Allgemeine Berichte | 17.11.2025, 09:12 Uhr

Abgesagter Notartermin sorgt für entsetzte Reaktionen in der Region

Remagen: Droht dem Krankenhaus nun doch das Aus?

Ungewisse Zukunft für das Krankenhaus Maria Stern. Foto: ROB
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Remagen. Die Verhandlungen zur Rettung des insolventen Krankenhauses Maria Stern in Remagen sind vorerst gescheitert. Ein bereits angesetzter Notartermin sei demnach kurzfristig abgesagt worden. Das berichtete der SWR.

Die geplante Übernahme des Krankenhauses zwar noch nicht endgültig vom Tisch, sie solle nun jedoch auf den 1. Dezember verschoben werden, so der SWR weiter. Trotz allem wurde die Nachricht in der Region als Hiobsbotschaft aufgenommen. Kurz nach Bekanntwerden des geplatzten Notartermins wandte sich ein Sprecher des Verbundkrankenhaus Linz-Remagen an die Öffentlichkeit.

Sprecher: „Wir suchen weiterhin nach Lösungen“

Hier die Pressemitteilung im Originalwortlaut. „Der seit mehreren Wochen intensiv vorbereitete Notartermin am Montag, 10. November, in dem der Trägerwechsel vollzogen werden sollte, konnte unter den gegebenen Umständen nicht stattfinden. Hintergrund ist, dass die IGP Med GmbH die Übernahme des Krankenhauses Maria Stern in Remagen an eine mehrheitliche Beteiligung am Franziskus Krankenhaus in Linz geknüpft hat. Eine solche Beteiligung an dem strukturell wichtigen Haus in Linz war bisher nicht Gegenstand der vorgelagerten Verhandlungen. Wir suchen weiterhin nach Lösungen und bleiben daher auch mit der IGP Med GmbH im intensiven Austausch. Gestern Abend haben wir einen neuen Vertragsentwurf von der IGP Med GmbH erhalten und diesen bereits heute am frühen Morgen mit unseren Anmerkungen zurückgeschickt. Wichtig ist, dass eine Lösung auch in Zukunft tragfähig ist und eine langfristige Perspektive für Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende und die Region bietet. Ein Übernahmeangebot im Rahmen der laufenden Sanierung muss ein stimmiges Konzept enthalten, das auch die Interessen der Gläubiger wahrt. Die Finanzierung des derzeitigen Vertragswerkes steht nicht fest; ein Finanzierungsnachweis wurde uns bislang noch nicht vorgelegt. Als Generalhandlungsbevollmächtigte sind wir gesetzlich dazu verpflichtet, daher schon jetzt Schritte für alle Szenarien vorzubereiten.“

Tiefe Bestürzung beim Bürgermeister

Auch der Remagener Bürgermeister Björn Ingendahl äußert sich zur neuesten Entwicklung zum Krankenhaus Maria Stern: „Mit großem Schrecken und tiefer Bestürzung sehen wir der drohenden Schließung des Remagener Krankenhauses Maria Stern entgegen. Dieses Krankenhaus war über Jahrzehnte eine unverzichtbare Säule der Gesundheitsversorgung in unserer Stadt – ein Ort, der tausenden Bürgerinnen und Bürgern wohnortnahe medizinische Betreuung geboten und zugleich vielen Menschen einen sicheren Arbeitsplatz ermöglicht hat. Die endgültige Schließung wäre ein schwerer Schlag für unsere Stadt und die gesamte Region. Noch vor wenigen Wochen hatten wir Hoffnung geschöpft: Die avisierte Übernahme durch einen neuen Träger zum 1. November schien den Fortbestand des Krankenhauses zu sichern. Umso größer ist nun die Enttäuschung darüber, dass diese Hoffnung - meine eigene und die tausender Menschen in der Region - jäh enttäuscht wurde und der Standort offenbar vor dem Aus steht.

Unverständlich bleibt für mich, dass im Rahmen der Bundes-Krankenhausreform kleine, wohnortnahe Kliniken willentlich geopfert werden. Ich kritisiere ausdrücklich, dass diese Reform offenbar in Kauf nimmt, wichtige Krankenhäuser wie das in Remagen zu schwächen oder gar zu verlieren. Bund und Land sind hier dringend gefordert, ihre Politik zu überdenken und den Erhalt einer flächendeckenden, wohnortnahen Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Ich versichere den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt: Ich werde bis zur letzten Minute nicht nachlassen, bei allen Verantwortlichen und Beteiligten für den Fortbestand unseres Krankenhauses einzutreten. Ich kämpfe für Maria Stern und für die medizinische Versorgung in Remagen.“

Förderverein: „Geben die Hoffnung nicht auf“

Entsetzt von der jüngsten Entwicklung zeigten sich auch die Mitglieder des Fördervereins des Krankenhauses, allen voran die 1. Voristzende Pia Wasem.„Mit Entsetzen haben wir davon Kenntnis genommen, dass der Notartermin geplatzt ist und die weiteren Entwicklungen offen sind! Leider sind wir in Gespräche und Verhandlungen nicht immer involviert worden. Daher haben wir erst durch Medienanfragen von dieser tragischen und traurigen Entwicklung erfahren. Auch wir geben die Hoffnung nicht auf und unterstützen mit aller Kraft das Krankenhaus Remagen und die wohnortnahe gesundheitliche Versorgung samt Notfaufnahme zu erhalten! Egal, was passiert: Der Förderverein, der vor 25 Jahren zur Unterstützung des Krankenhauses gegründet wurde, wird auch weiterhin hinter dem Haus, seinen Mitarbeitenden und Patientinnen und Patienten stehen“, so Pia Wasem. „Wie lange wir das können, das ist von der weiteren Entwicklung abhängig.“ rob

Ungewisse Zukunft für das Krankenhaus Maria Stern. Foto: ROB

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