Allgemeine Berichte | 10.04.2026, 09:37 Uhr

Zum Schutz der Igel: Verbände fordern Nachtfahrverbot für Mähroboter

Neben dem Straßenverkehr ist der steigende Einsatz von Mährobotern, sowohl in privaten Gärten als auch in städtischen Parkanlagen, gefährlich für Igel.
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Region. Mähroboter stellen für Igel, aber auch für Reptilien und Amphibien eine erhebliche Gefahr dar. Die Geräte erkennen die Tiere nur unzureichend und verletzen sie zum Teil schwer. Zwölf Tier-, Natur- und Artenschutzorganisationen haben sich deshalb mit einem offenen Brief an den Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sowie den Bundesumweltminister Carsten Schneider gewandt: Sie fordern ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter. Dies hatte kürzlich auch der Deutsche Städtetag gefordert.

„Dass Igel in Deutschland mittlerweile auf der Roten Liste stehen, ist ein Warnsignal, welches nicht überhört werden darf und dringenden Handlungsbedarf erfordert. Durch ein bundesweites Verbot des Einsatzes von Mährobotern von einer Stunde vor Sonnenuntergang bis eine Stunde nach Sonnenaufgang, könnte das Risiko für den Tod zahlreicher Igel deutlich gesenkt werden“, so die unterzeichnenden Organisationen. Sie verweisen darauf, dass Igel und weitere betroffene Arten nach Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt sind, weshalb es verboten ist, sie zu fangen, zu verletzen, zu töten oder ihre Lebensstätten zu zerstören. Es sei daher konsequent und geboten, das Nachtfahrverbot für Mähroboter als Schutzmaßnahme gesetzlich zu verankern.

Mehrere Kommunen wie Augsburg, Bayreuth, Köln oder Leipzig haben entsprechende Beschränkungen umgesetzt. Eine bundesweite Regelung wurde zwar bei der in der letzten Legislatur geplanten Reform des Tierschutzgesetzes diskutiert und in Gesetzentwürfen festgehalten, scheiterte jedoch durch das Ampel-Aus. Zuletzt hatte auch der Deutsche Städtetag ein bundesweites Verbot gefordert.

Verletzungen durch Mähroboter oft tödlich

Igel sind besonders in den Abend- und Nachtstunden aktiv und werden dadurch häufig zum Opfer von Mährobotern. Schon leichte Schnittverletzungen durch die rotierenden und scharfen Klingen können zu gravierenden Infektionen führen. Der Bestand wird zudem durch schrumpfende Lebensräume, Nahrungsmangel durch Insektensterben und den Straßenverkehr massiv gefährdet.

Folgende Organisationen sind Mitzeichner des Offenen Briefes:

• Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

• Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt)

• Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V. (DJGT)

• Deutscher Naturschutzring e.V. (DNR)

• Deutscher Tierschutzbund e.V.

• Europäischer Tier- und Naturschutz e.V. (ETN)

• Menschen für Tierrechte e.V.

• Pro Wildlife e.V.

• VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz

• Vogelschutz-Komitee Naturstiftung

• WWF Deutschland

• Umweltinstitut München e.V.

Neben dem Straßenverkehr ist der steigende Einsatz von Mährobotern, sowohl in privaten Gärten als auch in städtischen Parkanlagen, gefährlich für Igel. Foto: Deutscher Tierschutzbund e.V. / Erhardt

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