Außergewöhnliches, ehrenamtliches Engagement

Wally und Milly: Letzte Lebenswünsche erfüllt

„Zeitschenker“ Werner Ring organisierte emotionales Wiedersehen

10.04.2017 - 16:25

Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Unsere Gesellschaft ist ohne das Ehrenamt nicht vorstellbar“, sagte jüngst Bürgermeister Guido Orthen im Rahmen der Ehrenamtspreisverleihungen der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Auch für Werner Ring, viele Jahre lang mit Herz und Leidenschaft als Direktor für die Spielbank Bad Neuenahr tätig, ist das ehrenamtliche Engagement ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Als er im Jahre 2016 in den Vorruhestand ging, war Werner Ring auf der Suche nach eben solchem Engagement, wollte alten, kranken und behinderten Menschen Unterstützung und Hilfe geben, sich aktiv einbringen. Alles begann dann damit, dass Werner Ring älteren Menschen der Bad Neuenahrer „Fliedner Residenz“ Zeit schenkte, beispielsweise für Spaziergänge oder Gespräche. Später kam die Betreuung eines hochbetagten Ehepaares in der Kreisstadt hinzu, bevor Werner Ring einer von derzeit zwei männlichen „Zeitschenkern“ der hiesigen „Caritas“ wurde. Wie es der Name schon sagt, widmen sich die „Zeitschenker“ ehrenamtlich bedürftigen Menschen, die oftmals keine Angehörigen mehr haben, verbringen mit diesen Zeit und unterstützen sie in verschiedensten Angelegenheiten.



Viele Schicksalsschläge


Als „Zeitschenker“ betreut Werner Ring, der sich auch beim Hospiz-Verein Rhein-Ahr e.V. engagiert, seit einem Jahr auch die ebenfalls in der „Fliedner Residenz“ lebende, 93-jährige Wally, die in ihrem bewegten Leben schon zahlreiche Schicksalsschläge hinnehmen musste. So verlor sie ihre Tochter im Krieg, der Sohn verstarb an den Folgen eines Stromschlages. 1941 und 1992 verstarben auch ihre beiden Ehemänner. Lediglich Milly (97), eine Schwester von Wally, als letzte Überlebende von einst acht Geschwistern, die allesamt an Krebserkrankungen verstorben sind, lebt in einem Seniorenheim in Seesen/Harz – gut 400 Kilometer von Bad Neuenahr-Ahrweiler entfern. Die beiden Hochbetagten stammen ursprünglich aus Russland, die Eltern wurden früh nach Sibirien verbannt, wo sie auch starben. Milly gelang es in den 1950er Jahren ihre Schwester durch eine List nach Deutschland zu holen: Ein Arzt attestierte ihr Krebs, worauf ihre Schwester eine siebentägige Ausreiserlaubnis erhielt und schließlich in Deutschland Asyl erhielt. Längst betrachten die Schwestern Deutschland als ihre Heimat. Gesundheitlich hat es die Schwestern hart getroffen. Wally sitzt seit Jahren im Rollstuhl, leidet zudem an einer Krebserkrankung. Auch Milly ist nach einem Bruch des Rückgrates an den Rollstuhl gefesselt. Vor langer Zeit verloren sich die Schwestern leider aus den Augen.


Letzter Lebenswunsch: Der Schwester noch einmal begegnen


Doch es war Wally`s letzter Lebenswunsch, ihrer Schwester Milly noch einmal zu begegnen. Werner Ring fand schließlich nach intensiven Recherchen den Wohnort von Milly heraus. Nach wochenlangen Vorbereitungen und Unterstützung ihres Arztes, der Fliedner-Heimleitung, der amtlichen Betreuerin und des DRK-Ortsvereins Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V., der gegen eine Spende zur Deckung der Transportkosten zwei Sanitäter und das erforderliche Transportfahrzeug stellte, gelang es ihm, am 4. April den schwerkranken Schwestern ihren letzten großen Lebenswunsch zu erfüllen. Nach einer gefühlten Ewigkeit, medizinisch bestens betreut von den ehrenamtlichen Rotkreuzlern Andreas Müller und Felix Assenmacher, erreichte das Team mit dem hochmodernen Transportfahrzeug das Städtchen Seesen und die dortige Senioren-Wohnanlage „Am Schildberg“. Der Empfang war herzlich, alle freuten sich mit und für die beiden Schwestern, die sich erstmals seit 40 Jahren wieder an die Hand nehmen konnten. Das langersehnte Wiedersehen verlief eher still, dafür sehr emotional und äußerst tränenreich. Nach gut zwei Stunden hieß es dann endgültig voneinander Abschied zu nehmen und die lange Rückreise anzutreten.

