen, um die Schule weiter betreiben zu können“, machte Tönneßen deutlich. Andrea Monreal führte weiter aus, dass die ADD nicht verlangt habe ein eigenes Brandschutzgutachten zu erstellen. Die ADD habe gefordert, dass der Schulbetreiber Kontakt mit dem Kreis aufnehmen solle für eine Begehung der Schule mit den Fachleuten vom Kreis.

Auch der Bürgermeister von Honnef, ebenso wie der Beigeordnete von Unkel, machten die große Bedeutung des Inselgymnasiums für die Städte entlang der rechten Rheinseite sehr deutlich. Allein der Kreis Neuwied habe 220 SchülerInnen auf dem Inselgymnasium. „Wenn man nach Lösungen sucht ist Transparenz gefragt. Was hier passiert sorgt für Verunsicherung und Angst. Ziel muss sein, dass die Schule erhalten bleibt“, so Otto Neuhoff.

Bei allem Unverständnis betonten alle ihre Hoffnung auf weitere Gespräche und Lösungen. Für die Insel gebe es nur eine Lösung, und das sei die Schule. Andrea Monreal hob noch hervor, dass Soliman einem von den Eltern bezahlten neuen Brandschutzgutachten zugestimmt habe, bevor er die Schulschließung verkündet und die ersten Kündigungen ausgesprochen habe. Zudem könne die Schule nicht schon Ende Juni schließen, denn das Schuljahr gehe bis Ende Juli. Mit dem Vorschlag von Soliman, dass die LehrerInnen ja eine Monat auf freiwilliger Basis länger arbeiten könnten, verschiebe Soliman lediglich die Verantwortung in Richtung Kollegium. Für die Abiturienten sei es nicht machbar, ihre Abitur auf einer anderen Schule abzuschließen. Von Seiten der Elternschaft werde eine private Trägerschaft angestrebt. Björn Ingendahl führte weiter aus, dass angedacht sei eine Stiftung zu gründen, die den Brandschutz und den Schulbetrieb finanziere. Das unterstreiche auch die Schulgemeinschaft. Die Schule könne auf finanzstarke Unterstützer hoffen. Letzlich bitten alle den Schulträger Soliman, wieder an den Tisch zurückzukehren. Mit den Finanzen werde man sich einigen können. Eine Lösung scheint also in Sichtweite. AB

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15.11.2021 15:47 Uhr
Gabriele Friedrich

@ Christoph Pie/ Ich habe dieses Expose nicht gesehen, aber ich streite das ja auch nicht ab, das es da war. Herr Soliman wird schon selber wissen, was er vorhat und was er tut.
Wenn mich irgendetwas an dem Gebäude interessiert, dann nicht das es als Schule genutzt wird, denn ich habe ja keine Schulkinder mehr. Eine Tradition geht wohl irgendwie zu Ende, das ist schmerzhaft, am meisten für die noch lebenden Nonnen.
Ich kann es ja nicht ändern und es war auch nicht mein Thema. Ich bin immer für Veränderung, weil unsere Welt brennt, die Menschen auf der Flucht sind und vieles mehr. Es gibt wichtigeres- aus meiner Sicht.Die politische Lage im Land wackelt und so wackeln auch Entscheidungen, die vorher festen Fuß hatten.
Es kann ja sein, das wir alle als Gesellschaft keine Probleme mehr lösen können und Klaus Schwab recht hat. ( WWF ) Wer weiß denn schon, ob nicht irgendeine Enteignungspolitk voranschreitet oder es auch in Deutschland mal wieder kracht?
Open end...für diese Sache hier.



