Allgemeine Berichte | 12.06.2018, 11:58 Uhr

REPORT MAINZ berichtet zu Brandbrief der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft

Rettungsdienste vor dem Kollaps: Gewerkschaft befürchtet fatale Folgen

Symbolbild. Foto: markusspiske / pixabay
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Mainz. „Report Mainz“ liegt exklusiv ein Brandbrief der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor, in dem diese vor einem „organisatorischen Kollaps“ des deutschen Rettungswesens warnt. Diese Gewerkschaft vertritt auch sehr viele Rettungssanitäter. In dem Schreiben, das dem Minister bereits im April zuging, warnen die Retter, dass „fatale Folgen für lebensbedrohlich verletzte oder erkrankte Patienten“ drohten. Grund seien viele Bagatelleinsätze, zu denen die Rettungsdienste gerufen würden.

Der Vorsitzende des Landesverbandes Hamburg der Gewerkschaft, Daniel Dahlke, sagte im Interview mit „Report Mainz“: „In allen Großstädten sind die Kollegen überlastet oder an der Grenze zur Überlastung.“ Dies könne folgenschwere Konsequenzen haben. „Natürlich kann das mal durchschlagen, dass die Kollegen durch die Belastung, durch die hohe Anzahl von Einsätzen Fehlentscheidungen treffen“, so Dahlke.

„Report Mainz“ zeigt in der Sendung am Dienstag, 12. Juni 2018, 22:15 Uhr im Ersten, Menschen, die von solchen Fehlentscheidungen betroffen waren. So berichtet Nancy S., dass die Leitstelle keinen Rettungswagen für ihren Großvater schickte. Begründung: Es handele sich um keinen Notfall. Der Mann habe viel Blut gespuckt, so Nancy. 48 Stunden später war er tot. Corinna Axt rief die 112 an, weil sie starke Bauchschmerzen hatte. „Das waren richtige Vernichtungsschmerzen“, erinnert sie sich. Der Rettungsdienst sei zwar gekommen, habe sich aber geweigert, sie in ein Krankenhaus zu bringen. Schließlich sei ihr Vater gekommen und habe sie in die Notaufnahme gebracht. Die Diagnose: eine geplatzte Gallenblase.

In einer schriftlichen Stellungnahme zum Brandbrief der Gewerkschaft verweist Gesundheitsminister Jens Spahn auf den Koalitionsvertrag. Darin seien Verbesserungen der Notfallversorgung vereinbart. Allerdings wäre für eine Reform die Zustimmung der Bundesländer zwingend erforderlich.

Pressemitteilung SWR / Das Erste

Symbolbild. Foto: markusspiske / pixabay

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