Politik | 30.04.2026, 13:08 Uhr

Kritik am Moselufer-Ausbau

Freie Wähler fordern Aufhebung des Moselufer-Ausbaus in Koblenz wegen Kosten und Umwelt

Stephan Wefelscheid, Fraktionsvorsitzender
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Koblenz. Die FREIE WÄHLER Fraktion hat für die Mai-Sitzung des Stadtrates einen Antrag gestellt, mit dem der bestehende Beschluss zum Ausbau des Rad- und Gehwegs am Moselufer in Moselweiß aufgehoben werden soll.

Ziel ist es, die Planung grundlegend zu überarbeiten und stärker an den Interessen der Bürgerinnen und Bürger sowie an ökologischen und finanziellen Gesichtspunkten auszurichten.

Hintergrund ist die seit Wochen anhaltende öffentliche Diskussion um das Projekt.

Insbesondere die geplante Fällung von rund 30 bis 40 Bäumen, sowie die deutliche Veränderung des bisherigen Naherholungsgebiets stoßen auf breite Kritik in der Bevölkerung. Diese Kritik führte auch zur Gründung einer „Interessengemeinschaft Moselufer Moselweiß“, die sich für den Erhalt des Moselufers in seiner jetzigen Form einsetzt.

„Wir vernehmen starke Kritik an den geplanten Maßnahmen“, erklärt Edgar Kühlenthal, Ratsmitglied der FREIEN WÄHLER. „Die Bewohner von Moselweiß setzen sich für den Erhalt der Natur in ihrem Zuhause ein und wir stehen an ihrer Seite: ein Projekt dieser Tragweite darf nicht gegen den erklärten Willen vieler Betroffener umgesetzt werden.“

Nach Auffassung der Fraktion ist das Moselufer nicht nur ein Verkehrsraum, sondern vor allem ein bedeutendes Naherholungsgebiet für die Stadt Koblenz und die umliegenden Stadtteile. Der geplante Ausbau mit einer deutlichen Verbreiterung des Weges könne zu Nutzungskonflikten führen und den bisherigen Charakter des Bereichs nachhaltig verändern. Bereits jetzt äußern Bürger die Sorge, dass der Weg künftig weniger zum Flanieren geeignet sein könnte.

Neben den Auswirkungen auf die Lebensqualität sieht die Fraktion auch erhebliche ökologische Bedenken. Der vorhandene Baumbestand leiste einen wichtigen Beitrag zum Stadtklima und zur Artenvielfalt. „Die geplanten Baumfällungen stehen im klaren Widerspruch zu den Zielen des Klimaschutzes und einer nachhaltigen Stadtentwicklung“, so Edgar Kühlenthal.

Ein weiterer zentraler Kritikpunkt betrifft die finanziellen Auswirkungen des Projekts. Die Maßnahme ist mit Ausgaben von rund 3,75 Millionen Euro geplant. Der Fraktionsvorsitzende und haushaltspolitische Sprecher der Fraktion, Stephan Wefelscheid, findet hierzu deutliche Worte: „Wir leben in haushaltspolitisch angespannten Zeiten und haben derzeit jährlich Probleme, den städtischen Haushalt von der ADD genehmigt zu bekommen. Der Oberbürgermeister hat deshalb bereits Steuererhöhungen ins Spiel gebracht. Wir sind allerdings der Auffassung, dass zunächst einmal geschaut werden muss, wo man sparen kann, bevor man über Steuererhöhungen spricht. Und diese 3,75 Millionen Euro sollten unbedingt eingespart werden. Der geplante Umbau des Moselufers ist nicht von existenzieller Bedeutung. Die Pläne sollten daher einfach verworfen werden.“

Der Antrag der FREIE WÄHLER Fraktion sieht vor, dass der bestehende Stadtratsbeschluss vom 7. November 2025, zum Ausbau des Rad- und Gehweges, aufgehoben wird. An seiner Stelle soll eine Planung durchgeführt werden, die möglichst kostengünstig sicherstellt, den aktuellen Charakter des gesamten Bereichs als hochwertiges Naherholungsgebiet zu erhalten.

Abschließend appelliert die beiden Ratsmitglieder an alle Beteiligten, den Dialog mit den betroffenen Anwohnern zu führen und ihnen zuzuhören: „Es ist wichtig, die betroffenen Anwohner in die Entscheidungsprozesse einzubinden. Die Welle an Kritik, die der Politik diesbezüglich entgegenschlägt, zeigt klar, dass das im Vorfeld nicht ausreichend getan wurde. Deshalb muss der Stadtrat nun nachbessern. Das hilft den Bürgern und am Ende auch dem städtischen Haushalt.“

Pressemitteilung Freie Wähler Koblenz

Edgar Kühlenthal, Ratsmitglied

Edgar Kühlenthal, Ratsmitglied

Stephan Wefelscheid, Fraktionsvorsitzender

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