Allgemeine Berichte | 08.06.2016

50. Rheinischer Archivtag im Siegburger Kreishaus

Positionsbestimmung für die Archivlandschaft

V.li. Dr. Arie Nabrings, Leiter des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums in Pulheim-Brauweiler, Michael Solf, MdL, Kreisdirektorin Annerose Heinze, Kreisarchivarin Dr. Claudia Maria Arndt, Karin Schmitt-Promny, MdL, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, und Thomas Wagner, Archivdezernent des Rhein-Sieg-Kreises.privat

Rhein-Sieg-Kreis. Der Rheinische Archivtag feiert in diesem Jahr Jubiläum: Seit 50 Jahren organisiert die Archivberatung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) jährlich an wechselnden Orten und in Kooperation mit den dort jeweils ansässigen Archiven die ganz besondere Fachveranstaltung für Archivarinnen und Archivare. In diesem Jahr fand sie im Siegburger Kreishaus statt. An zwei Tagen bot sich den rund 160 Fachleuten aus dem Rheinland ein Forum des Austausches.

Kreisdirektorin Annerose Heinze, die die Veranstaltung eröffnete, wünschte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen inspirierenden Gedankenaustausch und betonte: „Unser Archiv ist ein offenes Haus für jeden, der sich für seine Heimatgeschichte interessiert, ein ‚Kompetenzzentrum für Kreisgeschichte‘“.

Nicht nur der Rheinische Archivtag, auch das Kreisarchiv selbst vollendet in diesem Jahr sein erstes halbes Jahrhundert. 1966 wurde im damaligen Kreis Bonn ein hauptamtliches Kreisarchiv eingerichtet, das 1969 vom Siegkreis übernommen wurde.

Archive sind ein Gedächtnis, ohne das die Geschichten der Vergangenheit nicht erzählt werden können

Archivdezernent Thomas Wagner freute sich sehr, dass die rheinische Archivlandschaft im Kreishaus zusammengekommen war: „Archive haben viele Gesichter. Das wird in diesen Tagen besonders deutlich. Insbesondere aber sind sie unser Gedächtnis und helfen uns zu sortieren, was für die Zukunft wichtig ist. Ohne ihre Dokumente könnten wir die Geschichten der Vergangenheit nicht erzählen.“

Verwaltung – Kultur – Wissenschaft: Wer sich mit Archiven und ihren unterschiedlichen Ausrichtungen befasst, wird schnell bemerken, dass die Zuordnung nicht immer ganz leicht fällt. Sind sie nun ausschließlich Bestandteil der öffentlichen Verwaltungen? Verstehen sie sich als Kulturbetriebe oder als Einrichtungen, die der Forschung und Wissenschaft dienen? Über 20 Referierende beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. „Beim diesjährigen rheinischen Archivtag geht es daher auch um eine Positionsbestimmung“, betonte Dr. Arie Nabrings, Leiter des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums in Pulheim-Brauweiler. „Das Archivwesen befindet sich bereits seit einigen Jahrzehnten im permanenten Wandel. Um dem gerecht zu werden, wollen wir in diesem Forum thematisieren, wie wir uns für die Zukunft neu aufstellen müssen.“

Auch Kreisarchivarin Dr. Claudia Maria Arndt blickt der Zukunft gespannt entgegen: „Insbesondere die dauerhafte und zuverlässige Archivierung digitaler Daten ist und bleibt eine besondere Herausforderung, denn Archive denken in viel längeren Zeiträumen, als moderne Speichermedien aktuell erfassen können.“

Pressemitteilung des

Rhein-Sieg-Kreises

V.li. Dr. Arie Nabrings, Leiter des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums in Pulheim-Brauweiler, Michael Solf, MdL, Kreisdirektorin Annerose Heinze, Kreisarchivarin Dr. Claudia Maria Arndt, Karin Schmitt-Promny, MdL, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, und Thomas Wagner, Archivdezernent des Rhein-Sieg-Kreises.Foto: privat

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