Allgemeine Berichte | 10.11.2017

BLICKwinkel - Ihre Meinung bitte!

Streich oder Straftat?

Sollte man bei Traditionen ein Auge zudrücken, oder hat der Schabernack keinen Platz mehr in unserer Gesellschaft?

Die vier Freunde Werner Schüller, Walter Maur, Rudi Harz und Dieter Schäfer (v. l.) liefertenden Burschen aus Insul 1969 in Ramersbach ein Gefecht, das gütlich endete. Da hatten dochdie Insuler tatsächlich gewagt, einen Maibaum auf fremdem Gebiet zu stellen! Foto: Archiv

Region. Ein brennendes Martinsfeuer sorgt in Niederlützingen in der Verbandsgemeinde Bad Breisig und darüber hinaus für Aufruhr. Die Netzgemeinde ist empört. Warum? Nun ja, das Feuer wurde in mühsamer Handarbeit von Ehrenamtlichen aufgebaut und dann in der Nacht von Unbekannten angezündet. „Dieser Schabernack hat Tradition“, sagen die Einen, „dreiste Brandstiftung!“, rufen die anderen – „ganz schön gefährlich“, wissen die Brandschützer. Der Fall ist keine Seltenheit, vielerorts wurden bereits Feuer vorzeitig angezündet.

Dass Schabernack zwar vielerorts Tradition hat, aber sich auch häufig auf einem schmalen Grat zwischen „harmlos-lustig“ und „gefährlich-strafbar“ bewegt, ist weithin bekannt. Ein Blick in unser Archiv zeigt: Auch im BLICKaktuell-Gebiet wird ganz schön viel Unfug getrieben, der teilweise schon als Sachbeschädigung und Gefährdung gelten kann.

Dass Junggesellenvereine den Maibaum des Nachbarortes absägen, ist zum Beispiel eine Sachbeschädigung mit Tradition. Von Kottenheim (hier waren’s traditionell die Ettringer) bis Lantershofen werden im gesamten BLICKaktuell-Land Fälle gemeldet. In Mendig wurde der Kindermaibaum 2015 sogar inklusive der eigens dafür angefertigter Aufstellvorrichtung gestohlen, was die Geschädigten verständlicherweise sehr ärgerte. Was 1969 in Ramersbach noch ein lustiger Junggesellen-Streit mit den Burschen aus Insul war, die Kabbelei darum, wer wo einen Baum stellen darf, wird heute von Einigen ganz und gar nicht mehr als lustig empfunden.

Auch an Halloween werden mittlerweile immer mehr Streiche verübt. Halloween ist ein Brauchtum, das seinen Weg aus Irland über die USA und nun auch nach Deutschland gefunden hat. Mittlerweile gibt die Polizei vor dem 31. Oktober Pressemitteilungen heraus, die mahnen, nicht allzu viel Unfug zu treiben, denn nicht selten wird hier die Schwelle zum Tatbestand einer Straftat überschritten. Den mahnenden Worten zum Trotz wurde 2013 in Mülheim-Kärlich eine Informationstafel und weitere Flächen mit dem Schriftzug „Happy Halloween“ versehen. Weit verbreitet ist auch das im selben Jahr in Linz gemeldete Werfen von Eiern gegen Haustüren und Autos, gemäß dem Spruch „Süßes sonst gibt’s Saures“. Streich oder Sachbeschädigung? Juristisch gesehen ist die Sache klar: Sachbeschädigung.

Besonders brenzlig wird es, wenn verärgerte Mitmenschen an einem Schabernack-Tag jemandem etwas zurückzahlen möchten und dabei deutlich übertreiben. Da gibt es Geschichten von ganzen Wagenladungen voller Mist, die auf Hausdächern verteilt wurden oder die des Ortsvorstehers von Heimerzheim, dessen Haustür mit Bauschaum verschmiert wurde... -MX-

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Was meinen Sie, wo hört der Spaß auf? Ist es in Ordnung, Streiche zu spielen, wenn sie der Dorftradition entsprechen? Wie sieht es mit „importiertem“ Schabernack wie dem in der Halloween-Nacht aus?

Schreiben Sie uns ihre Meinung rund um das Thema „Streich oder Straftat“. Schicken Sie uns Ihren Kommentar ganz einfach per E-Mail an: blickwinkel@kruppverlag.de. Ausgewählte Lesermeinungen können ganz oder in Auszügen ohne gesondertes Einverständnis in einer der kommenden Ausgaben veröffentlicht werden.

So war das nicht gedacht: Unbekannte fackeltendieses Jahr das Niederlützinger Martinsfeuer ab. Foto: Archiv he

So war das nicht gedacht: Unbekannte fackelten dieses Jahr das Niederlützinger Martinsfeuer ab. Foto: Archiv he

An Halloween streiche zu spielen, ist eine aus den USA importierte Tradition. Häufig spielen dabei Toilettenpapier und rohe Eier eine Rolle. Foto: Fennec

An Halloween streiche zu spielen, ist eine aus den USA importierte Tradition. Häufig spielen dabei Toilettenpapier und rohe Eier eine Rolle. Foto: Fennec

Die vier Freunde Werner Schüller, Walter Maur, Rudi Harz und Dieter Schäfer (v. l.) lieferten den Burschen aus Insul 1969 in Ramersbach ein Gefecht, das gütlich endete. Da hatten doch die Insuler tatsächlich gewagt, einen Maibaum auf fremdem Gebiet zu stellen! Foto: Archiv

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