Kettiger Jugendliche organisierten auf ihrem „Schmutzplatz“ einen Fahrrad-Wettbewerb
Tief fliegende Kinder beim Dirtjam
Ortsbürgermeister Peter Moskopp lobte das Engagement der jungen Leute
Kettig. Ihr Element ist die Luft, denn darin fliegen sie mit ihren Spezialfahrrädern atemberaubend hoch und weit: die Jugendlichen im Kettiger Dirtbikepark. Der wurde vor etwa einem Jahr an einem Hang des Kettiger Bachs offiziell eröffnet, doch richtig fertig war er nicht, wird er wohl auch nicht, denn den Initiatoren Janis Schäfer, Niko Stadach und Tobias Rohm fallen immer wieder Verbesserungen ein, die sie in Eigenleistung mit Hilfe anderer Jugendlichen verwirklichen. Inzwischen gibt es auf dem Dirtplatz (Schmutzplatz) zwölf Sprungmöglichkeiten, neun Kurven und eine gepflasterte Sitzecke.
Jetzt hatten die etwa 20 Jugendlichen einen Dirtjam organisiert, einen Wettbewerb für Neun- bis Zwölfjährige, an dem sich etwa 15 Kinder beteiligten. „Wir haben dafür extra eine Strecke gebaut, denn wir wollten Kindern mal was bieten“, erläuterte Niko Stadach. Der Schnellste mit den weitesten Sprüngen erhielt einen Pokal, gestiftet von Gemeinde Kettig und überreicht von Ortsbürgermeister Peter Moskopp.
Der lobte in seiner Eröffnungsrede vor Beigeordneten und Ratsmitgliedern die Jugendlichen: „Ich bin zusammen mit dem Rat stolz darauf, dass so etwas von Jugendlichen geschaffen wurde, und es wird hier immer weiter gearbeitet. Die Jugendlichen pflegen diesen Platz selbst“, sagte Peter Moskopp und weiter: „Hier fahren täglich 15 bis 20 Jugendliche.“
Der Ortsbürgermeister beklagte, dass im Dirtpark manchmal einiges mutwillig zerstört wurde: „Deshalb haben wir hier an geheimen Orten Kameras aufgehängt und konnten auch einige ermitteln, mit denen sich die Staatsanwaltschaft beschäftigt.“ Auch Verbandsgemeindebeigeordneter Thomas Przybylla wandte sich an die Jugendlichen: „Was Ihr in diesem Jahr geleistet habt, ist aller Ehren wert. Ich hoffe, in zehn Jahren hier auch noch mal bei einem Dirtjam zu stehen.“ Bianca Löhr von der kommunalen Jugendarbeit betreut den Dirtbikepark und versprach den Jugendlichen, auf deren Wünsche einzugehen, so wie sie jetzt den Dirtjam unterstützte. Nach den offiziellen Reden war Schaufahren der Zwölf- bis Achtzehnjährigen angesagt. Die rasten mit ihren Spezialfahrrädern in einem wahnsinnigen Tempo den Abhang herunter, um dann auf einer Erdsprungschanze fast drei Meter hoch zu fliegen und dann noch über den Kettiger Bach zu springen.
Das Gelände war ein brachliegenden Kreativspielplatz, den die Gemeinde Kettig den Jugendlichen zur Verfügung stellt. Bedingung war und ist, dass sie mit Schaufeln, Hacken, Schubkarren im Dreck wühlen und alles selber bauen und auch den Platz pflegen. Und das funktioniert laut Peter Moskopp alles hervorragend, und er freut sich, dass so viele Jugendliche den Platz nutzen und dort auch einmal grillen und feiern. Und dann durften die Kinder zeigen, was sie im Gelände so drauf haben und wie sie mit ihren Fahrrädern springen können. Den Zuschauern wurden Würstchen und Getränke angeboten, mit deren Einnahmen weiteres Baummaterial für den Dirtbikepark finanziert wird.
HEP
Selbst der Kettiger Bach ist für die Dirtbiker kein Hindernis.
Mit Tempo geht es in Schräglage durch die Kurven.
Auch diese Sitzecke haben Kettiger Jugendliche selbst angelegt.
Aus dem Loch fahren die Kinder eine fast senkrechte Wand hoch und schaffen es bis oben hin.
