Erinnerungen, Anekdoten und ein Schulbank-Fund beim Klassentreffen
Unkeler Schuljahrgang 1957 feiert bewegendes Wiedersehen
Unkel. 65 Jahre Ausschulung aus der Volksschule in Unkel verbunden mit dem Eintritt in das Berufsleben war der Anlass für ein Klassentreffen des Schuljahrgangs 1957. Immerhin 13 Klassenkameraden und Kameradinnen waren dabei.
Die fehlten, waren altersbedingt unpässlich oder leider schon verstorben. Wenn tatsächlich die meisten Teilnehmer des Treffens nur vier oder fünf Klassen der Volksschule gemeinsam absolviert hatten, um dann die Realschule oder das Gymnasium zu besuchen, so hielt der Klassenverband doch über alle Jahre zusammen.
Da wusste die eine ehemalige Mitschülerin zu berichten, dass ihr Vater mit dem Berufswunsch Kinderkrankenschwester nichts anzufangen wusste und partout darauf bestand, dass seine Tochter im Büro arbeiten möge, oder einer, der sich erst einmal in verschiedenen Berufen umschauen musste, was den Eltern nun gar nicht gefiel.
Und erst die Lehrer, die noch die Körperstrafen kannten und wo kein Stock war, den Geigenbogen auf des Schülers Rücken tanzen ließ oder mit einem Schlüsselbund warf. Doch alle waren sich rückblickend einig: Es war etwas geworden aus den zarten Buben und Mädchen.
Und nebenbei auch interessant, dass die meisten der heute 74- und 75-jährigen immer noch entweder einem berufsähnlichen Beschäftigung nachgehen oder sich ehrenamtlich und nachhaltig in Unkeler Vereinen engagieren. Als Location des Treffens war der Weihnachtsmarkt in der ehemaligen Steffensbrauerei in Kasbach die richtige Wahl: Altersbedingt rauf mit dem Schienenbus der Kasbachtal-Bahn, entspanntes Flanieren durch den sehenswerten und liebevoll gestalteten Weihnachtsmarkt.
Und dann kaum zu glauben, in einem der Verkaufsräume der Brauerei eine echte Schulbank mit Tintenfass; alle waren sich einig, dass das ein Überbleibsel der Schulbänke der 5. Klasse bei Fräulein May gewesen sein muss. Schließlich in der Brauereischänke ein gemeinsames Abendessen, zurück nach Unkel und Abschluss im Lämmlein. Das Wetter spielte mit, ein gelungenes Fest und der gemeinsame Wunsch, in zwei Jahren gemeinsam das Jubiläum 70 Jahre Einschulung zu feiern.
