Allgemeine Berichte | 02.06.2025

Maßnahme zum Schutz von Gesundheit und Umwelt

Stadt Bad Breisig führt Tempo 30 auf der B9 ein

Die B9 in Bad Breisig.  Foto: ROB

Bad Breisig. Bad Breisig. Die Stadt Bad Breisig setzt einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger um: Auf der Bundesstraße 9 (B9) im Bereich der Ortsdurchfahrt wird künftig eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h gelten. Diese Maßnahme dient der Reduzierung von Lärm und Luftschadstoffen, folglich dem Schutz der Gesundheit sowie der Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Die Einführung der Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h basiert auf einem langjährigen Austausch zwischen der Verbandsgemeindeverwaltung, dem Landesbetrieb Mobilität, dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD). Hintergrund sind u.a. die im Mai 2020, durch den LBM vorgenommene Schalltechnische Untersuchung sowie die besorgniserregenden Messergebnisse des Deutschen Wetterdienstes (DWD), die jede für sich eine deutliche Überschreitung der zulässigen Lärmwerte und Stickstoffdioxid-Grenzwerte in der Innenstadt nachweisen – verursacht hauptsächlich durch das hohe Verkehrsaufkommen auf der B9.

Nach den vorliegenden Berechnungsergebnissen werden die Auslösewerte der Lärmsanierung am Tag an insgesamt 68 Gebäuden und in der Nacht an insgesamt 75 Gebäuden erreicht oder teils erheblich überschritten. Damit besteht aus Sicht der Behörden dringender Handlungsbedarf, um gesundheitliche Beeinträchtigungen der Anwohner zu vermeiden.

Bereits im Jahr 2019 wurde im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung im Jugend- und Kulturbahnhof Bad Breisig ein Verkehrsgutachten vorgestellt, das ebenfalls die Einführung von Tempo 30 empfahl – mit dem Ziel, die Verkehrsbelastung zu reduzieren, die Sicherheit zu erhöhen und den Verkehrsfluss zu verbessern.

Aufgrund eines Fraktionsantrags zur Prüfung entsprechender Maßnahmen, beauftragte der Stadtrat am 31.10.2019 die Verwaltung mit der Umsetzung. Nach einem umfassenden Prüfungs- und Anhörungsverfahren und der Zustimmung des LBM konnte die Straßenverkehrsbehörde der Verbandsgemeinde Bad Breisig nun die verkehrsbehördliche Anordnung zur innerörtlichen Geschwindigkeitsreduzierung von 50 km/h auf 30 km/h erlassen. Neben der Lärmpegel- und Schadstoffverbesserung erhofft sich die Straßenverkehrsbehörde der Verbandsgemeinde Bad Breisig auch die Minimierung von Unfallfolgen auf der, mit täglich rund 20.000 Fahrzeugen, stark frequentierten Bundesstraße 9.

Neben der zwischenzeitlich erfolgten Auftragung lärmreduzierenden Asphalts, der Einrichtung von Pförtnerlichtsignalanlagen, der Prüfung von Grünpfeilen bzw. Grünen Pfeilen sowie der Beantragung der Installation von Mautkontrollsäulen, welche leider vom zuständigen Bundesamt für Güterverkehr abgelehnt wurde, bildet die Geschwindigkeitsreduzierung einen wichtigen Bestandteil zur Verbesserung der Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger und Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.

Die Maßnahme wird in den kommenden Wochen durch die zuständige Masterstraßenmeisterei Sinzig umgesetzt. Die Stadt Bad Breisig bittet alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis und die konsequente Einhaltung der neuen Geschwindigkeitsregelung.

Neben der Umwelt- und Gesundheitsentlastung erhöht eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h auch die Verkehrssicherheit signifikant. Die menschliche Reaktionszeit beträgt im Durchschnitt eine Sekunde – bei 30 km/h legt ein Fahrzeug in dieser Zeit rund 8,3 Meter zurück, bei 50 km/h bereits knapp 14 Meter. Zudem ist die kinetische Energie bei 50 km/h fast dreimal so hoch wie bei 30 km/h – was den Bremsweg entsprechend verlängert.

