Allgemeine Berichte | 15.02.2026

Kritik an veralteten Normen und Technologien

Vortrag warnt vor Bahnlärm im Mittelrheintal: „Lärm über 55 dB(A) macht krank“

V.l.n.r. Präsident des Lions Clubs Rheingoldstraße, Alexander Humke, Frank Gross und Prof. Thomas Münzel. Foto: Pro Rheintal

Rheintal. Der Lions Club Rheingoldstraße und Pro Rheintal luden am Wochenende zu einem aufschlussreichen Vortrag, der die alarmierenden Diskrepanzen zwischen der Lärmwirkungsforschung und den Bahnlärmpegeln im Rheintal aufzeigt. Prof. Thomas Münzel, Kardiologe und Seniorprofessor an der Gutenberg-Universität Mainz, eröffnete die Veranstaltung mit erschreckenden Erkenntnissen: Verkehrslärm zählt zu den größten Umweltbelastungen für die menschliche Gesundheit, gleich nach Luftverschmutzung und Hitze. „Bereits nach ein bis zwei Nächten mit nächtlicher Verkehrslärmbeschallung zeigen Studierende bereits nachweisbare gesundheitliche Veränderungen“, warnte Münzel und betonte die Gefahren: „Lärm über 55 dB(A) macht krank.“

Münzels Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass die Lärmsensibilität bereits bei relativ niedrigen Lärmpegeln anspringt. Dies wirft ein grelles Licht auf die aktuellen Pegel im Rheintal. Laut Frank Gross, Sprecher von Pro Rheintal, liegen diese um ein Vielfaches über den von Behörden und Lobbyverbänden angegebenen Werten. Güterzüge erzeugen Lärmwerte von 90 bis 120 dB(A) und überschreiten damit die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Obergrenzen von 54 dB(A) tagsüber und 45 dB(A) nachts bei Weitem!

Eine Herausforderung für die Gesellschaft!

Gross kritisierte die unzureichenden Lärmschutzbemühungen und bezeichnete sie als „reine Kosmetik“. Bei Lärmpegeln wie im Rheintal gehe es nicht um die Frage ob 70 oder 80 dB(A) sondern um die Frage wie man unterhalb der 55 dB(A) bleibe. Vor allem die Zuggeschwindigkeit in den Wohngebieten spielen dabei eine entscheidende Rolle. Neben den enormen Lärmpegeln frühren hohe Geschwindigkeiten (100 km/h) zu den schnellen Anstiegen der Lärmpegel, die Menschen nachts aufschrecken und verängstigen.

Trotz dieser alarmierenden Daten und der steigenden Verkehrsbelastung verharren Bund und Bahn in veralteten Normen, die auf Erkenntnissen aus den 1960er bis 1980er Jahren basieren. „Es ist ein täglicher Verlust von Lebensqualität und Gesundheit, den wir nicht länger hinnehmen dürfen“, warnte Münzel.

Ein Appell an die Gemeinschaft

Für Münzel und Gross sind die aktuellen Zustände unhaltbar. Die Züge werden schneller, länger und lauter – und das mit veralteter Technologie, die die Lärmbelastung weiter erhöht. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Katastrophe aufgrund eines Radbruchs eintritt“, warnte Gross und wies auch auf Sicherheitsmängel hin.

Der Vortrag rief die Anwesenden dazu auf, sich für eine Veränderung einzusetzen und die Lebensvoraussetzungen für jeden Einzelnen zu schützen. „Abnormer Lärm hat abnorme Gründe. Die Gemeinschaft trägt aus Selbsterhaltungsgründen die Verantwortung, die Gesundheit und Lebensqualität ihrer Mitglieder zu sichern“, schloss Gross. Pressemitteilung Pro Rheintal e. V. Bürgernetzwerk

V.l.n.r. Präsident des Lions Clubs Rheingoldstraße, Alexander Humke, Frank Gross und Prof. Thomas Münzel. Foto: Pro Rheintal

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Dauerauftrag
Anzeige Lange Samstage
Bestellung Nr. 4300003040 - W100 - 606 // Wohnträume MYK
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Wohnträume - Wohnen & Garten im Blick
Veranstaltung 15.April
Blütenfest
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg
Empfohlene Artikel
Schutz vor Bahnlärm könnte ultimativ, wie an Flughäfen, ein Nachtfahrverbot bedeuten.
45

Region. Das Gutachten ist ein Aufruf zu einem Umdenken im Lärmschutz. Bestehende Gesetze und Lärmschutzpraktiken hinken seit Jahrzehnten der realen Verkehrs- und Lärmbelastung und dem wirksamen Schutz dagegen hinterher.

Weiterlesen

Der weise Zauberer Gandalf wacht über die Wanderschar. Foto: Horst Hohn
25

Stellen Sie sich das mal vor: Jemand drückt Ihnen einen Ring in die Hand, den Sie tausende Kilometer entfernt in den Schlot eines Vulkans schmeißen müssen. Klingt verrückt, ist aber dem Hobbit Frodo Beutlin aus J. R. R. Tolkiens literarischem Meisterwerk „Herr der Ringe“ genauso passiert – natürlich nur im fiktiven Kontext. Aber die Verfilmung des Stoffs kennt eigentlich so ziemlich jeder; es gab Oscars zuhauf und folglich gibt es auch jede Menge Fans des fantastischen Spektakels.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Der Hauptbahnhof in Koblenz.  Foto:ROB
6

Aus dem Polizeibericht

Festnahme am Hauptbahnhof

Koblenz. In der Nacht zu Ostersonntag nahmen Einsatzkräfte der Bundespolizei Trier im Bereich des Bahnbetriebsgeländes am Hauptbahnhof Koblenz einen 23-jährigen deutschen Tatverdächtigen auf frischer Tat fest, als dieser Graffiti anbrachte.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
8

Aus dem Polizeibericht

Hotelbrand in Cochem

Cochem. Am 08.04.2026 wurde um 13:03 Uhr ein Brand in einem Hotel in Cochem, In der Endert 2, gemeldet. Nach derzeitigem Erkenntnisstand erlitten drei Personen leichte Rauchvergiftungen. Weitere Personen befanden sich nicht mehr im Gebäude. Die Löscharbeiten dauern an und konzentrieren sich auf das Dachgeschoss des Hotels. Aufgrund der Lage am Stadtrand, in unmittelbarer Nähe zu einem Wanderweg, besteht keine Gefahr eines Übergreifens auf benachbarte Gebäude.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Imageanzeige - Dauerauftrag
Kleinanzeigen
Anlagenmechaniker
Stellenanzeige
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
Mitarbeiter IT-Administrator
125-jähriges Jubiläum der Rosenkranzkirche Bad Neuenahr und offizielle Wiedereröffnung am 12.04.26
Titelanzeige KW 15
Wohnträume
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume
Wohnträume - Wohnen und Garten im Blick
Stellenausschreibung Hausmeister/in
Anzeige Lagerverkauf