Kritik am Verkehrsversuch Balduinbrücke
Freie Wähler kritisieren Verkehrsversuch an der Balduinbrücke in Koblenz
Koblenz. Am 28. Mai 2026 hat der Stadrat entschieden, dass an der Balduinbrücke ein Verkehrsversuch durchgeführt wird, der den Kraftverkehr dort deutlich einschneiden wird.
Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Tempo 30, ein Überholverbot für Fahrräder, eine neue Verkehrsführung, sowie erhebliche Einschränkungen für den motorisierten Individual- und den öffentlichen Personennahverkehr.
Die Freien Wähler haben sich schon im Vorfeld kritisch gegenüber dem Vorhaben geäußert und Probleme aufgezeigt, die nach ihrer Ansicht entstehen werden, weshalb die Stadtratsfraktion geschlossen gegen die Beschlussvorlage gestimmt hat.
„Die Balduinbrücke ist eine zentrale Verbindung zwischen der Innenstadt und den nördlichen Stadtteilen“, so der Freie Wähler-Kreisvorsitzende, Dennis Graf. „Wer hier künstlich und ohne Not den Verkehrsfluss einschränkt, produziert zwangsläufig neue Staus, Ausweichverkehr und zusätzliche Belastungen in anderen Bereichen der Stadt.“
Besonders kritisch sehen die Freien Wähler die geplante Einführung eines Einfahrverbots für PKW, das generelle Überholverbots für Fahrräder auf der Brücke, sowie die Einführung von Tempo 30. „Statt pragmatischer Lösungen, die alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt behandeln, wird hier ideologisch getriebene Verkehrspolitik gemacht, die Auswirkungen auf unsere Innenstadt haben wird“, fasst Dennis Graf zusammen. „Diese Verkehrspolitik wird neue Engpässe schaffen und erhebliche Nachteile für Anwohner, Pendler, Gewerbetreibende, Besucher der Innenstadt und ÖPNV-Nutzer mit sich bringen“, so Graf.
„Die unheilige Allianz aus der Dezernentenwahlvereinigung von Grünen/SPD/CDU hat wieder zugeschlagen“, resümiert Stephan Wefelscheid, Vorstandsmitglied und Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. „Obwohl während der Abstimmung acht Ratsmitglieder, darunter auch welche von SPD und CDU, „Café trinken“ waren, um nicht mit ihrer Fraktion abstimmen zu müssen, hat es aber für die Grünen gereicht ihre Politik durchsetzen zu können. Leidtragende sind die Bürgerinnen und Bürger, die im Stau stehen und erheblich längere Fahrtzeiten auf sich nehmen müssen, sowie der Koblenzer Einzelhandel, der mit Umsatzeinbußen leben muss, weil Auswärtige die Stadt meiden. Und natürlich die Busfahrer, die es eh schon schwer haben, die Fahrpläne einhalten zu können.“
Die Freien Wähler sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Verkehrsführung in der Stadt flüssig läuft und die Innenstadt gut erreichbar ist. Deshalb planen sie, die Bürger auf das Thema aufmerksam zu machen und Unterschriften zu sammeln: „Im letzten Jahr haben wir mit dem Peter-Altmeier-Ufer gelernt, dass unsinnige Verkehrsversuche durch kritisches Feedback aus der Bevölkerung rückgängig gemacht werden können. Schon im Vorfeld haben wir viele Rückmeldungen von Bürgern erhalten, die unsere Kritik teilen. Deshalb werden wir diese Meinungen mit einer Unterschriftenaktion sichtbar machen und der Stadtverwaltung aufzeigen, dass auch dieser Versuch seitens der Bevölkerung nicht gewünscht ist und mehr Nach-, als Vorteile bringt“, kündigen Graf und Wefelscheid an.
Pressemitteilung Freie Wähler Koblenz
Stephan Wefelscheid, Freie Wähler Vorstandsmitglied und Fraktionsvorsitzender im Stadtrat. Foto: Fotostudio Reuther, Koblenz