Wally überreichte Milly zum Abschied eine Flasche Hospiz-Ahrwein mit dem treffenden Namen „Augenblick“. Erschöpft aber glücklich und zufrieden ob der Erfüllung ihres letzten Lebenswunsches trafen Wally, das DRK-Team und Werner Ring als Organisator am Abend wieder im heimischen Bad Neuenahr ein.


Ermutigung zu ehrenamtlicher Betätigung


Herr Ring machte im Gespräch darauf aufmerksam, dass seit Anfang des Jahres auch der „ASB Wünschewagen“ Schwerstkranken und Sterbenden – spendenfinanziert - letzte Wünsche erfüllt, um beispielsweise die Einschulung des Enkels, das Fußballspiel des Lieblingsvereins oder noch einmal das Meer erleben zu können. Er ermutigt zudem alle – vor allem männliche – Ruheständler, die auf der Suche nach einer sinnvollen und erfüllenden Tätigkeit sind, sich ehrenamtlich zu betätigen – Caritas und vor allem auch der Hospiz-Verein Bad Neuenahr freuen sich über Interessenten und geben gerne Auskunft über die vielfältigen Angebote sich für seine Mitmenschen zu engagieren.

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Kommentare
Gerda Nehls:
Da der Nabu strickt gegen das Aufräumen war und ist, sollte der Nabu jetzt mal einen Teil der verursachten Schäden/ Kosten übernehmen. Treibgut war in erster Linie eben altes liegengelassenes Gehölz/ Bäume, nicht gemähte Ufer usw. Jetzt unterschreiben lassen, dass sie für die Zukunft für die Schäden...
Tobias Hilken (Bremen):
Habt ihr für den Schwachsinn einen Berater gebraucht? Oder ist das euch beim Würfeln eingefallen. ...
P. Müller:
Wer kommt bitte auf einen solchen Unsinn? Wie um alles in der Welt soll Brennholz das Problem sein, wenn ganze Häuser und Totholz an den Brücken hängen. Manchmal habe ich den Eindruck, die Welt ist echt am Ende!...
Tom:
Ich finde den Kommentar von J. Thul mehr als bedenklich. Die in seinen Augen depressiv machenden Fertig-Garagen sind "... ok für Bauarbeiter auf einer Großbaustelle in Afrika". Traurig, traurig :-( Er gehört zu den vielen Menschen, die solche Initiativen einfach mal mies machen. Eine Art Hobby gelangweilter...
Klaus Rinke:
Sehr guter erster Schritt für die Betroffenen.Und der Vorschreiben oben ......nur Rummotzen sonst nichts?Anstatt das zu Unterstützen erstmal nieder machen.Lachhaft so etwas.Es wird etwas Gutes Geschaffen und nur das zählt....
J.Thul:
Ich kann dem G. Friedrich zustimmen , das sind mehr Fertig- Garagen als was zum wohnen ! Da könnte man sich mehr einfallen Lassen ! Da wird man wirklich depressiv drin ! Ist ok für Bauarbeiter auf Großbaustelle in Afrika , aber nicht für die Senioren im Ahrtal..........
Gertie :
Aha wusste nicht dass dass Brennholz am Stück gelagert wird . Sorry es ist doch eher dass nicht wegräumen von Unterholz am wassernähe, 25 cm brennholzstücken können sich nicht so verkanten . Da sucht man wieder ein schuldige anstatt mal die Augen auf zu machen. Was macht man mit Autos,Containern ,Mülltonnen...
A.Hoffmann:
Ergreifende Bilder aber der Bildanzeige hätte man eine Funktion zum ausblenden hinzufügen müssen...
 
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