Cocktailabend im Hospiz sorgt für Urlaubsflair
„Swimming Pool“ im Glas und Strohhüte auf dem Kopf
Der schöne Abend sorgte auch für Ablenkung von Corona und Schmerzen
Dem Rhythmus der Reggae Musik war sich kaum zu entziehen. Nur Strand und Meer fehlten, aber Strohhüte auf den Köpfen trugen zur lockeren Atmosphäre bei. Vor allem aber waren es die farbenfrohen Getränke mit und ohne Alkohol, die die Gäste im stationären Hospiz im Ahrtal Sorgen und Schmerzen, Corona und die Kälte draußen für einige frohe Stunden vergessen ließen. Munter prosteten die Hospizgäste mit einem „Swimming Pool“, einem Caipirinha, Mojito oder „Pina Colada“ im Glas einander und den Hospizmitarbeitern zu. Diese sahen das Strahlen in den Augen und stellten fest: „Darum machen wir das.“
„Warum bis zum Sommer warten? Ein Cocktailabend geht auch im Winter!“, haben sich beide Seiten gedacht. Die Hospizmitarbeiter hatten die Hospizgäste bereits zwei Wochen vorher mit einem spanisch-lateinamerikanischem Stelldichein beschert: Mit Tapas, Nachos, Tequila-Bier und Rotwein und Liedern von Semino Rossi und Co, die sich die Teilnehmer selbst aussuchten. Dank rollendem Servierwagen wählten bei beiden Events auch die bettlägerigen Gäste nach Gusto, was ihnen dann aufs Zimmer gebracht wurde.
„Beim spanischen Abend hat sich ein Hospizgast einen Cocktailabend gewünscht, und das haben wir als Team gerne aufgegriffen“, erklärt Hospiz- und Pflegedienstleiterin Yasmin Brost. Allen tat die Aktion gut, und von der Hauswirtschafterinnen bis zur Seelsorgerin des Hospizes haben alle mitgezogen. Da wurden Rezepte gesammelt, Cocktailshaker und Longdrinkgläser, Eiscrusher, und flüssige Zutaten beschafft, ein Bartresen aufgestellt und Zitronen und Ananas in passende Formen gebracht.
Dank zeitig ausgedruckter Getränkekarte ist der bevorstehende Cocktailabend schon am Vortrag eines der Hauptgesprächsthemen und Anlass für große Vorfreude im Hospiz gewesen. „Man muss sich ja Prioritäten setzen und überlegen, was man alles probieren will“, erklärte ein Hospizgast gut gelaunt. Bora Bora, Havanna Juicer oder Cocktail Rio oder Paradiesvogel? Das war für sie die Frage. Das Team kredenzte auch halbe Portionen, weil jeder so Mehreres kosten konnte, und eh alle Varianten Abnehmer fanden. Selbst ein Gast, der „wenn, dann eigentlich immer Bier getrunken“ hat, kam auf den Geschmack. Er genoss sichtlich den ersten Cocktail seines Lebens im Bett. Alle ließen sich anstecken von der Ausgelassenheit und der Energie der Hospizgäste im Wohnzimmer des Hauses, in dem karibisches Flair herrschte. Und eine Frau hatte schon die nächste Idee: „Nächstes Mal ist ein italienischer Pasta-Abend dran.“
Mit einem leckeren Drink in der Hand sieht die Welt gleich viel fröhlicher aus.
Ausgelassen und fröhlich probierten sich die Bewohner durch die Cocktailkarte.
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