Allgemeine Berichte | 15.04.2025, 10:20 Uhr

Hochkaräter aus Bund und Land loben bei Hauptversammlung in Dernau das Engagement der Kreisjägerschaft Ahrweiler

Umfrage bestätigt hohen Stellenwert der Jäger für den Naturschutz

Bei der Hauptversammlung: (v.l.) Dr. Stephan Schuck, Dieter Mahr, Helmut Dammann-Tamke, Ralf Schmidt, Petra Schneider, Horst Gies und Cornelia Weigand.  Foto: GS
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Dernau. Die Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft Ahrweiler war ein Treffen der Hochkaräter. So unterstrichen Helmut Dammann-Tanke als Präsident des Deutschen Jagdverbandes und Dieter Mahr, Präsident des Landesjagverbandes Rheinland-Pfalz durch ihren Besuch im Dernauer Culinarium die Bedeutung der Kreisgruppe Ahrweiler innerhalb der jagdpolitischen Debatte, insbesondere im Hinblick auf die Bemühungen zur Verhinderung der geplanten Änderung des Landesjagdgesetzes in Rheinland-Pfalz.

So unterstrich denn auch Kreisvorsitzender Ralf Schmidt, die Kreisgruppe Ahrweiler hat knapp 1000 Mitglieder, die „Notwendigkeit eines geeinten Auftretens der Jägerschaft, um die Interessen des Wildes, der Jagd und des Naturschutzes gegenüber politischen Entscheidungsträgern wirkungsvoll zu vertreten“. Und auch Landrätin Cornelia Weigand sicherte zum Entwurf des neuen Landesjagdgesetzes den Jägern die Unterstützung des Kreises als Untere Jagdbehörde zu. In Richtung der Jäger sagte Weigand: „Ihre Eingaben scheinen auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein, so sind einige Forderungen bereits in die aktuelle Entwurfsfassung eingeflossen.“ Und auch die Landräte hätten sich über Vertreter der Jägerschaft aktiv in den Prozess eingebracht. So sind, wie Kreisgruppen-Vize Horst Gies bereit vor dem Rotwildring Ahrweiler erklärt hatte, „die geplanten Eigentümerjagderlaubnisse, die in den Revieren auf Dauer für Chaos gesorgt hätten“, bereits in der aktuellen Entwurfsfassung nicht mehr enthalten.

Kritik an Mainz

Dieter Mahr kritisierte insbesondere die geplante Verlagerung von Kompetenzen von den Unteren zu der Oberen Jagdbehörden und den drohenden Verlust des Einflusses von Kreisjagdmeister und Kreisjagdbeirat. Dies zeige ein „Misstrauen gegenüber den lokalen Kompetenzen und eine unpraktikable Zentralisierung von Befugnissen“. Mahr berichtete jedoch über vorsichtige Gesprächsbereitschaft in den Fachabteilungen in Mainz und positive Signale aus der SPD-Fraktion, mahnte aber die letztendlichen politischen Entscheidungen an.

Helmut Dammann-Tamke zog deutliche Parallelen zu den Versuchen restriktiver Jagdgesetzgebung in anderen Bundesländern und betonte die bundesweite Relevanz der Entwicklungen in Rheinland-Pfalz. Er sicherte Jägerschaft in Rheinland-Pfalz die volle Unterstützung des Deutschen Jagdverbandes zu, sollte sich die Lage doch wieder verschärfen und es tatsächlich zu einer Großdemonstration in Mainz kommen.

Wirtschaftsfaktor

In Richtung der Politik unterstrich der Präsident aber auch die Bedeutung der Jagd als Wirtschaftsfaktor. So geben die 460800 deutschen Jagdscheininhaber allein für die Jagd jährlich 2,9 Milliarden Euro aus, umgerechnet 6300 Euro pro Jäger. Die Ausgaben für Naturschutz aus eigener Tasche seien in den vergangenen sechs Jahren um die Hälfte auf 130 Millionen Euro gestiegen und die jährlichen Ausgaben zum Schutz vor Wildschäden hätten sich sogar auf 327 Millionen Euro verdreifacht. Das unterstreiche auch eine Umfrage zur Jagd, wonach 85 Prozent der Befragten der Meinung seien, dass Jagd Wald und Feld vor Schäden schütze, 79 Prozent der Meinung seien, dass Jäger viel Zeit in den Naturschutz investierten und 71 Prozent, dass Jäger seltenen Arten helfen würden. Als Beispiele führte Dammann-Tamke die praktische Revierarbeit, wie das Anlegen von Wildäckern, die Schaffung von Biotopen und den aktiven Schutz bedrohter Arten, an.

Dem hat sich auch der Nachwuchs der Jägerschaft verschrieben. So berichtete Kreisjagdmeister Dr. Stephan Schuck von 17 erfolgreichen Absolventen der Jägerprüfung im Jahr 2024 und einer „vielversprechenden Zahl von mehr als 20 Anwärtern für das laufende Jahr, was ein positives Signal für die Zukunft der Jagd in der Region darstellt“.

Ehrungen

Traditionell standen bei der Versammlung auch Ehrungen verdienter Mitglieder für ihr langjähriges Engagement und ihre besonderen Verdienste um die Jagd und den Naturschutz an Die stellvertretende Vorsitzende, Birgit Gross, und Schriftführerin Dr. Ute Weiß überreichten die Ehrenurkunden und Verdienstnadeln. Vorsitzender Ralf Schmidt betonte, dass diese Ehrungen weit mehr als bloße Formalitäten seien, sie würdigten das unermüdliche ehrenamtliche Engagement und die Treue zum Verband, die das Fundament einer starken und handlungsfähigen Jägerschaft bilden. Die Geehrten: Verdienstnadel in Bronze des Landesjagdverbandes (LJV): Berthold Doll. Verdienstnadel in Silber des LJV: Helmut Rausch, Ralf Schmidt, Thomas Wickord, Heinz-Peter Kriechel, Ralf Bockshecker, Patrick Winter, Peter Nettersheim, Johannes Daum. Verdienstnadel für erfolgreiche Nachsuchengespanne: Patrick Winter, Jan Horn (beide anerkannte Nachsuchenführer). Und als Jagdhornbläser wurde Klaus Oedekoven ausgezeichnet. GS

Bei der Hauptversammlung: (v.l.) Dr. Stephan Schuck, Dieter Mahr, Helmut Dammann-Tamke, Ralf Schmidt, Petra Schneider, Horst Gies und Cornelia Weigand. Foto: GS

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