Allgemeine Berichte | 19.02.2018

Marie Jo Gaudry-Pankowski zeigt mit feiner Porzellanmalerei im Heimatmuseum Sinzig den Reichtum aus Floras Füllhorn

Wo schöne Blumen zeitlos blühen

Marie Jo Gaudry-Pankowski aus Nierendorf mit feiner Blumen-Malerei.

Sinzig. Draußen Nebel, Graupel, nasskalte Witterung - innen hingegen Blüten-Zauber, festgehalten auf Porzellan. Flora scheint im Entree des Sinziger Schlosses ihr Füllhorn großzügig ausgeschüttet zu haben.

Genauer gesagt, geht das Blühen auf Marie Jo Gaudry-Pankowski aus Nierendorf zurück. Ihr öffnete Museumsleiterin Agnes Menacher im Parterre eine Stand- und eine Wandvitrine, gleichsam als Vorboten des in den oberen Etagen angesiedelten Sinziger Heimatmuseums.

Wahre Hingucker sind die Porzellanstücke, welche Gaudry-Pankowski mit feiner Blumen-Malerei adelte. Die 1950 in Carcassonne geborene Künstlerin, die in Toulouse und Paris Kunst und in Köln Keramik-Bildhauerei studierte, wurde mit ihrem Thema „Badende“ bekannt, wobei sie mollige Figuren lebensfroh in Ton ausformte, glasierte und farbig fasste. Seit 2004 konzentriert sie sich jedoch auf die Malerei - und das in immer freierer Form- und Farbgebung, wie auch eine Einzelausstellung im Museum zeigte.

Was sie derzeit hinter Glas im Schloss präsentiert, geht auf die Zeit des Studiums in den siebziger bis Anfang der achtziger Jahre zurück, als sie Kurse in Porzellanmalerei gab und sich die Fertigkeit zu diesem Zweck selbst beibrachte. Für geschwungene Mohnblumen auf einem Teeservice nach klassischer Meissner Malweise gestaltete sie die Blätter per Pinsel mit Pigmenten und Ölsorten. Feine Linien zog sie mit der Metallfeder. Einen Teppich ineinander gewirkter Blüten, darunter Hortensien, Christrosen, Narzissen und Tulpen, legte Gaudry-Pankowski über Porzellan-Eier und Schmuckteller, ebenfalls in der Hochvitrine. Wo sie mit dem Pinseldruck spielte, erzeugte sie einen spontaneren Charakter. Eigenständig entwickelte sie tradierte Motive weiter, so wirken ihre sparsam interpretierten Dreimasterblumen asiatisch inspiriert.

Noch puristischer geht es in der Wandvitrine zu, wo goldene Ginkoblätter, reduzierte Mohnblüten sowie angeschnittene pastellige Blumenmotive Mokkatässchen zieren. Wie gut einem Porzellan-Ei die Rundumbemalung schwarz-weißer Pflanzen steht, wird gleichfalls augenfällig.

Allerdings ist anzumerken, dass die Farbe Weiß in der Porzellanmalerei nicht aufgetragen wird. Sieht der Betrachter Weiß, handelt es sich um die unbemalte Oberfläche des Porzellans. Ist Gold im Spiel, erfordert dies übrigens einen zusätzlichen Brenngang - und der Auftrag muss poliert werden. Nicht allein Technikbeherrschung und Fingerfertigkeit verhalfen dem Liebreiz der Blumen zu ungeahnter Entfaltung. Die Malerin befeuerte sie entscheidend, indem sie immer neue kreative Wege einschlug.

