Allgemeine Berichte | 04.02.2022, 10:56 Uhr

Infoabend des Sportbundes Rheinland für Sportvereine aus dem Ahrtal mit großer Resonanz

Sportinfrastruktur für alle Menschen schaffen

Zielgerichtet, bedarfsorientiert und nachhaltig – SBR erhält Zuschlag für Entwicklung eines kreisweiten Sportstättenentwicklungsplanes

Kreis Ahrweiler.Es gibt viele Fragen, es herrscht Informations-, Aufklärungs- und besonders Koordinierungsbedarf. Dies offenbarte der „Digitale Informationsabend“ des Sportbundes Rheinland (SBR) für die von Flutkatastrophe betroffenen Sportvereine aus dem Ahrtal. 40 Vereine waren der Einladung gefolgt, um sich mit Informationen rund um den Wiederaufbau ihrer Sportstätten versorgen zu lassen. Mit von der Partie waren Repräsentanten der Wiederaufbauabteilung des rheinland-pfälzischen Innenministeriums, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, der Investitions- und Strukturbank, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, sowie der Hochschule Koblenz und des Institutes für Sportstättenentwicklung in Trier (ISE).

Gleich zu Beginn der Veranstaltung skizzierte SBR-Präsidentin Monika Sauer die derzeitige Gemengelage in dem Bemühen, eine zukunftsfähige Sportinfrastruktur im Ahrtal zu schaffen. „Im Landratswahlkampf hatten alle Kandidaten betont, wie wichtig es sei, Sportstätten durchdacht und modern wieder aufzubauen und dabei zukünftige Entwicklungen zu berücksichtigen“, sagte Sauer. Ob dies die derzeitigen Regeln, unter denen die Sportvereine agieren müssten, hergeben, sei noch völlig offen.

Zeitnahe Entscheidungen und flexible Lösungen

Dabei habe der SBR bereits im September 2021 ein Konzept zur Sportstättenbedarfsplanung vorgelegt und damit einhergehend angeboten, kreisweit eine koordinierende Funktion zu übernehmen. „Durch die Zusammenarbeit mit dem ISE und der Hochschule Koblenz bringen wir die nötige fachliche Expertise für die Entwicklung einer zukunftsfähigen Infrastruktur mit. Wir haben somit frühzeitig einen Beitrag geleistet, dass der Wiederaufbau zügig vorangeht. Leider wurde dies zunächst nicht beachtet“, konstatierte Sauer. Kürzlich habe der SBR nun den Zuschlag der Kreisverwaltung für die Entwicklung eines Sportstättenentwicklungsplans im Ahrtal erhalten.

Ungeachtet dessen sei der SBR bereits „in Vorleistung „ getreten und habe mit vielen Sportvereinen Gespräche vor Ort geführt und gemeinsam mit dem ISE und der Hochschule nach Lösungen für ihre Probleme gesucht. „Zeitnahe Entscheidungen und flexible Lösungen für die Realisierung nachhaltiger Projekte sind dringend erforderlich“, sagte Sauer.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat der SBR nicht nur die Sportvereine im Blick. „Mit der Schaffung einer zielgerichteten, bedarfsorientierten und nachhaltigen Sportstättenentwicklungsplanung wollen wir Vereins-, Schul- und Individualsport gleichermaßen ermöglichen. Wir schauen uns alles an, was mit Bewegung zu tun hat“, sagte Stefen Henn (ISE) bei der Vorstellung des SBR-Konzeptes, das wissenschaftlich von der Hochschule Koblenz begleitet wird.

An Sportbedürfnisse aller Menschen denken

Henn skizzierte den Sportvereinsvertretern eine konkrete Vorgehensweise hin zu einem kreisweiten Sportstättenentwicklungsplan. In einem ersten Arbeitspaket würden alle relevanten Merkmale der Sportstätteninfrastruktur im Ahrtal und des aktuellen Zustands registriert. „Herzstück“ der Beratung sei das Arbeitspaket 2 mit der Begleitung von Wiederaufbauprojekten. Diese umfasst die sportfachliche Bedarfsermittlung, eine Umfeld- und Potenzialanalyse, die hochwasserrechtliche Betrachtung und die Beurteilung der Fördervoraussetzungen. Schließlich gibt es konkrete Handlungsempfehlungen für alle Beteiligten.

Dieser Prozess könne bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein, meinte Professor Dr. Lutz Thieme (Hochschule Koblenz). Der Experte appellierte an die Sportvereine, sich auf diese umfassende Betrachtung der Sportstättenentwicklung im Landkreis einzulassen. Dies könne als Katalysator wirken. „Wir wollen Prozesse beschleunigen, damit die politischen Entscheidungen schneller erfolgen können“, sagte Thieme. Beim Wiederaufbau einer Sportstätteninfrastruktur solle man sich nicht nur von der Anzahl der Sportplätze leiten lassen, sondern an die Sportbedürfnisse aller Menschen denken, so die Empfehlung von Thieme.

Die stellvertretende SBR-Geschäftsführerin Susanne Weber, zugleich Moderatorin des Infoabends, zeigte sich rundum zufrieden mit dem Ablauf der Veranstaltung. „Wir haben alle Beteiligten zusammengeführt, konnten Informationsdefizite beseitigen und Missverständnisse teilweise ausräumen“, bilanziert Weber.

Leitfaden für Sportvereine wird erarbeitet

Weber bewertet es als positiv, dass für die Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig bereits erste wasserrechtliche Einschätzungen für die Sportanlagen gibt. Der SBR werde mit den Verbandsgemeinden Altenahr und Adenau Kontakt aufnehmen, um auch hier eine zügige Einschätzung der SGD Nord zu den bisherigen Standorten der Sportanlagen zu erhalten.

„Wichtig war für uns auch die Klarstellung des Innenministeriums, dass die Ausstattung von Sportanlagen und Funktionsgebäuden zur gemeindlichen Infrastruktur zählt. Vereine müssen somit die Anträge über die jeweiligen Gemeinden zum Maßnahmenplan des Kreises anmelden“, sagt Weber.

Der SBR werde die Ergebnisse des Infoabends aufarbeiten und allen Vereinen und Kommunen zur Verfügung stehen. Zusätzlich soll ein Leitfaden für die Antragsstellung für Vereine erarbeitet werden. „Unser Ziel ist es, die Abläufe transparent zu machen und durch eine Bündelung der sportrelevanten Fragestellungen, die Entscheidungsprozesse zu beschleunigen“, so Weber zur Rolle des SBR. „Die Veranstaltung war nur der Auftakt im Dialog mit allen Akteuren vor Ort“, betont Weber mit Blick auf die kommenden Schritte. Kontakt: Sportbund Rheinland: Susanne Weber, E-Mail. susanne.weber@sportbund-rheinland.de, Tel. (02 61) 13 51 09.

Pressemitteilung des

Sportbundes Rheinland

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