Ausflug des Heimatvereins Bassenheim nach Bergheim
Riesenbagger, Geisterdörfer und Prunkschloss
Bassenheim. Der Heimatverein Bassenheim machte sich unter dem Motto "Schlösser und Schaufelradbagger" auf in den Rhein-Erft-Kreis. Erste Station war das von RWE Power genutzte Informationszentrum Schloss Paffendorf, wo die Teilnehmer von Gästeführerin Monja Pietrzyk in Empfang genommen wurden. Das von Wassergräben umgebene Renaissanceschloss wurde zwischen 1531 und 1546 errichtet und ist seit 1958 im Besitz der RWE Power AG. Seit 1967 befindet sich dort im ersten Stock des Herrenhauses eine Dauerausstellung über die Rheinische Braunkohleindustrie.
Hier erhielten die Teilnehmer einen Überblick über die verschiedenen Braunkohlereviere und deren aktuellen Nutzungsstand, angefangen bei der betrieblichen Nutzfläche, den rekultivierten Flächen mit landwirtschaftlicher oder forstwirtschaftlicher Nutzung oder der neuentstandenen Seenlandschaft. Ebenso die Umsiedelung der verschiedenen Dörfer (alte und neue Standorte) wurden thematisiert. Besonders beeindruckend war die Nachbildung einer Baggerschaufel im Originalformat, die sich scheinbar durch das Gebäude gräbt, im Bereich der Ausstellung über die Technik der Braunkohleindustrie.
Von Schloss Paffendorf ging es nun zu einem Aussichtspunkt des Tagebaus Hambach, wo trotz des starken Nebels einer der riesigen Schaufelradbagger bei der Arbeit zu sehen war. Die Reise führte nun in das „Geisterdorf“ Manheim, welches bis 2018 abgerissen werden soll und in dem die meisten Häuser schon heute leer stehen und anschließend zum neuen Standort des Dorfes Manheim Neu. Es war sehr bedrückend, ein so verlassenes Dorf zu sehen, umso erfreulicher wie viel Liebe und Engagement in die Gestaltung des neuen Dorfes gesteckt wird, wo zum Beispiel die Kapelle 1:1 mit umgezogen wurde.
Hungrig von den vielen Informationen und Eindrücken kehrte die Gruppe in Bergheim ins Brauhaus zur Krone ein. Weg von der Braunkohle zum Glanz und Prunk des Rokoko ging die Reise nun nach Brühl zum Schloss Augustusburg. Das seit 1984 zum UNESCO Weltkulturerbe gehörende Schloss zählt zu einem der bedeutenden Schöpfungen des Rokoko in Deutschland. Beispielhaft dafür das von Balthasar Neumann entworfene Prunktreppenhaus. Die Zusammenführung von Architektur, Plastik, Malerei und Gartenkunst beeindruckte auch die Teilnehmer des Heimatvereins Bassenheim. Das 1725 durch den Kölner Kurfürsten und Erzbischof Clemens August aus dem Hause Wittelsbach errichtete Jagd- und Sommerschloss diente 1949 – 1996 dem Bundespräsidenten zum Empfang für Staatsgäste.
Nach einen eindrucksvollen und informationsreichen Tag, kehrten wir am Abend nach Bassenheim zurück.
