Allgemeine Berichte | 19.11.2019

Mit der internationalen Krippenausstellung in Rech beginnt im Ahrtal die Vorweihnachtszeit

„Tünnes und Schäl“ beim Christkind

Krippen aus allen Kontinenten werden gezeigt

Bei der offiziellen Eröffnung erläutert Josef Niethen den Weinmajestäten und Ortsbürgermeister Dominik Gieler die Geheimnisse der mehr als 300 Krippen. Foto: DU

Rech. Spätestens wenn Franz-Rudolf und Josef Niethen in Rech ihre überregional bekannte, legendäre Krippenausstellung alljährlich eröffnet haben, hält der Advent langsam Einzug im Ahrtal. Wie immer mit vielen Gästen und Ehrengästen erlebte die internationale Schau auch diesmal ihren Auftakt, waren doch neben Ortsbürgermeister Dominik Gieler auch die Weinmajestäten aus Rech, Dernau, Heimersheim, Altenahr und Mayschoß in die Rotweinstraße 18 gekommen. Vor mehr als 30 Jahren begannen die Gebrüder Niethen mit dem allgemeinen Sammeln von Krippen. Was klein anfing, hat sich inzwischen zu einer der größten Ausstellungen weltweit entwickelt.

Von Kolumbien über Peru bis zu den Fidschi-Inseln

Buchstäblich bis unter das Dach sind die für den Besucher schier endlos wirkenden Anbauten der Bäckerei mit Krippen aus allen Erdteilen bestückt. Ob aus Kolumbien, Japan, Peru, Ruanda, Russland; von den Fidschi-Inseln oder aus Nordamerika – aus jedem Land in dem Christen Krippen bauen, ist mindestens ein Exemplar vorhanden, insgesamt weit mehr als 300. Zu jedem der Exponate weiß Experte Franz-Rudolf Niethen eine Geschichte oder besondere Begebenheit zu erzählen. Sich seiner fachkundigen Führung durch die Ausstellungsräume anzuschließen, ist ein echtes Erlebnis. Dabei beschränken sich die zu sehenden Krippen nicht ausschließlich auf die Darstellung der Geburt Jesu. So zeigt beispielsweise die Winzerkrippe den Verlauf des Ahrtals von Mayschoß nach Walporzheim mit den aus Ton geformten, kölschen „Erntehelfern“ Willy Millowitsch samt der Witzfiguren „Tünnes un Schäl“, die Hamburger Milieukrippe mit Shantychor, Hafen und St. Pauli-Kiez, oder die Apollinariskrippe, erbaut von den bis 2006 auf dem Remagener Apollinarisberg ansässigen Franziskanermönchen.

Endlos viele Details

Die älteste Krippe der Ausstellung ist rund 180 Jahre alt und besteht aus Figuren, die direkt aus Holzstücken geschnitten wurden. „Es gibt kaum ein Material, aus dem noch keine Krippenfiguren gefertigt wurden“, berichtet Franz-Rudolf Niethen. Das kurios-skurrile „Drumrum“ der Ausstellung, unter anderem bestehend aus Heiligenbildern, Figuren und weihnachtlichen Artefakten würde beinahe eine gesonderte Ausstellung rechtfertigen. Alle Details und vermeintlichen Kleinigkeiten zu entdecken, rechtfertigt eigentlich mehrere Besuche der Krippenausstellung. Der Eintritt ist traditionell frei, jedoch bitten die Gebrüder Niethen um eine Spende für einen guten Zweck. So kam Dank der Krippenausstellung über die Jahre schon eine beträchtliche Summe für karitative Zwecke zusammen. Die internationale Krippenausstellung der Gebrüder Niethen in Rech, Rotweinstraße 18, hat ab sofort noch bis Anfang Februar jeweils Sonn- und feiertags sowie am „Lucia Markt“ von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Auch Gruppenführungen sind möglich und können unter 02643-7053 angemeldet werden.

Bei der offiziellen Eröffnung erläutert Josef Niethen den Weinmajestäten und Ortsbürgermeister Dominik Gieler die Geheimnisse der mehr als 300 Krippen. Foto: DU

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