Blackout-Vorsorge 2026
Blackout: Was geht, wenn nichts mehr geht?
aus Lahnstein
Lahnstein. „Blackout – Was geht, wenn nichts mehr geht?“
Großes Interesse fand die Informationsveranstaltung bei der Kolpingfamilie Lahnstein, St. Martin im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Was ich schon immer mal fragen wollte…“
Zu Gast war Larissa Klee, Referentin des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz.
Das auf dem Koblenzer Asterstein befindliche Landesamt wurde am 1. Januar 2025 gegründet und befinde sich noch im Aufbau. Bis 2030 ist geplant, die Stellenzahl dort zu verdoppeln. Zentrales Element dort ist ein 24/7 besetztes Lagezentrum. Während der Zivilschutz eine Aufgabe des Bundes sei und dem Schutz der Bevölkerung vor kriegsbedingten Gefahren diene, sei der Katastrophenschutz Ländersache und befasse sich mit großen Unglücken und Naturkatastrophen in Friedenszeiten. Grundsätzlich seien die örtlichen Feuerwehren und Landkreise bei Katastrophen zuständig, wenn ein Katastrophenfall jedoch zwei Landkreise betreffe, könne das Land die Aufsicht übernehmen.
Ein „Blackout“, bedingt durch Stromausfall dauere Stunden bis Tage, wobei die Rettungskräfte sich vorrangig auf vulnerable Gruppen konzentrieren würden. Wer gut vorbereitet einen solchen Blackout erlebe, schütze also nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen. Haushalte sollten sich zehn Tage versorgen können, aber auch ein Vorrat für zumindest drei Tage helfe schon sehr.
Man sollte sich wichtige Dokumente bereit legen, einen Medikamentenvorrat für drei bis 10 Tage haben und auch Bargeld im Hause. Ein wichtiger Baustein für die Bevorratung seien zwei Liter Getränke pro Person und Tag sowie ungekühlte, haltbare und energiereiche Lebensmittel. Zum Betrieb von Handys seien vollgeladene Powerbanks zu empfehlen. Warme Kleidung und Decken könnten die ausgefallene Heizung im Winter kompensieren. Mit einem Campingkocher könnten kleine Mahlzeiten zubereitet werden.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) informiere auf seiner Homepage ausführlich und halte auch eine Broschüre mit dem Titel „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ vor. Am Abend der Veranstaltung war das Heft jedenfalls schnell vergriffen. Die offizielle Sirenenwarnung bei einem „Blackout“ sei ein einminütiger Heulton, wobei der Ton auf und ab schwelle. Dies besage: Es besteht Gefahr, informieren sie sich. Gut sei es, im Haushalt Batterien und Taschenlampen zu haben und vielleicht auch ein Kurbelradio.
Larissa Klee beruhigte: „Ein Blackout ist ungewohnt, aber kein Grund zur Panik.“ Gemeinschaft und Rücksicht machten jede Ausnahmesituation leichter. Markus Schild, der Moderator der Kolpingfamilie St. Martin freute sich über das Interesse am mit Powerpoint-Folien unterlegten Referat und über die Referentin selbst, denn Klee wird es aufgrund der Personalsituation nicht möglich sein, einen derartigen Vortrag in ganz Rheinland-Pfalz zu halten.
Die Besucher nutzten viele Möglichkeiten von Fragen und gaben sich auch untereinander Hilfen und Ratschläge für Extremsituationen. Der gute Besuch der Veranstaltung und die Nähe zu Stromausfällen in Berlin und Reutlingen zeigten, dass das Thema bei manchen Menschen „unter den Nägeln“ brennt. Schon zu Lebzeiten schrieb der Priester und selige Adolph Kolping (1813-1865) seinen Gesellenvereinen ins Stammbuch: „Die Nöte der Zeit werden euch lehren, was zu tun ist…“ Vielleicht war die Veranstaltung also Kolping-typisch!
Gutes Interesse fand die Informationsveranstaltung zum Katastrophenschutz. Foto: Th. Schneider
Engagiert im Vortrag und fachlich top: Die Referentin Larissa Klee. Foto: Th. Schneider
