Allgemeine Berichte | 31.07.2026

Silber, Bronze und Gold in Kiel, Berlin und im Saarland:

Special Olympics: Wassenacher steht ganz oben auf dem Siegertreppchen

Goldmedaillengewinner Thorsten Baltes mit seinen Eltern Dietmar und Angelika in ihrem Haus in Wassenach.  Foto: GS

Wassenach/Sinzig. „Ich bin sehr stolz, ich habe das für mich gemacht, für die Caritas und für die Lebenshilfe.“ Thorsten Baltes aus Wassenach hat im Juni bei den Special Olympics Nationalen Spielen im Saarland die Goldmedaille im Bowling gewonnen. Der 38-Jährige setzte sich bei diesem inklusiven sportlichen Großereignis im Einzelwettbewerb der Männer erfolgreich gegen die nationale Konkurrenz durch. Die Special Olympics Nationalen Spiele gelten als das größte Multisport-Event in Deutschland für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung.

Mehr als 4000 Athleten haben sich nach der Eröffnungsfeier im Saarbrücker Ludwigsparkstadion eine knappe Woche lang in 27 Disziplinen von Badminton und Bowling bis hin zu Voltigieren gemessen. Das Event im Saarland bot eine Woche lang emotionale Momente und gelebte Inklusion auf und abseits der Sportstätten.

In Kiel und Berlin dabei

Thorsten Baltes ist kein Unbekannter in der regionalen Sportszene. Er trainierte seit 2016 unter anderem im Rahmen der Sportangebote der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach und konnte bereits bei früheren Special Olympics Wettbewerben, wie 2018 in Kiel (Silbermedaille) und 2022 in Berlin (Bronzemedaille), wichtige Wettkampferfahrung sammeln.

Seine harte Vorbereitung auf Bahnen am Nürburgring, in Koblenz oder einfach auf einer Kegelbahn in Kripp zahlte sich im Saarland aus. Mit Nervenstärke und Präzision räumte er die Pins ab und sicherte sich den verdienten ersten Platz. In seiner Heimatgemeinde Wassenach gratulierte Bürgermeister Manfred Sattler dem den frischgebackenen Sieger: „Ich sitze zum ersten Mal neben einem Goldmedaillengewinner. Das ganze Dorf ist stolz.“

Der Erfolg von Athleten wie Thorsten Baltes unterstreicht die Bedeutung der Special Olympics Bewegung. Denn neben den sportlichen Titeln stand bei den Spielen im Saarland vor allem das sichtbare Miteinander im Vordergrund. Die Spiele zeigten eindrucksvoll, wie Sport Barrieren abbaut und Menschen mit und ohne Beeinträchtigung dauerhaft zusammenbringt. Davon konnten sich bei den Wettbewerben insgesamt mehr als 110000 Zuschauer überzeugen.

Und von einer Weisheit, die Thorsten Baltes bei einem Besuch von BLICK aktuell in seinem Elternhaus mit seinen Eltern Dietmar und Angelika teilte: „Man kann mit allem leben, Hauptsache die Freude am Leben bleibt.“ Dort war Thorsten „auf Heimaturlaub in der Eifel“, denn in der Regel lebt er im Ausweichquartier der Sinziger Lebenshilfe in Rolandseck. Und arbeitet in der Verpackungsabteilung von Haribo auf der Grafschaft. „Thorsten hat da einen weiteren Satz nach oben gemacht auf dem Weg zur Eingliederung in die freie Wirtschaft“, sagt Mutter Angelika, die wie Vater Dietmar stolz beobachtet, wie Thorsten seine Medaillen präsentiert.

Für den Vater, der als freiwilliger Helfer der Lebenshilfe Ausflüge wie zur DTM auf dem Nürburgring oder zu Bundesligaspielen von Mainz 05 organisiert, ist indes auch wichtig, dass das neue Wohnprojekt der Lebenshilfe in Angriff genommen wird: „2029 soll es fertig sein. Bis dahin ist der Düsseldorfer Hof das Provisorium.“

Kein Provisorium mehr ist hingegen das Lebenshilfehaus an der Sinziger Pestalozzistraße. Dieses wurde in den vergangenen Monaten renoviert und neu gestaltet. Auch das Außengelände wurde vollständig neu angelegt. Das alles soll beim Sommerfest am Samstag, 8. August, von 14 bis 18 Uhr gefeiert werden. Darauf freut sich die komplette Familie Baltes, der vor allem der Austausch wichtig ist. Dietmar Baltes großer Wunsch: „Mehr von unseren Ausflügen und Aktivitäten auf der Homepage der Lebenshilfe.“ Denn wie im Saarland gehe es auch im Kreis Ahrweiler um Gemeinschaft und Teilhabe. Oder wie Thorsten Baltes es ausdrückt: „Hauptsache die Freude am Leben bleibt.“

GS

Goldmedaillengewinner Thorsten Baltes mit seinen Eltern Dietmar und Angelika in ihrem Haus in Wassenach. Foto: GS

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