Allgemeine Berichte | 10.04.2025, 14:44 Uhr

Ministerin besucht Wiederaufbau-Projekte

Wiederaufbau im Ahrtal: Welche Fortschritte gibt es?

Weinberg in Dernau.  Foto: ROB
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Ahrtal. Staatsministerin Daniela Schmitt hat sich bei einem Besuch im Ahrtal informiert, wie der Wiederaufbau vor Ort voranschreitet. Schmitt besuchte Projekte im Bereich Verkehrsinfrastruktur, Weinbau und Tourismus und sprach mit den Akteuren vor Ort. Die Ministerin stellte neue Maßnahmen vor und hat zwei Bescheide zum Wiederaufbau bzw. zur Stärkung von Weinbau und Tourismus überreicht.

„Ich freue mich, zu sehen, dass unsere Wiederaufbauprojekte gut vorankommen und das Ahrtal wieder zu blühen beginnt“, sagte Schmitt bei ihrem Besuch im Ahrtal. „Wir packen auch weiterhin gemeinsam an! Das möchte ich an dieser Stelle ganz deutlich sagen. Das zeigen auch die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verschiedenen Stellen, die heute hierhergekommen sind. Wir lassen das Ahrtal nicht allein – ganz im Gegenteil. Wenn ich sehe, was hier schon geschafft und wiederaufgebaut wurde, bin ich beeindruckt und sehe vor mir ein modernes, zukunftsfestes, für Bürger und Touristen sehr ansprechendes Ahrtal entstehen.“

„Das Ahrtal wird stets im Fokus der Landesregierung bleiben“, versicherte die Ministerin und dankte dem Landesbetrieb Mobilität, den Dienstleistungszentren Ländlicher Raum, dem Ahrtal Tourismus e.V. sowie den Betroffenen und Verantwortlichen vor Ort für ihre Geduld.

Infrastruktur mit Ahrradweg

Schmitt besuchte bei ihrer Tour durch das Ahrtal den wiederaufgebauten Tunnel bei Altenahr, wo der LBM – wie an weiteren Baustellen im Ahrtal – Wiederaufbau-Infotafeln errichtet hat, um die Bürgerinnen und Bürger zu informieren und auch eine Erinnerung an das Flutereignis und den Wiederaufbau zu schaffen. Die Infotafeln informieren über die schreckliche Flutkatastrophe und was speziell vor Ort an der Straßeninfrastruktur zerstört und wiederaufgebaut wurde. Infoschilder stehen derzeit ebenso im Sahrbachtal an der L77/L76 und an der B9 in Sinzig. Als Konstruktion dient eine Dreieckstafel, die sowohl textlich als auch illustriert bedruckt ist.

Zweite Station war die Besichtigung einer Stützwand am Bahnhof Altenahr. Die im Bau befindliche Bohrpfahlwand wird den Ahr-Radweg stützen. „Gemeinsam mit dem Wiederaufbau der Ahrbrücke vor dem Engelslay-Tunnel und dem folgenden Radwege-Viadukt wird die Befahrbarkeit für den Alltagsradverkehr und den touristischen Radverkehr mit großer Kraft vorangetrieben“, betonte Schmitt. Am vergangenen Montag sei zudem die Radbrücke bei Marienthal mit bei Flutereignissen automatisch einklappenden Geländern eingehoben worden, so dass der Wiederaufbau des Ahr-Radwegs hier Schritt für Schritt voranschreitet, erklärte die Ministerin.

Weinberge, Winzer & Tourismus

In den Weinbergen informierte sich die Ministerin zu den hier durchgeführten Bodenordnungsverfahren. In den durch die Flut zerstörten Weinbergsflachlagen wird der Wiederaufbau begleitet, so dass die Rebzeilen nun in Fließrichtung der Ahr angelegt wurden, damit bei einem Flutereignis Wassermassen ungehindert abfließen können. Zudem wurden auch in den Steillagen in Walporzheim die Flurstücke so zusammengelegt, dass hier neben den weinbaulichen Zielen ein touristisches Gesamtkonzept entstanden ist, welches die Hügel- und Hanglagen samt Flutkapelle und Aussichtsplattform Alte Lay mit dem Tal in ein ganzheitliches Kulturlandschaftsprojekt miteinbezieht.

Die Winzergenossenschaft Mayschoß erhielt von der Ministerin einen Auszahlungsbescheid für den Wiederaufbau der zerstörten Gebäude. Insgesamt wurden bislang rund sieben Millionen Euro Wiederaufbauhilfe aus dem Aufbauhilfefonds 2021 an die Winzergenossenschaft ausgezahlt. Die zerstörte Geschäftsstätte in Altenahr wurde durch einen höher gelegenen Standort im Ort ersetzt. Der Hauptstandort in Mayschoß soll vollständig saniert und umgebaut werden. Die Winzergenossenschaft will hier aus der Not eine Tugend machen und den Wiederaufbau nutzen, um sich moderner, nachhaltiger und attraktiver aufzustellen. Der Bau soll 2026 fertiggestellt werden. Die Vinothek am Standort Walporzheim wurde wieder vollständig aufgebaut und hat den Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen.

Zudem überreichte Ministerin Schmitt dem Ahrtal Tourismus Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. einen Förderbescheid in Höhe von 50.000 Euro aus dem Förderprogramm „Transformation Tourismusregionen“. Die Mittel wollen die Touristiker zur digitalen Transformation im Ahrtal einsetzen, d.h. innovative Maßnahmen zur Digitalisierung und zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) umsetzen und gezielt nutzen, um bspw. den Gästeservice zu optimieren oder das Marketing effizienter gestalten.

Die Gästezahlen im Ahrtal steigen. Sie dokumentieren somit die Fortschritte im Aufbauprozess nach der Hochwasserkatastrophe. Die Zahl der Gäste nahm in 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 288.759 und die der Übernachtungen um 23 Prozent auf 768.421 zu. Die Zahl der geöffneten Betriebe erhöhte sich zu 2023 um zwölf Prozent auf 129. Nach und nach öffnen weitere Beherbergungsbetriebe, wie bspw. das traditionsreiche Hotel Steigenberger in Bad Neuenahr in 2024 sowie weitere Betriebe.

Weinberg in Dernau. Foto: ROB

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