Allgemeine Berichte | 18.01.2022

Deubel hat die Hälfte der Haftzeit hinter sich

Oberlandesgericht Koblenz: Deubel wird aus Haft entlassen

Koblenz. Der ehemalige Finanzminister des Landes Rheinland-Pfalz Prof. Dr. Deubel wird nach einer Entscheidung des 2. Strafsenats des Oberlandesgerichts Koblenz aus der Haft entlassen.

Die zuständige Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Mainz hatte auf Antrag des Verurteilten Prof. Dr. Deubel entschieden, dass dieser nach Verbüßung der Hälfte der verhängten Freiheitsstrafe aus der Haft zu entlassen ist und die Vollstreckung des Rests der Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt wird.

Der 2. Strafsenat hat im Beschwerdeverfahren mit Beschluss vom 13. Januar 2022 die Entscheidung der zuständigen Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Mainz bestätigt.

Prof. Dr. Deubel war Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH und wegen der Vorgänge im Rahmen des Ausbauprojekts „Nürburgring 2009“ wegen Untreue und uneidlicher Falschaussage zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden, die er seit November 2020 verbüßte.

Aufgrund der sofortigen Beschwerde der zuständigen Staatsanwaltschaft gegen den Beschluss der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Mainz hatte der 2. Strafsenat die Entscheidung des Landgerichts zu überprüfen. Der Senat ist dabei zu dem Ergebnis gelangt, dass die engen Voraussetzungen einer Entlassung zum Halbstrafenzeitpunkt erfüllt sind.

Bei der Beurteilung des Vorliegens besonderer Umstände, die eine bedingte Entlassung bereits nach Verbüßung der Hälfte der Strafe rechtfertigen, hat der Senat im Rahmen der gebotenen Gesamtwürdigung unter anderem berücksichtigt, dass der Verurteilte 60 Jahre lang, bis zur Begehung der Straftaten, derentwegen er inhaftiert ist, ein straffreies Leben geführt hat und ein angesehenes, beruflich außerordentlich erfolgreiches Mitglied der Gesellschaft war. In den Blick genommen hat der Senat zudem die lange Dauer des Strafverfahrens, das erst nach etwa zehn Jahren mit der rechtskräftigen Verurteilung endete. Dass die der Verurteilung zugrunde liegenden Untreuetaten nicht eigennützig begangen worden sind, war ein weiterer wichtiger Umstand im Rahmen der Gesamtwürdigung des Senats. Der Verurteilte habe sich nicht persönlich bereichern wollen und sich auch tatsächlich nicht bereichert. Vielmehr sei Ziel seines Handelns gewesen, als Finanzminister das Nürburgring-Projekt erfolgreich umzusetzen, damit Investitionen in eine strukturschwache Region zu bringen und Arbeitsplätze zu sichern. Die Tat des Verurteilten hebe sich daher deutlich von einer eigennützig motivierten Untreuehandlung ab. In die Abwägung eingeflossen sind ferner die gravierenden Konsequenzen der Verurteilung für den heute 71jährigen Verurteilten in beruflicher, wirtschaftlicher und privater Hinsicht.

Pressemitteilung des Oberlandesgericht Koblenz

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Koblenzer Bürger: Die Forderung der FDP, die Baumschutzsatzung abzuschaffen, ist ein längst überfälliger Schritt gegen staatliche Überregulierung. Es ist widersprüchlich, Hauseigentümer auf dem eigenen Grund und Boden...
  • Oliver Spielmann: Was passiert, wenn es keine Baumschutzsatzung gibt, haben wir in aktueller Sache in Neuwied gesehen. Hier wurden an einer Schule im Rahmen einer Umgestaltung 3 einhundert Jahre alte nachweislich gesunde...
  • Boomerang : Seit 2011 eine Frau durch einen herabstürzenden Ast in d Rheinanlagen ums Leben kam will keiner mehr für die Sicherheit verantwortlich sein. Mit alten Bäumen ist es wie mit alten Menschen, die können weg und machen nur Arbeit.
  • Bernd Hilger: Und wann wird sie für den Verkehr freigegeben ?
Imageanzeige
Mayener Ausbildungsmesse
MAYA Azubi Messe
Zukunft trifft Tradition KW 10
Zukunft trifft Tradition KW 10
Unterstützeranzeige -Nink-
Familien-Sonntag 2026
Empfohlene Artikel

Remagen. Am 27.02.2026 fand der Abschluss der Ada-Lovelace-AG am Campus Remagen der Hochschule Koblenz statt. Das Ada-Lovelace-Projekt fördert Mädchen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und bietet ihnen die Möglichkeit, technisches Wissen praktisch zu erlernen.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Betrugsversuch im Bereich der Polizei Westerburg, der wohl auch überregional so stattfindet

06.03.: Betrugsmasche nach Todesfall: Polizei mahnt Hinterbliebene zur Vorsicht

Westerburg. Die Polizei Westerburg möchte auf eine besondere Form des Betruges hinweisen, der in dieser oder ähnlicher Form vermutlich auch überregional stattfindet: Ein Geschädigter teilte mit, dass er einige Monate nach dem Tod seiner Ehefrau durch eine vermeintliche Firma kontaktiert wurde. Diese gab an, dass seine Ehefrau kurz vor ihrem Tode Verbindlichkeiten eingegangen wäre, welche nun noch offen stünden.

Weiterlesen

Speyer. Am Freitagabend eskalierte ein Streitgespräch zwischen zwei Personen am Postplatz in Speyer. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung stach ein 18-Jähriger aus Dudenhofen mit einem Messer in Richtung seines 18-jährigen Kontrahenten aus Waldsee. Dieser wurde dadurch im Bereich des Bauches verletzt.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Kreishandwerkerschaft
Daueranzeige 2026
Dauerauftrag 2025
Holz Loth-Entsorgung
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
MAYA 2026
Start in den Frühling
Unterstützeranzeige -Theisen-
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, März 2026
+Hospimed
Innovatives rund um Andernach
Wahlanzeige 4 von 6
Stellenanzeige Küchenleitung
Anzeige "Rund ums Haus"
First Friday Anzeige Februar
Angebotsanzeige (März)
Stellenausschreibung - Assistent*in in Lehre und Forschung - FB WiSo