Ferner kann durch eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h rechnerisch eine Pegelminderung von 2,5 dB(A) am Tag und 2,55 dB(A) in der Nacht erreicht werden.

Als Ziele dieser Maßnahme sind vor allem der Schutz der Anwohner vor gesundheitsschädlichem Verkehrslärm, die Verbesserung der Luftqualität im Kurort Bad Breisig, die Erhöhung der Verkehrssicherheit und Unfallprävention sowie die Stärkung der Attraktivität als lebenswerter Ort zu nennen.

Mit der Einführung von 30 km/h geht die Stadt Bad Breisig einen entscheidenden Schritt in Richtung nachhaltiger Stadtentwicklung und aktiver Gesundheitsvorsorge.

Die B9 in Bad Breisig. Foto: ROB

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Kommentare
27.08.202513:12 Uhr
LeserinBB

Wenn Bad Breisig es tatsächlich anderen Orten gleichtun möchte, in dem nun in der Vergangenheit schon alle Parkmöglichkeiten, die bestanden haben, nun mit Parkautomaten ausgerüstet wurden, um auch bloß niemanden länger als die kostenfreien 30 min vor Ort zu halten, nun auch noch mit diesem Firlefanz die Besucher aus Bad Breisig ferngehalten werden sollen, wird dies wohl am Ende des Tages alles andere als einen erhöhten Umsatz und Gewerbesteuer in die Kassen spülen. Vielleicht sollte einmal darüber nachgedacht werden, den Fahrrädern ebenfalls Nummernschilder anzubringen, damit diese, die nämlich hauptsächlich nun alle vorhandenen Tempo-30-Schilder missachten, ebenfalls "geblitzt" werden können und Geld in die Kassen spült ;-)

27.08.202513:11 Uhr
LeserinBB

Ferner gab es doch vor einiger Zeit erst eine längere Bauphase, in der Flüsterasphalt auf der B9 aufgebracht wurde, damit die Anwohner besser schlafen können. In diesem Kontext stellt sich natürlich noch die Frage, welche Anwohner genau dort überhaupt gestört werden sollen. Abgesehen davon, dass die Straße existierte, bevor diese dort eingezogen sind, lassen sich die Wohnhäuser, die unmittelbar an der Straße verweilen, wohl an einer Hand abzählen.
Warum nun "Lärmschutz" im Bereich des Kurparks, Puppenmuseum, Sparkasse, Friseuren, Tankstellen, Blumengeschäften, Schneidereien, Fahrschule, Kirche, Restaurant/Dönerläden, Bäckerei, Edeka, Schule, Ärztehaus, Tedi, Rossmann, Aldi von Nöten ist, in denen sich -soweit erinnerlich- zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens ohnehin niemand aufhält, von Nöten ist, erschließt sich mir nicht, wie wohl auch wenigen anderen Bewohnern.

27.08.202513:10 Uhr
Leserin_BB.

Nahezu täglich findet man sich nun im Stau, und das schon lange vor Bad Breisig. Aus Richtung Andernach kommend staut es sich bis mindestens zur Aral Tankstelle Brohl und zum Teil auch bis zur Abfahrt Namedy. Aus Richtung Sinzig kommend bis Höhe Rasthaus B9. Meine durchschnittliche Geschwindigkeit auf diesem Stück bis zur B9 (Höhe Grundschule) beträgt maximal 14 km/h, meist eher um die 7 km/h. Und dies wenn der Verkehr läuft. Mir ist es völlig schleierhaft, wen oder was man hier mit Geschwindigkeitskontrollen überwachen will?! Die einzigen Verkehrsteilnehmer, die tatsächlich und ausschließlich schneller als 30 km/h fahren sind ausnahmslos Radfahrer, überwiegend mit E-Bike-motorisierte ältere Leute, die sich weder an rote Ampeln, Zebrastreifen noch sonstiges halten und sich durch jede vorhandene oder auch nicht vorhanden Lücke zwischen den Autos durchschlängeln. Ob dies auf längere Sicht zu mehr Verkehrssicherheit führt, bleibt abzuwarten. Ich vermute nicht.