Die hübschen Unikate sind bis in den April hinein im Schloss, Barbarossastraße 35, zu sehen: donnerstags von 10 bis 12 Uhr, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr. HG

Zauberhafte Ginkoblätter sind auch zu bewundern.HG

Zauberhafte Ginkoblätter sind auch zu bewundern.Fotos: HG

Marie Jo Gaudry-Pankowski aus Nierendorf mit feiner Blumen-Malerei.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Imageanzeige
Image Anzeige
Doppelseite PR/Anzeigen
Container Anzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Anzeige Tag der offenen Tür am Zeiberberg
Empfohlene Artikel
Buch-Tipp: 111 Orte im Ahrtal die man gesehen haben muss
7

Ahrtal. Wo sollten Halbnackte den Ahrtaler Untergrund erkunden? Wo trafen Panzerpioniere auf die Mutter Gottes? Und wo gibt es nachts noch leckere Rotwein-Wurst? Das Ahrtal bietet spannende Geschichten, kuriose Typen, jede Menge Natur und viel Kulinarik. In dem Buch „111 Orte im Ahrtal die man gesehen haben muss“ können die Leserinnen und Leser das Tal von einer ganz neuen Seite kennen lernen.

Weiterlesen

Persisches Frühlingsfest „Nowrooz“ im Haus der Familie Andernach, am 28.03.2026 (v.l.n.r.: Vertreter des iranischen Kulturverein Kourosh, Leiterin Haus der Familie Andernach Lisa Scharrenbach, Bürgermeister Claus Peitz, Leiterin des Integrationsnetzwerks der Stadt Andernach Mahnaz Lübke, designierter Bürgermeister Sammy Labidi).Foto: tadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
7

Andernach. Am 28. März 2026 fand im Haus der Familie der Stadt Andernach erstmals das persische Frühlingsfest „Nowrooz“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Mahnaz Lübke, Leiterin des Integrationsnetzwerks der Stadt Andernach, in Zusammenarbeit mit dem iranischen Kulturverein Kourosh aus Koblenz. Rund 105 Gäste folgten der Einladung, um gemeinsam den Jahresbeginn nach persischer Tradition zu feiern.

Weiterlesen

7

Hammerstein. Der Vorstand des Fördervereins Bürgerhaus „Alte Schule“ Hammerstein lädt alle Mitglieder und Interessierte zur diesjährigen Jahreshauptversammlung ein. Sie findet statt am Montag, den 20.04.2026 um 19 Uhr im Bürgerhaus "Alte Schule" Hammerstein.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Neben dem Straßenverkehr ist der steigende Einsatz von Mährobotern, sowohl in privaten Gärten als auch in städtischen Parkanlagen, gefährlich für Igel.
4

Region. Mähroboter stellen für Igel, aber auch für Reptilien und Amphibien eine erhebliche Gefahr dar. Die Geräte erkennen die Tiere nur unzureichend und verletzen sie zum Teil schwer. Zwölf Tier-, Natur- und Artenschutzorganisationen haben sich deshalb mit einem offenen Brief an den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sowie den Bundesumweltminister Carsten Schneider gewandt: Sie fordern ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter.

Weiterlesen

Quelle: Emons Verlag
4

Region. Wo fährt ein Wildschwein Fahrrad? Wo kann man beim Blick auf den Siegfall so richtig ausspannen? Und wo atmet man unter der Erde auf? Das Siegtal bietet spannende, geheimnisvolle und lustige Orte. Rund 155 Kilometer legt die Sieg von der Quelle im Rothaargebirge bis zu ihrer Mündung in den Rhein zurück. Die Landschaft entlang des Flusses ist facettenreich, abseits der Einzugsgebiet lieblich und still.

Weiterlesen

Quelle: Emons Verlag
1

Westerwald. Der Westerwald hat den Ruf, ein besonders kalter und karger Landstrich im Westen Deutschlands zu sein, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen. Doch weit gefehlt! Dass es auch ganz anders geht, zeigen die Autoren Daniel Robbel (Sinzig) und Horst Hohn (Mülheim-Kärlich) auf ganz charmante Art. Zwischen Rhein, Lahn, Dill und Sieg trifft man auf blühende Natur, spannende Kultur und einen besonderen Menschenschlag.

Weiterlesen

Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Titelanzeige KW 15
Kleinanzeigen
Titel
Ostergrußanzeige
Anzeige Lange Samstage
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Stellenanzeige Kita
Wohnträume
Wohnträume
Werksverkauf Anhausen
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Sonderseite 02 -Wohnträume NR
Wohnträume
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
Anzeige Lagerverkauf