Allgemeine Berichte | 05.08.2025

Walporzheim: Gewässerwiederherstellung nach der Flut geht voran

Der Ortskern von Walporheim wurde bei der Flut stark in Mitleidenschaft gezogen.  Foto: ROB

Walporzheim. Die Gewässerwiederherstellung nach der Flutkatastrophe 2021 geht voran. Die Kreisverwaltung, die für die Gewässer 2. Ordnung – die Ahr und die Zuflüsse Adenauer Bach, Nohner Bach und Trierbach – verantwortlich ist, stellte Mitte Juli 2025 den Einwohnerinnen und Einwohnern von Walporzheim die Maßnahmen, die in der Ortslage aktuell geplant sind, in der St. Josef Kapelle vor. Der Bereich umfasst das Gebiet von der ehemaligen Heckenbachtalbrücke bis zur Obertorbrücke in Ahrweiler.

Die Maßnahmen gehen über die bloße Instandsetzung des Gewässers und des dazugehörigen Uferbereichs wie vor der Flut hinaus. Ziel der Gewässerwiederherstellung ist es, zukünftige Hochwasserlagen weitestgehend schadlos durch die Ortslagen zu führen und zugleich die Ökologie der Gewässer zu erneuern. Damit geht außerdem eine Verbesserung des unmittelbaren Umfelds der Ahr und somit auch der Lebensqualität der Menschen einher.

„Die Ahr und ihre Zuflüsse müssen so aufgebaut werden, dass Gefahrenstellen möglichst reduziert und so die Risiken zukünftiger Hochwasserlagen minimiert werden“, sagte Landrätin Cornelia Weigand in ihrer Begrüßung. „Dabei geht es nicht nur um den Schutz der eigenen Ortschaft, sondern es muss gleichzeitig auch der Schutz der Unterlieger mitgedacht werden.“

Aufweitung des Uferbereichs geplant

In der Ortslage ist eine Aufweitung des Uferbereichs geplant, um einen größeren Abfluss zu ermöglichen und somit den Wasserstand bei einem erhöhten Abfluss möglichst niedrig zu halten. Zur weiteren Absicherung bei Hochwasserlagen sind nur noch einige ergänzende technische Maßnahmen geringen Ausmaßes notwendig, wie beispielsweise unauffällige Mauern entlang der Uferstraße, die die Häuser zusätzlich schützen.

Anja Toenneßen, Leiterin des Fachbereichs Aufbau und Nachhaltigkeit der Kreisverwaltung Ahrweiler, betonte, dass die lokalen Planungen für Walporzheim nur ein Baustein der Gesamtvorsorge seien: „Neben der Gewässerwiederherstellung vor Ort spielt auch der überörtliche Maßnahmenplan eine wichtige Rolle. Dabei betrachten wir das gesamte Einzugsgebiet der Ahr und nehmen nicht nur den Hochwasserschutz einzelner Ortslagen in den Blick, um die bestmöglichen Maßnahmen zum Wasserrückhalt für den ganzen Kreis treffen zu können.“

Planungen vorgestellt

Frederyk Weber vom Ingenieurbüro C&E Consulting und Engineering GmbH stellte die Planungen zur Gewässerwiederherstellung in Walporzheim im Detail anhand einer Präsentation dar. Zudem verdeutlichte er die positive Wirkung der Maßnahmen am Beispiel eines nach der neusten Berechnung statistisch auftretenden hundertjährlichen Hochwassers und erläuterte den Bauablauf sowie die Herausforderungen beim Abtransport der ausgehobenen Bodenmassen. In die Untersuchung des externen Fachbüros flossen ebenfalls die Auswirkungen bereits vorhandener Bauwerke mit ein, wie die Wehranlage und der Mühlenteich, der durch die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler beplant wird. Beide Projektplanungen werden zwischen dem Kreis und der Stadt eng aufeinander abgestimmt.

Als Erkenntnis aus dem Hochwasser am 9. Januar wird zurzeit das Vorland der Ahr zwischen dem ehemaligen Sportplatz und der ehemaligen Heckenbachtalbrücke abgesenkt und ein provisorischer Wall errichtet.

Die Pläne der Gewässerwiederherstellung in Walporzheim wurden am 16. Juli 2025 in der St. Josef Kapelle vorgestellt. Foto: Macht / Kreisverwaltung Ahrweiler.  Foto: Macht / Kreisverwaltung Ahrweiler

Die Pläne der Gewässerwiederherstellung in Walporzheim wurden am 16. Juli 2025 in der St. Josef Kapelle vorgestellt. Foto: Macht / Kreisverwaltung Ahrweiler. Foto: Macht / Kreisverwaltung Ahrweiler

Der Ortskern von Walporheim wurde bei der Flut stark in Mitleidenschaft gezogen. Foto: ROB

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Imageanzeige
Gläser
Anzeige Social Ride Sonderseite Vortour der Hoffnung
Anzeige Filmnächte 2026
Stellenausschreibung Friedhofsverwaltung
Empfohlene Artikel
Aufgrund unwegsamen Geländes wurde ein erkrankter Wildcamper mit einem Rettungshubschrauber mit Rettungswinde aus dem Langfigtal gerettet. Foto: Stephan Knieps / FFW VG Altenahr
191

Altenahr. Zu einem technisch und logistisch anspruchsvollen Rettungseinsatz kam es am Donnerstagmorgen, 16. Juli 2026, im Altenahrer Langfigtal. Ein akut erkrankter 20-jähriger Mann musste mittels eines Rettungshubschraubers mit Rettungswinde aus einem schwer zugänglichen Bereich des Naturschutzgebietes gerettet werden. Zusammen mit einem Begleiter hatte er einige Tage dort illegal campiert und erkrankte währenddessen.

Weiterlesen

Im Kurpark von Bad Neuenahr: Pascal Rowald, Gordon Schnieder und Bundeskanzler Friedrich Merz.
1206

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Fünf Jahre ist es jetzt her, dass sich am 14./15. Juli 2021 eine verheerende Flut durch das Ahrtal wälzte, 135 Menschen aus dem Leben riss, zahllose Verletzungen an Leib und Seele forderte, Existenzen, Häuser, Straßen und Wege zerstörte und das ganze Tal nachhaltig veränderte – bis heute. Am fünften Jahrestag der größten Naturkatastrophe der jüngeren deutschen Geschichte gedachte...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Polizei
3640

Der Mann soll eine Seniorin um ihr Geld betrogen haben:

18.07.: Foto-Fahndung in Neuwied: Wer kennt diesen Mann?

Neuwied. Am 16.06.2026 wurde eine 76-jährige Seniorin in Neuwied Opfer eines Betrugs. Gegen 11:30 Uhr kontaktierte sie ein bislang unbekannter Täter telefonisch und gab sich als Mitarbeiter einer Bank aus. Kurz darauf erschien ein der Geschädigten unbekannter Mann an der Anschrift und erlangte ihre Bankkarte samt PIN.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
3286

Rhein-Sieg-Kreis. Nach dem eine Verkehrsunfall in der Nacht zu Sonntag (5. Juli) auf der Bundesautobahn 61 zwischen den Anschlussstellen Miel und Rheinbach ist die sechsjährige Tochter der verunfallten Familie am Mittwoch (15. Juli) in einer Klinik ihren schweren Verletzungen erlegen. Das Mädchen war unmittelbar nach dem Unfall notoperiert worden und befand sich seitdem in intensivmedizinischer Behandlung.

Weiterlesen