19.06.202518:41 Uhr
Th. KRAFT

Lächerlich eine 30 Zone neben der Strecke der DB wo Perspnenzüge mit 160 und Güterzüge mit durchschnittlich 100 km
Fahren.
Daneben Schilder 30 Lärmschutz , ade Glaubwürdigkeit.
Lieber sollte man vorsätzlich auf laut getunte PKW und Motorräder aus dem Verkehr ziehen, aktuell produzierte Fahrzeuge sind nämlich heute ,falls noch original gar nicht mehr so laut .
Halte mich selber oft genug an der B9 auf
Und bekomme das Täglich mit ,allerdings denke ich das sich das mit einer Tempobegrenzung nicht abstellen lässt.
Ich jedenfalls werde meinen Arbeitsweg ändern, dann hat Breisig Lärmschutz ,für mich ein Paar km mehr , die Umwelt wirds danken .
Das ist warer Umweltschutz aber 2,5 km 30 auf einer Bundesstraße tue ich mir nicht an .
Und mein morgendliches Frühstück aus der Bäckerei in Bad Bteisig - das gibt's auch anderswo !
Passt also , ich hoffe es handeln noch mehrere Pendler so , dann können die letzten Geschäfte auch bald schließen.
Glückwunsch, dann wird es ganz leise.

18.06.202509:15 Uhr
R.Müllers

Der zunehmende Schwerlastverkehr ist wahrscheinlich auch ein Grund. Aber genau so die ganzen Fahrzeuge mit extra lauten Fahrgeräuschen und die ganzen Personen die mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch die Ortschaften fahren.
Gerade B9 im Bereich Remagen, Oberwinter, Rolandseck dieses Jahr schon mehre Fahrzeuge gehabt die da mit an die 100 km/h durchgefahren sind und auch keine Achtung den Überholverboten oder einer roten Ampel gegenüber zeigen. 50 km/h fahrende Fahrzeuge sind da generell schon selten geworden. Die ganzen Begrenzungen nutzen halt nichts, wenn diese nicht kontrolliert werden. Siehe auch wieder Remagen mit den 30er Zonen, da braucht man sich nur irgendwo hinstellen und es fahren etliche mit überhöhter Geschwindigkeit vorbei. Samt den Stadteigenen Fahrzeugen...

13.06.202519:24 Uhr
Thomas R.

Die Regelung wird doch sicherlich vor Gericht keinen Bestand haben. In unserer Landeshauptstadt Mainz wurde Tempo 30 vorerst wieder gekippt:
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/mainz/tempo-30-in-innenstadt-auf-kaiserstrasse-parcusstrasse-und-rheinallee-aufgehoben-100.html

05.06.202523:19 Uhr
Andreas Sturm

Man kann es nicht verstehen, was hier passiert. Es ist wie in vielen anderen Städten, es werden pseudoberechtigte Gründe angeführt. Schadstoffe werden wahrscheinlich eher mehr denn weniger, denn die geringere Geschwindigkeit lässt die Autos länger im Ort sein, wenn sie nur durchfahren. Genau wie in Bonn, wo große Durchfahrtsstraßen zwangsweise verengt werden, ohne Berechtigung oder gar reales OK der Bezirksregierung in Köln. Alles nur angeblich zum Schutz der Menschen und dem CO²-Ausstoß, der für sämtliche Gängelung der Autofahrer herhalten soll. Tempo 30 ist aus meiner Sicht nur sinnvoll an Schulen, Seniorenheimen, großen angebundenen Plätzen wie mitten in der Stadt, aber nicht auf einer Durchfahrtsstraße wie der B9. Die falsche Verkehrspolitik setzt sich leider überall durch. Man versteht es einfach nicht mehr.

