Allgemeine Berichte | 27.06.2025

Umweltverschmutzung im Westerwaldkreis

Plastikmüll in Wölferlingen alarmiert

Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) kritisiert das Unterpflügen von Resten von Plastikfolie auf einem Acker nahe Wölferlingen.Foto: Immo Vollmer/NI

Wölferlingen. Bürger aus dem Umfeld von Wölferlingen hatten bereits Ende März die Naturschutzinitiative e.V. (NI) auf Plastikvermüllung im Umfeld von Wölferlingen (VG Selters, Westerwaldkreis) durch landwirtschaftlich verwendete Folien aufmerksam gemacht. Außerdem wiesen sie auf weitere Umweltverschmutzungen wie Ölverlust auf Wegen hin.

Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI, machte sich ein Bild der Lage. Er fand nördlich von Wölferlingen einen Bereich vor, in dem die Plastikvermüllung der Landschaft außergewöhnliche Ausmaße angenommen hatte.

In einem relativ eng umgrenzten Bereich von rund 28 Hektar, der vorwiegend durch Äcker und Intensivgrünland geprägt ist, lagen Plastikfetzen von der Größe einer Handfläche bis hin zu mehreren Quadratmetern in der Landschaft. Plastikteile wurden weit verblasen und fanden sich auch in den Randbereichen angrenzender Wälder und Feldgehölze. Es waren fast durchweg Reste von Folien, die in der Landwirtschaft zur Umkleidung von Silageballen verwendet werden. Besonders die häufig auf den Äckern zu findenden Plastikfetzen ergaben laut Immo Vollmer ein Bild, „als seien Altballen mit verrottetem Heu nicht von der verpackenden Folie getrennt worden, um zusammen mit dem Mist auf den Feldern untergepflügt zu werden“.

Es ist nach Kenntnis der NI nicht davon auszugehen, dass die Folien biologisch abbaubar sind. Aber auch wenn diese über längere Zeit abbaubar wären, so hat Plastikmüll nach Auffassung der NI nichts in der offenen Landschaft zu suchen. „Und dieser Fall ist kein Einzelfall, wenn auch besonders eklatant“, sagte Vollmer. „Wir sind viel in der Landschaft unterwegs und bemerken eine zunehmende Vermüllung durch landwirtschaftliche Plastikabfälle. Das sieht nicht nur unappetitlich aus, der Müll schädigt auch die Natur“. Der Biologe erläutert, dass etwa der geschützte Greifvogel Rotmilan gerne Plastikmüll in seinem Nest verbaut, woran im ungünstigen Fall Jungvögel ersticken können. Außerdem reichert sich Mikroplastik in den Böden und Gewässern an, wodurch es in die Nahrungskette gelangen kann.

Da der Zustand nach Aussage des NI-Landesvorsitzenden Harry Neumann nicht nur ein extrem mangelhaftes Umweltbewusstsein widerspiegelt, sondern nach Annahme der NI auch gegen geltendes Recht verstößt, hatte die Naturschutzinitiative e.V. (NI) den Vorfall schon im April bei der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises angezeigt. „Wir sehen hier einen deutlichen Verstoß gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und gegen die EU-Plastikrichtlinie, die zur Verringerung der Auswirkungen von Kunststoffprodukten auf die Umwelt erlassen wurde. In diesem Zusammenhang rügen wir auch eine nicht mehr ‚ordnungsgemäße Landwirtschaft‘“, sagte Harry Neumann. Auf Nachfrage bei der Kreisverwaltung erfuhr die NI, dass man sich dort der Sache annehmen werde und bei einer Fortdauer der festgestellten Vermüllung wieder informiert werden möchte.

Eine erneute Überprüfung in den letzten Tagen zeigte, dass die großen Plastikteile wohl abgesammelt wurden. Dennoch liegen noch sehr viele kleinere Plastikteile in der Landschaft, besonders auf den Äckern herum.

Die NI vermutet, dass Plastikmüll teils untergepflügt wurde und deshalb die kleinen Fetzen noch vorhanden sind. Daher bittet die NI die zuständige Behörde um eine erneute Überprüfung der Flächen. Falls erforderlich, solle eine Bodensanierung der betroffenen Äcker nach der Fruchternte angeordnet werden, um auch den in die Pflugschicht eingearbeiteten Müll zu beseitigen. Denn sowohl das Ausbringen von Müll in die Landschaft als auch das Vermischen von Müll mit unbelastetem Substrat sei verboten und naturschädigend, argumentieren die Naturschützer.

Pressemitteilung Naturschutzinitiative e.V. (NI)

Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) kritisiert das Unterpflügen von Resten von Plastikfolie auf einem Acker nahe Wölferlingen. Foto: Immo Vollmer/NI

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