Die Wiederaufbaubeauftragte Nicole Steingaß besucht Jugendbüro der Verbandsgemeinde Altenahr
Werkstatt für Kinder und Jugendliche
Altenahr. Welche Rolle spielt die Naturkatastrophe vom Juli 2021 an der Ahr noch in den Köpfen der Kinder und Jugendlichen? Wie weit bestimmen die dramatischen Ereignisse der Flutnacht und den Monaten danach heute noch ihr Leben? Fragen, auf die Nicole Steingaß, Beauftragte des Landes für den Wiederaufbau und Staatssekretärin im Innenministerium, bei einem Besuch der ProBüros für Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Altenahr, Antworten suchte. Um Erlebtes zu verarbeiten und Neues kennenzulernen hat das ProBüro in 2024 sein Angebot mit dem Freizeitprojekt „KuBi“ erweitert, das den Weg zurück in die Normalität unterstützen will.
KuBi steht für Kultur und Bildung und wurde vom ProBüro im Auftrag der Verbandsgemeinde Altenahr entwickelt und umgesetzt, wie der Erste Beigeordnete der VG, Georg Knieps, beim Besuch bei den Jugendpflegern erklärte. Finanziert wird es aus Flutspenden der VG. Die Kultur- und Bildungswerkstatt bietet in 2024 verschiedene Kurse und Workshops zu den Oberthemen Wald, Ökologie, Natur, Forschen, Experimentieren, Kreativität, Kunst, Musik, Tanz, Theater, Sport, Gesundheit und neue Medien anbieten. Angebote für Kinder und Jugendliche schaffen, bei denen sie sich kreativ einbringen, Fähigkeiten ausprobieren und neue Fertigkeiten entwickeln können, steht dabei im Mittelpunkt. Zudem werden Projekte für die ganze Familie angeboten. Besonderen Wert legen die Jugendarbeiter auch darauf, in möglichst vielen Orten der Verbandsgemeinde ihre Kurse anzubieten und dabei auch die örtlichen Vereine einzubinden.
Dass Corona-Pandemie und die Naturkatastrophe im Ahrtal bei Kindern und Jugendlichen Spuren hinterlassen haben, steht für Melanie Effert, seit 1. April Leiterin des ProBüros, fest. „Auch wenn diese oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind.“ Heute, fast drei Jahre nach den schrecklichen Ereignissen vom Juli 2021 würden die beiden Altersgruppen ganz anders unterschiedlich auf die Ereignisse reagieren. „Für die Kleineren spielt die Flut bei unseren Gesprächen mit ihnen keine Rolle mehr. Bei den Jugendlichen merken wir, dass sie schneller erwachsener geworden sind“, erklärte Melanie Effert der Staatssekretärin aus Mainz.
Effert ist froh über die Unterstützung durch die Verbandsgemeinde, wo man für die Belange der Jugendarbeit immer ein offenes Ohr habe. Ein Eindruck, den Petra Klein für die ganze Flutregion teilt.
Die ehemalige Leiterin des Hauses der offenen Tür (HoT) in Sinzig arbeitet mittlerweile im Regionalmanagement für Kunst und Kultur im Kreis Ahrweiler, das vom Land über das Projekt „Zukunft durch Kultur“ gefördert wird und bei der Helfer-Stab gGmbH angesiedelt ist. „Anders als in der Zeit der Corona-Pandemie wurden die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen beim Wiederaufbau nicht vergessen.“
Wichtig ist aus Sicht von Effert und Klein auch, den Heranwachsenden Struktur und eine gewohnte Umgebung zu bieten. Zumal durch die zerstörten Schulgebäude in Altenburg und Dernau und den Umzug in temporäre Lösungen, Schulgemeinschaften und Freundschaften unter den Schülern auf eine harte Probe gestellt würden.
Nicole Steingaß und Georg Knieps zeigten sich beeindruckt von der Arbeit des Jugendbüros der Verbandsgemeinde. „Der Wiederaufbau ist mehr als der Bau von Häusern, Brücken und Straßen. Wir müssen das psychische Wohl der Menschen weiter im Blick haben. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche“, so Steingaß. Für das KuBi-Projekt wünschte sie ProBüro und Verbandsgemeinde weiterhin viel Erfolg. Und dass es eine Fortsetzung im Oktober gibt. Da zeigten sich die Jugendleiterin Melanie Effert und auch der Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Georg Knieps, sehr optimistisch.
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