15.11.2021 15:20 Uhr
Gabriele Friedrich

@ Ralf Kraus/ Dann ist es ja gut, die Frage hat mir ja vorher keiner beantwortet. Luxus ist ja auch weit dehnbar. Das die ISR eine Privatschule ist, das weiß ich und Privatschulen sind teuer. Hätte ich früher das Geld gehabt, wäre mein Sohn auch auf eine gegangen. Mit der Gemeinnüztigkeit der ISR habe ich mich nicht befasst, das interessiert mich auch wenig, ich habe ja noch andere Sachen zu tun. Ich antworte in der Regel jedem, weil es eine Frage der Höflichkeit ist. Und so soll das auch bleiben.
Ich lese einen Beitrag mehrmals, auch um die Emotionen zu erkennen. Das kann man nur, wenn man sich "Betonungen" vorstellt. Leider schreiben die Menschen heute keine Briefe mehr und verlernen diese Gabe.
Im Übrigen- noch zum Expose- das angesprochen wurde, ich habe es nicht gesehen, nicht gefunden. Auch Behörden können ihre Meinung ändern- irgendwann, von daher interessiert mich das weniger, wie der Flächennutzungsplan aussieht.



15.11.2021 15:06 Uhr
Christoph Pie

Kurz zu den rechtlichen Personen: Peter Soliman ist gar nicht der Schulträger. Schulträger ist die Privates Gymnasium Nonnenwerth gemeinnützige GmbH. Herr Peter Soliman ist auch nicht Gesellschafter dieser Trägerin, sondern nur ihr Geschäftsführer.
Peter Soliman ist auch nicht Eigentümer der Immobilie Insel Nonnenwerth, diese gehört vielmehr der Objektgesellschaft Meerbusch GmbH. Auch hier ist Peter Soliman kein Gesellschafter, sondern nur Geschäftsführer.
Gesellschaftszweck der Objektgesellschaft Meerbusch GmbH ist "Der Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Immobilien ..." - das passt zu dem im Exposé dargestellten Projekt mit den Eigentumswohnungen.



15.11.2021 14:26 Uhr
Ralf Kraus

@Gabriele Friedrich
Nun der Flächennutzungsplan für Nonnenwerth ist hier sehr präzise ;-) Luxuswohnungen sind von vorher herein komplett ausgeschlossen. Auch alle anderen Dinge im Exposé mögen fester Bestandteil von "schönen" Träumen Herr Solimans sein aber sind nicht wirklich realitätsnah.

Bei dem Gymnasium Nonnenwerth von einem "Gym für Luxuskinder" zu sprechen halte ich für mehr als dreist. Die Schule erhebt KEINE! Schulgebühr und Beiträge sind (wenn sie entrichtet werden) ALLE! freiwillig. Hier herrscht das Solidaritätsprinzip und das schon seit vielen vielen Jahren.

Aber evtl. haben sie hier auch nur die beiden Schulen ISR und das Gymnasium Nonnenwerth verwechselt (erstere gerade vom Bundesfinanzhof abgestraft und Gemeinnützigkeit entzogen).



15.11.2021 13:53 Uhr
Andreas K

Was soll die polemische Frage? Das FGN ist für alle offen. Es handelt sich um keine Privatschule für "Luxuskinder"....



13.11.2021 12:19 Uhr
Gabriele Friedrich

Luxuswohnungen für "betuchte" Senioren sind nicht erwünscht. Aber Gym für Luxuskinder schon? Das macht wenig Sinn. Ist diese Schule noch zeitgemäß, trägt sie sich in 20 Jahren noch? Bei den politischen und gesellschaftl. Katastrophen suchen die Luxusleut vielleicht mehr Schutz beim Wohnen? Luxus ist für jeden was anderes. Für mich wäre als kl. Rentnerin eine bezahlbare einfache Wg/Apartment Luxus. Hab ich aber nicht, also muss ich warten. Mein größter Luxus ist mein Sohn. Man kann auch ohne Abitur Karriere machen und geht man vom Investor aus- so müsst ihr dran denken, das der wesentlich mehr Zeit hat, als die Stadt Remagen. The show must go on, egal mit welchen Stars. Wenn die Sturheit gesiegt hat, ist jedes Reden sinnlos, egal von welcher Seite aus. Ideen hätten vorher kommen können und Nachdenken auch. Raffinesse und Cleverness sind keine Schande. Das Pech hat nur 1 Seite, das Glück hat viele. Es wäre schön, wenn die Kids das Abitur noch machen könnten. Neue Wege und Ziele !



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