Allgemeine Berichte | 19.08.2022, 15:53 Uhr

IHK appelliert: Wasserstraßen ausbauen – Binnenschifffahrt stärken

Wasserstraßen ausbauen – Binnenschifffahrt stärken

Koblenz. Auf dem Rhein – Deutschlands wichtigster Wasserstraße –herrscht seit Wochen dürrebedingt Niedrigwasser. Der Pegelstand in Kaub beträgt aktuell knapp über 30 cm und hat damit ein neues Rekordtief erreicht. Zwar ist der Schiffsverkehr noch möglich, wichtige Rohstoffe wie Getreide, Kohle oder Chemikalien können allerdings nur noch in geringen Mengen transportiert werden. In Kombination mit den gestiegenen Energiepreisen haben sich die Spotpreise für Transportschiffe von Rotterdam nach Karlsruhe auf über 110 Euro pro Tonne im Vergleich zum Juni mehr als verfünffacht. Um derartige Auswirkungen auf die Wirtschaft zu begrenzen und Kapazitäten mit Blick auf die schon überlasteten Güterverkehre der Bahn aufrecht erhalten zu können, setzt sich die IHK Koblenz für den Ausbau der Wasserstraßen ein.

„Wir verstehen nicht, warum die Politik die Binnenschifffahrt so vernachlässigt. Die aktuelle Situation zeigt, wie wichtig die Vertiefung des Mittelrheins wäre. Sie steht seit Jahren ganz oben im Bundesverkehrswegeplan“, erklärt Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz.

Als wirtschaftlich bedeutender und nachhaltiger Verkehrsträger kann das Binnenschiff maßgeblich zur Reduktion der CO2-Emissionen und zum Klimaschutz beitragen. Im Vergleich zur Straße und Schiene hat das Binnenschiff zudem als einziger Verkehrsträger noch Kapazitäten frei, um die steigenden Gütermengen zu bewältigen. „Damit kommt der Binnenschifffahrt mit Blick auf die vorhandenen Kapazitäten und den Herausforderungen des Klimawandels und der Energiewende eine zentrale Rolle zu. Um ihre Potenziale voll auszuschöpfen, muss die Schiffbarkeit der Haupt- und Zuflüsse aber zuverlässig gewährleistet sein. Gerade hieran fehlt es jedoch vielfach“, erklärt Rössel.

Niedrigwasserperioden schränken die Beladung der Binnenschiffe massiv ein oder zwingen zeitweise zur Einstellung der Schifffahrt – mit gravierenden wirtschaftlichen Folgen. Marode und nicht für gängige Rheinschiffe ausgebaute Schleusen an den Zuflüssen behindern eine stärkere Verlagerung auf die Binnenschifffahrt. Wichtige Maßnahmen wie zusätzliche Schleusenkammern an der Mosel oder Projekte zur Abladeoptimierung und Sohlenstabilisierung an Mittel- und Niederrhein sind zwar als Vordringlicher Bedarf im aktuellen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 enthalten, kommen aber nur sehr langsam voran oder werden zurückgestellt.

Mittelausstattung der Binnenschifffahrt im Bundeshaushalt eher rückläufig

Der Bundeshaushalt vor, die Mittel in den Jahren 2023 bis 2025 um je 500 Millionen Euro auf nur noch 2,1 Milliarden Euro pro Jahr zu kürzen. Damit sinken die Chancen deutlich, wichtige Wasserstraßenprojekte zeitnah bauen zu können. Lange Planungsverfahren und fehlende Personalkapazitäten verhindern zudem die Umsetzung der dringend erforderlichen Maßnahmen in überschaubaren Zeiträumen.

„Nachdem die Tests für die geplante Abladeoptimierung Mittelrhein zwischen Mainz und St. Goar kürzlich abgeschlossen wurden, muss nun die rasche Umsetzung erfolgen. Dass das gesamte Projekt erst bis 2033 und nicht wie angekündigt bereits vor 2030 abgeschlossen sein soll, sendet ein fatales Zeichen an die regionale Wirtschaft“, so Rössel.

Pressemitteilung der

IHK Koblenz

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
10

Neuwied/Unkel/Erpel. Die KreisVolkshochschule (kvhs) Neuwied lädt Ende November zu drei vielseitigen Workshops in Unkel und Erpel ein. Den Auftakt macht am Dienstag, 24. November (18:00–21:00 Uhr) in der Stefan-Andres-Schule in Unkel der Kochkurs „Suppen als Vorspeise, zum Sattessen und festlich“ (U351-26-2), bei dem wärmende Rezeptvariationen zubereitet und gemeinsam verkostet werden. Ebenfalls in...

Weiterlesen

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 30
58

Regelmäßig präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Imageanzeige
Martinsmarkt
Anzeige Steampunk-Abendmarkt "Zeitreise im Lichterglanz“
Stellenausschreibung Kennziffer 108/2026
07-Marktbericht 2026
Stellenanzeige Sozialarbeiter
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606  / Kampagne Rheinschiene, KW 30-51
Produktionsmitarbeiter
Weitere Artikel
Links: Straßenschild Rheinstraße, Mitte: Nostalgisches Bild der Rheinstraße/Vater Rhein (vom Stadtmuseum Andernach), Rechts: Frau Grafen heute
516

Andernach. Wenn Christina Grafen von ihrer Zeit in der Andernacher Rheinstraße erzählt, klingt es fast so, als würde man für einen Moment die Musik von damals wieder hören. Tanzflächen voller Menschen, mehrere Theken, an denen die Getränke ausgeschenkt wurden, ausgelassene Stimmung und mittendrin sie – meistens hinter dem Tresen, wo es selten ruhig zuging.

Von Dilara Köksal aus Andernach

Weiterlesen

v.l.n.r.: Daniel Phiesel, Christel Engeland, Stefan Raetz, Marcel Richter, Martin Warkentin
158

Rheinbach. Die Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“ hat auch für 2027 wieder einen Rheinbach-Kalender herausgebracht. Die Vorstände Bürgermeister Dr. Daniel Phiesel und Marcel Richter: „Der Bildkalender erfreut sich auch in der 13. Auflage großer Beliebtheit und zeigt wieder interessante Rheinbacher Motive.“ Mit Martin Warkentin hat die Bürgerstiftung erneut einen jungen Fotografen aus Rheinbach gefunden, der mit einem eigenen Blick auf die Rheinbacher Motive schaut.

Von Stefan Raetz aus Rheinbach

Weiterlesen