Allgemeine Berichte | 17.11.2018, 10:36 Uhr

Verwahrloste Hunde zwischen Rodder und Honerath gemeldet

Tiere wurden in einer konzertierten Aktion gerettet

Tierschützer fanden Unterstützung bei Behörden, einem Landwirt und zwei Veterinären

Die Hunde waren völlig verwahrlost, ein Rüde wies ein völlig verfilztes Fell auf. Tierschutzverein
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Honerath. Samstagnacht, 3. November, wurden drei Hunde zwischen Rodder und Honerath auf der Straße gesichtet und dem Forstamt gemeldet. Am folgenden Mittag erhielt der Tierschutzverein Kreis Ahrweiler einen Anruf der Polizei, ob man drei wilde, verwahrloste Hunde sichern und aufnehmen könne. Die beiden Notfallfahrer des Vereins machten sich sofort auf den Weg und versuchten über sechs Stunden lang, die Hunde mit einer Futterspur zwischen Reifferscheid und Honerath auf eine eingezäunte Schafswiese zu locken. Zum Glück klappte es mit Einbruch der Dunkelheit. Der Pächter der Weide schaltete dann den Strom ein, damit die Hunde besser gesichert waren und nicht in den Wald flüchten konnten.

Sedation und Einfangen wurden sorgfältig vorbereitet

Am Montagmorgen hatten die Tierschützer intensive Besprechungen mit mehreren Tierärzten und Einrichtungen, die sich mit dem Fangen und Sedieren von Wild- und Haustieren auskennen, um die Tiere so stressfrei wie möglich zu sichern. Mit dem Forstamt, Polizei und Ordnungsamt wurde Rücksprache gehalten über die weitere Vorgehensweise. Mittags begannen die Tierfreunde mit der Anfütterung, damit die Hunde später mit Medikamenten versetztes Futter ohne Misstrauen und Stress zu sich nehmen würden. Außerdem sollten die Hunde die Tierschützer kennenlernen, weil die Annäherung an Herdenschutzhunde (Kaukasische Schäferhunde) bekanntlich nicht so einfach ist. Absprachen, dass der Tierschutzverein die Fütterung und Betreuung übernimmt, wurden leider von einzelnen Personen ignoriert, und die Hunde wurden immer wieder durch unüberlegte Aktivitäten in Stress versetzt. Jede Störung hätte zur Folge haben können, dass die Hunde durch den Zaun gehen und dann eventuell der anstehenden Treibjagd zum Opfer gefallen wären.

Am Dienstagabend wurde den Tierschützern gegen 20 Uhr telefonisch ein Tumult bei den Hunden gemeldet, weil eine größere Menschenansammlung vor Ort war. Angeblich sollte Wild auf der Weide sein, die Hunde sollten sich zerbeißen, nur bellen, und der Zaun sei kaputt. Daraufhin wurde die Polizei Adenau durch den Tierschutzverein informiert, damit sie den Menschenauflauf auflöst. Um zu verhindern, dass die Hunde erneut von Unbefugten gefüttert wurden, legten zwei Tierheimmitarbeiter haben im Pkw vor der Weide eine Nachtschicht eingelegt, damit die Hunde am Mittwoch in Ruhe sichergestellt werden konnten.

Hunde noch vor Ort gegen Ungeziefer behandelt

Am folgenden Mittwochmorgen fuhren zwei Tierheimmitarbeiter zusätzlich nach Honerath, um alle nötigen Materialien zu bringen und zu helfen. Nach Absprache mit den Tierärzten Dr. Hans-Peter Larscheid und Dr. Gunther Bürgener wurden die Medikamente zur Sedation über das Futter verabreicht. Als man sich den Hunden schon fast nähern konnte, wurde Bürgener hinzugezogen, der die Hunde zunächst mit Sicherheitsabstand beobachtete, um das Gewicht und das noch vorhandene Reaktionsvermögen sowie die eventuelle Fluchttendenz einzuschätzen. Bürgener sedierte zunächst den noch muntersten Hund mit einem Betäubungsgewehr nach, anschießend die übrigen Hunde. Die Hunde wurden sofort gegen das vorhandene Ungeziefer behandelt und in die bereitgestellten Boxen gelegt und ins Auto verladen. Es handelt sich um zwei unkastrierte Rüden und eine Hündin, die bereits mehrfach Junge hatte. Ein Rüde ist etwa fünf Jahre alt, die Hündin und der andere Rüde geschätzte zwei Jahre. Alle drei leiden wahrscheinlich an Hüft- und teilweise auch an Ellenbogendysplasie. Die Lahmheiten könnten natürlich Folge der durchgemachten Strapazen sein, aber das wird sich zeigen, die niemand weiß, wie lange die Tiere schon durch die Wälder gestreunt sind. Das Fell eines Rüden ist völlig verfilzt und umgibt den Hund wie ein Panzer. Auch war bei ihm ein völlig verdrecktes, eingewachsenes Halsband zu finden, das die Tierschützer noch beim Verladen aufgeschnitten und entfernt haben. Genauere Diagnosen können erst gestellt werden, wenn die Hunde die Nähe zum Menschen zulassen, was bei dieser Art sehr lange dauern.

Der Tierschutzverein fragt jetzt, wer die Hunde eventuell kennt und Hinweise geben kann.

Der ausdrückliche Dank der Tierschützer für die gute und reibungslose Zusammenarbeit galt den beteiligten Tierärzten und Behörden sowie dem Landwirt, der für die Fangaktion seine Schafweide zur Verfügung gestellt hatte.

Zum guten Schluss wurden dem Tierschutzverein nach Rücksprache mit den Behörden bestätigt, alles richtig gemacht zu haben. Jetzt befinden sich die Tiere in der Obhut des Tierheims Remagen.

Bei einem der Hunde konnte ein Halsband entdeckt und aus dem Fell geschnitten werden.

Bei einem der Hunde konnte ein Halsband entdeckt und aus dem Fell geschnitten werden.

Die Hunde waren völlig verwahrlost, ein Rüde wies ein völlig verfilztes Fell auf. Fotos: Tierschutzverein

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