05.06.202521:31 Uhr
Christian Sauter

Und demnächst die rechte Spur der B9 für Fahrradverkehr sperren (siehe Bonn Innenstadt)...man, man, man. Leute, was soll das? ??

05.06.202520:45 Uhr
Jue

Euer ernst wofür! Baut mal ne Brücke oder Tunnel durch Breisig. Den Ort will sich sonst keiner an tun

05.06.202512:23 Uhr
Pavlak Rost

mit 30 km/h fährt jedes Fahrzeug mit manueller Gangschaltung im 2.Gang mit einer viel einer höheren Lärmemission.
Wenn dann macht da 40 km/h draus, dann wirds auch leiser.

05.06.202511:02 Uhr
A.C

Und die Pleitegeier haben wieder was gefunden um Geld ab zu zocken. Lass die LKW verschwinden und das Problem wäre gelöst.

04.06.202519:36 Uhr
Walther

Wenn ich manchen Käse lese. Die bösen lkws ... echt jetzt. Sollen wir fliegen. Nach der Flut waren alle froh das wir mit unseren kippern wochenlang mit aufgehobener lenkzeit hin und her gefahren sind jetzt wo wir nicht mehr wichtig sind wird losgewettert. Am besten kein einziger lkw mehr nach und durch Breisig dann könnt ihr eure Lebensmittel mit der Schubkarre holen.

04.06.202518:16 Uhr
Roland Schmitz

Leider sehe ich das auch wie viele, reine Abzocke. Wir werden auch dazu bestimmt, alles anzunehmen was die Herrn Politiker bestimmend uns Bürger auftragen. Ich hoffe es werden sich viele gegen die Tempoeinschränkung melden, schon allein deswegen, weil wir uns auf einer Bundesstraße befinden. Die Verantwortlichen die diese 30zige Zone einrichten wollen, sollen doch noch mal alle Argumente überdenken, die dagegen sprechen.

04.06.202515:51 Uhr
Ronny

Auto vor der Stadt abstellen und einen Weitertransport mit einem Eselgespann organisieren!

04.06.202512:52 Uhr
HerrM.v.T.

Was ein Quatsch. Ich mein die Geringverdiener müssen sich ja dann an die Verkehrsregeln halten und wir von der Oberschicht dürfen innerorts nicht überholen. Also hier gewinnt wirklich keiner. Der Lärm kommt meines Erachtens, durch die LKW. Grade Nachts! Und ich besitze mehrere Immobilien direkt an der B9 und habe sogar selbst schon ein paar Nächte dort verbracht. Wirklich unangenehm. Vielleicht sollte die Stadt einfach eine Brücke über die Stadt bauen wie in Sinzig, dann erübrigt sich auch der elende Reißverschlussverkehr vor der Stadt.

04.06.202508:46 Uhr
Petra.J

Es sind nicht die 50 km/h, die hier die Qualität mindern, sondern die vielen Lkws, die da durchrollen.
Hier sieht man wieder, dass die Verantwortlichen nichts verstanden haben!

04.06.202505:46 Uhr
Roland Harsche

Alle Beteiligten sollten lieber den unberechtigten Schwerlastverkehr auf dieser Straße überwachen. Das ist der tatsächliche Auslöse fuer Schadstoffe und Lärm. In Wirklichkeit will man nur wieder den Autofahrer zur Kasse bitten. Aber wie immer, die Ursache wird nicht angegangen.

03.06.202513:46 Uhr
Spacko

wie haben die menschen vor 30 jahren nur solch eine qual überlebt … hoffentlich werden die mieten an der b9 dadurch teurer ??

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