Neujahrsempfang des Dachverbandes „Rheinische Karnevals-Korporationen e.V.“ in Koblenz
„Tradition heißt nicht die Asche aufheben, sondern die Flamme weiterreichen“
RKK-Präsident richtet deutliche Worte an die Landespolitik
Koblenz. Gute Wünsche für das Neue Jahr, wie zum Beispiel Glück und Gesundheit, bestimmen eigentlich die traditionellen Neujahrsempfänge. Die Verantwortlichen des RKK haben für 2019 noch einen weiteren wichtigen Wunsch: Sie fordern ausdrücklich, dass das Ehrenamt in den Karnevalsvereinen von der Politik endlich die Wertschätzung erhält, die es verdient. Mit deutlichen Worten rügte RKK-Präsident Hans Mayer, dass hier ein großer Nachholbedarf bestehe. Aus seiner Enttäuschung über manche Persönlichkeiten auf Landesebene machte Mayer kein Geheimnis. So betonte er, dass in Sonntagsreden immer wieder von der Bedeutung des Ehrenamtes gesprochen werde. Beim RKK sei jedoch festzustellen, dass den Vereinen durch Finanzbehörden und zunehmende Bürokratie immer mehr Steine in den Weg gelegt würden.
Begrüßung der Ehrengäste
„Wir sind froh, dass wir viele gute Freunde auf unserer Seite haben, die unsere Anliegen unterstützen“, so Hans Mayer, der zum Empfang unter anderem auch die Bundestagsabgeordneten Josef Oster und Erwin Rüddel, den Mayen-Koblenzer Landrat Dr. Alexander Saftig und den Lahnsteiner Oberbürgermeister Peter Labonte begrüßen konnte. Auch aus Koblenz nahm hoher Besuch am Empfang teil: Das neue Prinzenpaar ließ es sich nicht nehmen, sich den teilnehmenden Gästen vorzustellen und so einen schönen Ausblick auf die anstehenden Wochen des Sitzungs- und Straßenkarnevals zu geben. „Prinz Hubertus von Rhenus und Mosella“, (mit bürgerlichem Namen Hubertus Kleppel), und ihre „Lieblichkeit Confluentia Sabine vom Rheinisch-Venezianischen Karneval“, (Sabine Helmes) präsentierten auch das neue Sessions-Lied.
Ehrung mit Großem Verdienstorden des RKK
Dass für die Tradition des Karnevals nicht nur die obersten Regenten, sondern auch viele fleißige Hände im Hintergrund wichtig sind, wurde mit der Ehrung von Thomas Kreck deutlich. Der Andernacher freute sich über die Auszeichnung mit dem Großen Verdienstorden des RKK. Überrascht wurde auch Petra Mayer, ihres Zeichens Ehefrau des RKK-Präsidenten. Sie erhielt den Präsenten-Sonderorden des BDK-Landesverbands Rhein-Mosel-Lahn.
Aktuelle Themen und Entwicklungen
Nach den Ehrungen informierte RKK-Präsident Hans Mayer die Anwesenden in seiner Ansprache auch über aktuelle Themen und Entwicklungen: „2018 war ein erfolgreiches Jahr für uns. Schwerpunkt war die Digitalisierung, die wir im ersten Teil abschließen konnten, so dass ab 1. Januar 2019 der digitale Tanz-Turnier-Ausweis eingeführt wird“, so Mayer. Der zweite Schritt der Digitalisierung betrifft den Bereich der Wertungsrichter: „Was bisher manuell erfolgt ist, soll zukünftig digital erfolgen. Dies erspart Zeit und Aufwand.“ Mayer kündigte zugleich eine außerordentliche Mitgliederversammlung des RKK an. Hier soll den Vereinen eine Satzungsänderung vorgeschlagen werden: „Wir wollen für die Zukunft modern und flexibel aufgestellt sein. Das Wichtigste ist eine verbesserte Nähe zur Basis“, so Mayer, der als Beispiele Telefon- und Videokonferenzen nannte, die zukünftig regelmäßig stattfinden sollen.
Trotz der Schwierigkeiten, mit denen die Ehrenamtler in den Vereinen zu kämpfen haben, blickt der RKK optimistisch in die Zukunft. „Wir als Karnevalisten sehen uns als Bewahrer einer Tradition, ganz im Sinne der Schriftstellerin Ricarda Huch: ‚Tradition heißt nicht die Asche aufheben, sondern die Flamme weiterreichen.‘ Wenn es plötzlich stürmt und regnet, dann muss man sich neue Wege überlegen, wie man die Flamme erhält“, so RKK-Hans Mayer.
Der Mayen-Koblenzer Landrat Dr. Alexander Saftig (l.) bedankte sich beim RKK für die gute Zusammenarbeit.
RKK-Präsident Hans Mayer begrüßte gemeinsam mit dem Vorstands-Team die Besucher des Neujahrsempfangs.
Thomas Kreck aus Andernach wurde von RKK-Präsident Hans Mayer mit dem Großen Verdienstorden ausgezeichnet.
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