Allgemeine Berichte | 13.12.2022

Nach der angekündigten Schließung der stationären Gynäkologie und Geburtshilfe im Maria Hilf Krankenhaus wird auch das Angebot im Krankenhaus in Adenau reduziert

Stationäre Versorgung im St. Josef-Krankenhaus wird eingestellt

Das St. Josef-Krankenhaus in Adenau.  Foto: Marienhaus Klinikum

Adenau. Die stationäre Versorgung im St.-Josef-Krankenhaus in Adenau wird zum 31. März 2023 eingestellt. Dies gab die Marienhaus Gruppe am Freitag letzter Woche bekannt. Ein entscheidender Grund für die Einstellung sei der Mangel an Fachpersonal. „Mehr und mehr Stellen in Pflege, Therapie und Ärztlichem Dienst können nicht nachbesetzt werden, so leider auch am St. Josef-Krankenhaus“, heißt es in einer Presseverlautbarung der Gruppe. Hinzu käme eine schwierige wirtschaftliche Situation. Diesen zwei großen Herausforderungen habe man „als Krankenhaus mit eingeschränktem Spektrum nichts entgegenzusetzen.“

Bei der stationären Versorgung, die Ende März beendet wird, handele es sich laut Marienhaus Gruppe um eine vorwiegend geriatrische Versorgung. Diese werde am Krankenhausstandort Bad Neuenahr-Ahrweiler fortgeführt. „Eine stationäre Versorgungslücke durch den Wegfall des Krankenhauses in Adenau entsteht nicht, da bereits jetzt die Versorgung in den Kliniken im Umland erfolgt“, heißt es weiter. Für die Notfallversorgung sind keine Einschränkungen erwartet.

„Rettungsdienst bestens aufgestellt“

„Der Rettungsdienst vor Ort ist dank des großen Engagements des Fördervereins Krankenhaus & Notarztstandort Adenau e.V. bestens und zukunftsfähig aufgestellt“, heißt es weiter.

Ein neues Versorgungsmodell soll die bisherigen Gesundheitsangebote am Standort des St.-Josef-Krankenhaus ergänzen. Schwerpunkt der Überlegungen sei die Etablierung einer chirurgischen und allgemeinmedizinischen Anlaufstelle zur „24/7-Versorgung inklusive der Erstbehandlung von Arbeits-, Schul- und Sportunfällen.“ Die Trägerschaft sei dabei nicht an die Marienhaus-Gruppe gebunden. Des weiteren gibt die Trägergesellschaft an, in einem konstruktiven Miteinander zwischen Ministerium, lokalen Vertretern, Krankenkassen, Kassenärztlicher Vereinigung sowie der Ärztekammer die bestmögliche Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Region finden zu wollen.

Bedauern bei Landrätin

Die Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand, hat die angekündigte Schließung der stationären Versorgung mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Besonders bedauerlich sei die Situation, dass die Marienhaus-Gruppe schon zuvor bekannt gab, die stationäre Gynäkologie und Geburtshilfe am Standort Bad Neuenahr zu schließen. Somit wird gleich an zwei Stellen das medizinische Angebot im Kreis Ahrweiler reduziert. „Wir bedauern ausdrücklich, dass das Krankenhaus Adenau nach langen Jahren des Ringens um seinen Erhalt nun doch im kommenden Jahr geschlossen wird“, so Weigand. „Und auch wenn die Nachricht keine positive ist, so sind wir doch hoffnungsvoll, dass die bereits erfolgten und noch laufenden Gespräche zur Versorgung der Menschen vor Ort fruchten werden.“

Der Adenauer VG-Bürgermeister Guido Nisius sei bereits in enger Abstimmung mit Stadtbürgermeister Arnold Hoffmann, Vertretern des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz, dem Förderverein Krankenhaus & Notarztstandort Adenau sowie dem Träger, der Marienhaus-Gruppe, um nach Lösungen zu suchen, ein bedarfsgerechtes und zukunftsfähiges Versorgungsmodell in Adenau aufzubauen. Das erklärte Ziel dieser Bestrebungen sei die Einrichtung einer chirurgischen und allgemeinmedizinischen Anlaufstelle, der Erstbehandlung von Unfällen sowie weiterer Angebote zur präventiven Gesundheitsvorsorge. „Der Kreis Ahrweiler – und hier spreche ich direkt für die Menschen – unterstützt dabei alle Anstrengungen, die Gesundheits- und Notfallversorgung vor Ort sicherzustellen und ein modernes, adäquates und nachhaltiges Gesundheitsangebot aufzubauen“, sagte Landrätin Weigand.

ROB

Das St. Josef-Krankenhaus in Adenau. Foto: Marienhaus Klinikum

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